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Hanau

Früherer Eishockeykeeper hütet das Tor von Hanaus Hockey-Herren

Hockey. Mike Schauer streift sich seit gut einem Jahr die Torwartausrüstung beim 1. Hanauer THC über und fand den Weg in den Kurpark über seine Tochter Klara. Das Tor hütete der ehemalige Eishockeyspieler bereits zu Jugendzeiten und lässt seine alte Leidenschaft nun auf anderem Geläuf wieder aufleben.

Von Laura BeckerVor nunmehr 18 Jahren verschlug es den damals 21-jährigen Schauer berufsbedingt nach Frankfurt. In Hanau fand er schließlich nicht nur eine Wohnung, sondern lernte auch seine zukünftige Frau Sandra kennen. „Ich arbeitete damals bei einer Tochter der Deutschen Bank und wurde nach Frankfurt versetzt. Nach kurzer Zeit wurde die Firma dann an die Zurich Gruppe verkauft, der ich bis heute treu geblieben bin“, berichtet Schauer.

„Mittlerweile verantworte ich die Geschäftsbereiche Bank und Zentralbank für Teilbereiche Frankfurts und ganz Österreich. Durch die Büros in Kufstein und Salzburg pendle ich wöchentlich zwischen Hanau und Rosenheim,“ ergänzt der 39-Jährige.

Über den Schulsport zum Eishcokey

Die Chance in Frankfurt sah Schauer damals als tolle Gelegenheit, eine neue Stadt kennenzulernen. Dass der Umzug aber durchaus einen kleinen Kulturschock darstellte, lässt der aufgeschlossene Rosenheimer nicht unerwähnt. „Ich werde nie vergessen, wie ich mit dem ICE am Frankfurter Hauptbahnhof einfuhr und das Erste, was ich sah, die Kaiserstraße war,“ erinnert er sich mit einem Lachen zurück.

Ehe es vom Alpenvorland aber in die Bankenmetropole ging, sammelte Schauer vielfältige Sporterfahrung. So brachten seine Eltern ihren Sohn mit drei Jahren in den Skiclub Aising-Pang, wo er als Kind im Riesenslalom die Hänge unsicher machte. Über den Schulsport verschlug es ihn schließlich zum Eishockey. „Gerade in den 80ern war Eishockey in Rosenheim ja wirklich groß und aufgrund meiner damals doch recht stämmigen Figur steckte man mich ins Tor.

Durch die Tochter zum Hockey

Als zu Beginn der 90er der Basketball-Hype Einzug in Deutschland hielt, wechselte nahezu unsere gesamte Ski- und Eishockeymannschaft zum Basketball über.“ Nebenbei startete Schauer mit 14 als Center im American Football durch und schaffte es bis in die Bayernauswahl.

Mit dem Umzug nach Frankfurt fand der Bajuware in Hanau eine Wohnung und lernte seine heutige Frau Sandra kennen. Nach der Geburt von Töchterchen Klara kam die in der Rosenau wohnhafte Familie zum Hockey. „Wir wollten unbedingt, dass unsere Tochter neben dem Reiten noch eine Mannschaftssportart macht. Am Hockey hat sie mit der Zeit viel Spaß gefunden und wir als Familie gleich mit.“

"Komme überall zum Einsatz"

Bei den Greenhorns, der Anfängerhockeymannschaft des THC, fanden Schauer und seine Frau eine Gelegenheit, gemeinsam einem Hobby nachzugehen. Seit gut einem Jahr eignen sich die beiden nun jeden Freitag die Grundzüge des technisch anspruchsvollen Sports an. „Aufgrund meiner Vorerfahrung im Eishockey bin ich ins Tor gegangen und habe direkt wieder Spaß daran gefunden.“

Innerhalb des einen Jahres legte der Wahl-Hanauer bereits eine erstaunliche Karriere hin. So führten ihn die Wege über die Greenhorns zu Aushilfstätigkeiten im Seniorenteam und schließlich in das Training der Hockeyherren, deren dritte Mannschaft zuletzt auf Schauers Dienste zurückgriff. „Ich bin quasi ein Schweizer Taschenmesser und komme überall zum Einsatz“, erklärt er mit einem breiten Lächeln.

Das sind die Unterschiede zum Eishockey

Dass der Schlussmann die wöchentlichen Einheiten sichtlich genießt, bleibt nicht verborgen. Drei Mal pro Woche trainiert er mittlerweile, wobei zwei Einheiten im Rahmen des zweiten und dritten Herrentrainings stattfinden. Ein weiteres Training absolviert er gemeinsam mit seiner Freizeittruppe. „Die Hockeyerfahrung ist wahnsinnig belebend für mich. Der Klub birgt eine enorme Transparenz und Durchlässigkeit und schafft es, jeden abzuholen und mitzunehmen,“ erklärt Schauer dankbar.

Der bekennende Marvel-Fan profitiert dabei von seinen Erfahrungen auf Schlittschuhen. Unterschiede zwischen den beiden artverwandten Sportarten sieht der Familienvater allerdings durchaus.

Tochter steht ebenfalls im Tor

„Die Torgröße ist definitiv ein entscheidendes Momentum. Zudem sind für mich die vielen kleinen Regeln, die sich einem erst im Laufe der Zeit erschließen, nicht ganz unwichtig. Feld- und Hallenhockey sind im Vergleich zum Eishockey doch eher passiv hart. Im Eishockey geht es da doch deutlich intensiver zu und Verletzungen gehören ja quasi zum Spiel. Letztlich finde ich Hockey fernab des Eises fast etwas attraktiver, weil es athletischer ist,“ unterstreicht der hochgewachsene Torwart seine Leidenschaft.

Im neuen Jahr hat Schauer sich einiges vorgenommen. Im April steht der erste Lehrgang der M40-Nationalmannschaft an und im Sommer die Europameisterschaft in Rotterdam. Bis dahin bleibt noch genügend Zeit zu trainieren. Ob bei den Greenhorns, den Hockeyherren oder gemeinsam mit seiner Tochter Klara, die bei den U12-Mädchen des THC den Kasten sauber hält und ihren Papa mit Tipps versorgt.

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