Pia Eibeks neuer Compound-Bogen scheint ihr Glück zu bringen. Erst schoß sie damit Rekord, jetzt holte sich zur Krönung noch den deutschen Meistertitel. Foto:Privat

Hanau

Pia Eibeck hofft auf die Nationalmannschaft

Bogenschießen. Pia Eibeck vom SV Blau-Gelb Hanau ist am Wochenende besonders erfolgreich gewesen. Sie holte sich nicht nur den deutschen Meistertiel, sondern kann sich nun auch noch Hoffnungen auf die Nationalmannschaft machen.

Von David Lindenfeld

„Es lief einfach richtig gut. Ich bin überwältigt“, freute sich Eibeck über ihren ersten Triumph bei den deutschen Meisterschaften mit dem Compound-Bogen. Mit dem Recurve-Bogen, den auch die Schützen bei den Olympischen Spielen nutzen, hatte Eibeck zuvor bereits zweimal die deutsche Meisterschaft gewonnen. „Ich wollte einfach etwas Neues ausprobieren und bin deshalb vor zwei Jahren auf den Compound-Bogen umgestiegen“, erklärt Eibeck den Wechsel des Sportgeräts.Die Unterschiede zwischen beiden Bögen liegen zum einen am Prinzip, mit dem der Pfeil abgefeuert wird, und zum anderen an der Distanz zur Zielscheibe, wie Eibeck erklärt: „Der Compound-Bogen funktioniert wie ein Flaschenzug und man steht nur 50 Meter von der Zielscheibe weg. Beim Recurve-Bogen sind es 70 Meter.“Stechen musste entscheidenBei der diesjährigen Hessenmeisterschaft hatte Eibeck in der Qualifikation mit 695 von 720 möglichen Punkten einen neuen Landesrekord geschossen und sich für die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Im Finale verpasste sie den Hessenmeistertitel nur knapp und verlor gegen Janine Meißner, mit der es nun auch bei den deutschen Meisterschaften zu einem Wiedersehen kam.Nachdem sich die Hanauer Bogenschützin in Moosach als Dritte nach der Qualifikation durchgesetzt hatte, siegte sie im Achtelfinale souverän gegen Karin Glashagel. Im Viertelfinale kam es dann zum engsten und spannendsten Schießen für Eibeck bei diesen deutschen Meisterschaften. Aufgrund der gleichen Punktzahl musste das Stechen entscheiden, ob Anja Merkel oder Eibeck ins Halbfinale einziehen würde. Beide Schützinnen trafen die neun. „Da mein Pfeil näher an der Mitte war, bin ich weitergekommen.“Revanche für verlorene Hessenemeisterschaft Auch im Halbfinale behielt die Bogenschützin vom SV Blau-Gelb Hanau die Nerven und siegte mit 138:136 gegen Sabine Sauter aus Buchloe. Im Finale kam es zum Wiedersehen mit Meißner vom BSC Hochtaunus, die bereits seit Längerem in der Nationalmannschaft ist und auch bei Weltcup-Wettkämpfen schießt. Mit einem 144:139-Sieg glückte die Revanche für das verlorene Hessenmeisterschaftsfinale und Eibeck setzte sich die Krone unter den deutschen Compound-Schützen auf.Da die Freiluftsaison nun beendet ist, geht es für Eibeck in der Halle weiter. „Ich finde die Hallensaison schöner wegen des Wetters“, schildert Eibeck und ergänzt: „Bei den deutschen Meisterschaften war es mit 30 Grad sehr heiß und anstrengend.“ Während der Hallensaison können die Bogenschützen zudem auf eigene Kosten an Weltcup-Wettkämpfen teilnehmen. Während der Freiluftsaison muss man im Nationalteam sein, um an diesen Wettkämpfen teilnehmen zu können. „Vielleicht nehme ich noch mal an einem Weltcup in Frankreich oder in Las Vegas teil, aber das ist noch nicht sicher.“ Ansonsten stehen für Eibeck noch freie Turniere in Holland und Luxemburg auf dem Programm.

Eibek noch zurückhaltend über Nationalmannschaft Nominierung Dank ihrer guten Leistung wurde die 28-Jährige für die Nationalmannschaft vorgeschlagen und hofft nun darauf, dass der Bundestrainer sie für den Kader nominiert. „Es wäre natürlich schön, für die Nationalmannschaft nominiert zu werden, aber das muss man jetzt alles erst mal abwarten“, ist die frischgebackene deutsche Meisterin zurückhaltend.

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