Sie haben sich um die Jugendarbeit besonders verdient gemacht: Dr. Harald Schmid (links) bei der Überreichung des nach ihm benannten Preises für die Vertreter des Handballvereins HSV Nidderau und des Deutschen Alpenvereins Hanau. Rechts Nils Galle von der Sparkasse. Foto: Robert Giese

Region Hanau

Dr.-Harald-Schmid-Preis: Alpenverein und HSV Nidderau gewürdigt

Sport allgemein. Höher, schneller, weiter – beim Sport geht es häufig um Bestleistungen und Rekorde. Ein viel grundlegenderer Aspekt des Sports stand am Mittwochabend bei der Verleihung des Dr. Harald-Schmid-Preises bei der Hanauer Sparkasse im Fokus, nämlich die Förderung vorbildlicher Jugendarbeit.

Von Robert Giese

Für zwei Vereine lohnte sich ihr Engagement um den sportlichen Nachwuchs nun gleich doppelt: den HSV Nidderau und den Deutsche Alpenverein (DAV) aus Hanau. Sie konnten sich über den mit jeweils 2000 Euro dotierten Preis freuen.

Schmid, der die Laudatio für die beiden Vereine hielt, kennt beide Seiten: Einerseits war er als Hürdenläufer selbst in der absoluten Weltspitze und holte unter anderem zwei Bronzemedaillen bei den Olympischen Spielen. Andererseits engagiert sich Schmid seit Jahren in der Nachwuchsförderung und weiß daher, „dass es im Grunde darum geht, den Kindern und Jugendlichen ein positives Lebenskonzept zu vermitteln. Das geschieht einerseits durch die Eltern, andererseits aber auch durch Sportvereine.“

Krafttraining beim Alpenverein

Besonders verdient gemacht um die Nachwuchsarbeit hätten sich diesmal der HSV Nidderau und der Deutsche Alpenverein aus Hanau, die freilich gänzlich unterschiedliche Ansätze wählten, um Nachwuchssportler zu begeistern: Während die Nidderauer Handballer ihre Jugendabteilung von klein auf neu aufbauten, boten die Kletterer des Alpenvereins Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen die Möglichkeit, sich beim Sport ihrer eigenen Fähigkeiten richtig bewusst zu werden.

„Wir hatten Jugendliche, die sich nichts zugetraut haben, als sie zu uns kamen“, schilderte ein Vertreter des Alpenvereins die Erfahrungen aus ihrem Projekt, „aus denen sind nach einigen Monaten Menschen geworden, die wahnsinnig stolz auf ihre erreichten Leistungen sind.“ Gerade das Krafttraining, das beim Alpenverein angeboten werde, habe erheblich dazu beigetragen, das Selbstvertrauen der Jugendlichen nachhaltig zu stärken.

Selbstvertrauen stärken – das sei eine der drei wichtigen Botschaften, die Sportvereine vermitteln sollen, wie Schmid betonte: „Es geht darum, was Kinder und Jugendliche sich zutrauen, wie gut sie sich selbst kennen, aber auch um deren soziale Kompetenz.“ Sportlicher Erfolg sei dabei nicht primär, vielmehr stehe die Vermittlung von Werten im Vordergrund, wie auch Landrat Thorsten Stolz in einem Grußwort anmerkte: „Das ist die absolute Basisarbeit, und deshalb ist die Förderung dieser Arbeit auch für den Main-Kinzig-Kreis eine Herzensangelegenheit.“

Preisgeld in Nachwuchsförderung stecken

Nils Galle, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hanau, sah den mit 2000 Euro dotierten Preis daher auch als „Ansporn und Motivation für die Vereine, weiter engagiert an der Förderung von Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.“ Für die Handballer des HSV Nidderau jedenfalls ist der Preis erst einmal die Würdigung der Arbeit der vergangenen drei Jahre, als sie ihre Jugendabteilung praktisch komplett neu aufbauten – und statt damals einem Dutzend nun knapp hundert Nachwuchssportler in ihren Reihen haben.

„Wir haben bei den Kleinsten angefangen, in der Grundschule oder im Kindergarten“, erzählt Ramon Kliehm vom HSV, „und dort erst einmal mit Konzepten wie der Heidelberger Ballschule grundlegende Motorik vermittelt.“ Ihrem Ziel, 150 Kinder und Jugendliche im Verein zu haben, sind die Nidderauer auch dank vieler engagierter Vereinsmitglieder mit Trainerschein deutlich näher gekommen, sehen sich damit aber noch nicht am Ende des Weges. „Letztlich geht es uns darum, eine breite Basis aufzustellen“, so Kliehm; das Preisgeld wollen die Nidderauer daher gleich wieder in die Nachwuchsförderung stecken.

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