Fotoshooting für die Geehrten des KSC Hanau: Trainer Jens Gottwald und U21-Weltmeister Max Strauch. Foto: Bender

Erfolgreicher KSC: Kein Bier für die Kämpfer, nur für den Trainer

Sport. Am Kampf- und Sportclub Hanau führt bei den Wahlen zum Hanauer Sportler des Jahres kein Weg vorbei. Das liegt vor allem an Ju-Jutsu-Kämpfer Maximilian Strauch. Nach 2015 und 2016 sicherte er sich zum dritten Mal in Folge die Auszeichnung. „Ich freue mich riesig – und bin etwas am Zittern“, gab Strauch zu.

Nervosität sei sonst kein Problem für ihn, zum Glück auch nicht bei seinem größten sportlichen Erfolg, dem U21-Weltmeistertitel im Jahr 2017. „Ich war sehr unaufgeregt und total entspannt. Ich habe sogar noch Späße gemacht auf der Matte“, berichtete er von seinem Finalkampf bei der WM in Athen. Allerdings seien die letzten Sekunden, in denen er seine Führung verteidigen musste „die Hölle gewesen“.

Umso schöner für den 20-Jährigen, am Ende auf dem Treppchen ganz oben zu stehen und die Nationalhymne zu hören. „Einfach unbeschreiblich“, gab er einen Einblick in sein Gefühlsleben bei der Siegerehrung. Nun will Strauch sich im Seniorenbereich etablieren und vielleicht auch die nächsten Erfolge feiern.

Gottwald Trainer des JahresFür Strauchs Erfolg – und den zahlreicher anderer Kämpfer des KSC – ist Jens Gottwald verantwortlich. Der 46-Jährige wurde von den HA-Lesern zum Trainer des Jahres gewählt. Er gab sich auf der Bühne bescheiden. „Alle Trainer hätten es verdient. Wir sind alles Idealisten, die viel Zeit und viel Geld in ihre Arbeit stecken.“ Die ein oder andere schlaflose Nacht kosten ihn die Vorbereitungen auf die Wettkämpfe. Das zahlt sich aus, ebenso wie Gottwalds Strenge „Wenn man auf diesem Niveau erfolgreich sein will, braucht es eine harte Hand“, sagte Gottwald.

Für seine Sportler erstelle er auch strenge Ernährungspläne, damit diese ihr Wettkampfgewicht auch genau halten. Das bedeutet für die Kämpfer auch Verzicht. „Ein halbes Jahr vor wichtigen Kämpfen herrscht Alkoholverbot.“

Er selbst allerdings trinkt als Ritual am Abend vor den Kämpfen gerne mal ein Glas Bier. „Der Trainer opfert sich. Was sie nicht trinken dürfen, trinke ich“, sagte Gottwald scherzhaft. Ein „Beruhigungsbierchen“ sei öfter mal ganz gut, damit er nicht zu emotional werde. bel

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