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Drahtesel-Kolonne rollte durch die Region: Vor 25 Jahren machte die Hessenrundfahrt Station in der Region

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Von: Robert Giese

Ausschnitt des Hanauer Anzeiger Artikel von Hessenrundfahrt
Volle Straßen bei Hessenrundfahrt: Vor 25 Jahren führte das Feld durch die Region, dabei standen zwei Sprintwertungen und eine Bergwertung an. © Privat

Bruchköbel – Gesperrte Straßen, Tropenhitze und Sportler, die von den Zuschauern nur einen Augenblick lang erhascht werden konnten: Vor 25 Jahren machte die internationale Hessenrundfahrt für Radamateure bei ihrer 14. Auflage auch in der Region Station. Trotz starker Leistungen und einer Premiere hielt sich das Zuschauerinteresse an diesem Spektakel allerdings sehr in Grenzen.

Hochsommerliche Temperaturen jenseits der 30 Grad brachten die Menschen in der Region auch im August 1995 schon mächtig ins Schwitzen, als die in Frankfurt gestartete Hessenrundfahrt auf ihrer zweiten Etappe durch einige Städte und Gemeinden rund um Hanau führte. In zwei Halbetappen aufgeteilt, ging es zunächst von Zwingenberg nach Bad Homburg und auf dem Weg dorthin auch durch Großauheim, Erlensee, Neuberg, Bruchköbel und Wachenbuchen, nachmittags fuhr das Feld dann von Bad Homburg nach Rosbach und stattete der Region bei der Ortdurchfahrt durch Heldenbergen erneut einen Besuch ab.

Im Gelben Trikot des Führenden zeigte sich damals ein deutsches Nachwuchstalent, denn der erst 18-jährige Roman Stoffel hatte die erste Etappe von Frankfurt nach Zwingenberg als Ausreißer gewonnen und 42 Sekunden Vorsprung auf seine Konkurrenten herausgefahren. Abgeschirmt von einem Kordon aus Polizei- und sonstigen Sicherungsfahrzeugen rollten die Radrennsportler um Stoffel nun vormittags durch die Region und machten dabei ordentlich Tempo, denn rund um Hanau hatten die Veranstalter die Athleten eigentlich erst eine Viertelstunde später erwartet.

Anders als am Vortag war das Feld bei seiner Route durch das Kreisgebiet noch nicht auseinandergesprengt, einen allzu langen Blick konnten die Zuschauer allerdings nicht auf die Sportler werfen, denn die Kolonne rauschte mit hoher Geschwindigkeit durch jeden Ort. Insbesondere in Erlensee und Bruchköbel drückten die Radrennfahrer mächtig aufs Tempo, schließlich gab es hier zwei Sprintwertungen, während auf dem Weg von Wachenbuchen nach Niederdorfelden auf dem Hühnerberg eine Bergwertung auf dem Programm stand.

Ein Publikumsmagnet waren jedoch auch diese Wertungen nicht gerade, denn in Bruchköbel notierte unser Reporter damals gerade mal ein gutes Dutzend Radsportfans – plus einiger Schaulustiger, die eigentlich zum Einkaufen in der Bruchköbeler Innenstadt verweilten. Den Radsportlern konnte es egal sein, sie kamen gegen Mittag schließlich in Bad Homburg an, wo sich der Ukrainer Mikhail Khaliwow im Massensprint durchsetzte. Nachmittags, auf der zweiten Halbetappe, gab es auf den letzten zehn Kilometern eine neunköpfige Ausreißergruppe, in der Enrico Poischke im Sprint die Nase vorn hatte.

Am Ende der aus sechs Etappen bestehenden Rundfahrt standen aber weder Poischke noch Khaliwow ganz oben auf dem Treppchen, und auch Stoffel musste sich letztlich mit Rang vier Rang begnügen, denn wie ein Jahr zuvor konnte am Ende der Tscheche Pawel Padrnos jubeln – und sorgte damit für eine Premiere: Zweimal hintereinander hatte bei der Hessenrundfahrt zuvor noch niemand gewonnen.

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