Stellt sich den Gegnern gerne in den Weg: Simon Otto (rechts) ist einer talentiertesten Defensivspieler Deutschlands. Der 18-jährige Schüler des Bruchköbeler LOG spielt in der ersten Liga für Frankfurt Universe. Foto: Chris Haas

Hanau/Frankfurt

Frankfurt Universe: Hanauer stürmt in die German Football League

American Football. „Wenn der Junge sich so weiterentwickelt, kann er einmal zu den besten Defensive Back in Deutschland gehören“ sagt kein Geringerer als Thomas Kösling, Defensive Coordinator des Frankfurter Erstligisten Universe.

Von Uwe Lange

Der erfahrene Coach der Men in Purple, zuständig auch für das Recruiting der neuen Spieler, schwärmt in höchsten Tönen über seinen Neuzugang von den Hanau Hornets.

Simon Otto, gerade erst 18 Jahre geworden, überzeugt in seiner Debütsaison der GFL-Süd, ist mitverantwortlich für Hinrundenplatz zwei hinter Meister Schwäbisch Hall. Der Schüler des Lichtenberg-Oberstufengymnasiums in Bruchköbel ist der Senkrechtstarter im Team der Hessen, obwohl er 2016 erst mit Football begonnen hat.

„Freunde nahmen mich mit zum Training der Hornets, das gefiel mir so gut, dass ich danach zu jeder Übungseinheit kam, mit dem Fußballspielen aufhörte“ erzählt der Rookie von seinen ersten Versuchen, denen Schritte in Siebenmeilenstiefeln folgen sollten.

Große Fortschritte

In der Junior-Liga der GFL sorgte Simon Otto gleich für Furore, das erste Testspiel begann mit einer Interception des Neulings, im selben Jahr folgte die Berufung in die Hessenauswahl, wo er auch als Starter nominiert wurde.Für seine Trainer nicht ungewöhnlich, denn Simon Otto gilt als stets hart arbeitender Akteur, dem nur ein Platz auf der Bank zu wenig wäre. 2018 war das Jahr, das ihn komplett mit dem Sport verwurzeln ließ. Er führte die Hornissen als Kapitän auf das Feld und „ich habe mich endgültig in den Sport verliebt“.

Die Saison lief für seine Hanauer zwar nicht prickelnd, aber Simon Otto machte weiter große Fortschritte. Sein Schulfreund Luca Hebel, der schon 2018 nach Frankfurt wechselte, überzeugte den Kumpel, es in der höheren Liga zu versuchen. Im offenen Training der Universe hatte der angehende Abiturient wenig Mühe, die Trainer von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Er wechselte mit zwei weiteren Hornets-Akteuren – Atif Naeem und Eritros Haggi – zum Erstligisten.

German Bowl das Ziel

So wurde für Simon Otto der Sprung in die Eliteliga keine Reise ins Ungewisse, auch wenn sich die Umstellung auf die Anforderungen der Spielklasse als echte Herausforderung darstellte. „Das Training ist viel intensiver, strukturierter, was durch den größeren Trainerstab nicht verwunderlich ist. Ich musste mich schon anstrengen, immer konzentriert zu bleiben, ständig Vollgas zu geben“, blickt der Defensive Back auf die oft dreistündigen Einheiten im Frankfurter Ostpark zurück. Der liegt nur einen Steinwurf entfernt von der Heimspielstätte Am Bornheimer Hang, wo jeder Spieltag ein „besonderes Erlebnis für die Spieler“ darstellt.

Fragt man den philosophisch interessierten Nachwuchsmann nach seinen nächsten Zielen, so steht ein spezielles Datum im Notizblock: Am 12. Oktober 2019 findet der German Bowl, das Saison-Finale der German Football League nach langen Jahren wieder einmal in Frankfurt statt. Dort würde Simon Otto vor Freunden, Familie und Bekannten gerne seine Fähigkeiten demonstrieren.

Aber auch ein Adler auf der Brust eines schwarz-rot-goldenen Trikots fliegt in den Träumen des Hanauers – ein Ziel das seine Coaches für durchaus realistisch erachten. „Heute kann ich mir ein Leben ohne Football nicht mehr vorstellen, es hat mir bislang schon so tolle Erlebnisse beschert, viele neue Freundschaften geschenkt“ sagt die Nummer 34 der Universe.

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