Hochkonzentriert: Die Hüttengesäßerin Doreen Vennekamp hat bei der Weltmeisterschaft der Sportschützen in Südkorea zwei Bronzemedaillen geholt. Fotos: Deutscher Schützenbund

Ronneburg

Doreen Vennekamp schießt Quotenplatz für Tokio 2020

Sportschießen. Die Sportschützin Doreen Vennekamp aus Hüttengesäß hat bei der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Changwon zwei Bronzemedaillen gewonnen. Durch den dritten Rang im Sportpistolen-Wettbewerb hat sich Vennekamp auch einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gesichert.

31 Ringe reichten der 23-jährigen Sportsoldatin mit der Sportpistole über 25 Meter zur Bronzemedaille in der Einzelwertung. Es sollte nicht die einzige Medaille für Vennekamp werden. In der Teamwertung sicherte sie sich gemeinsam mit Monika Karsch und Michelle Skeries ebenfalls den dritten Platz.

Im Finale zeigte sich Vennekamp in Bestform und fand bereits von Beginn an ihren Rhythmus. Mit der dritten Fünferserie in Folge schob sie sich auf den dritten Platz, den sie dann nicht mehr hergab. Nur einmal erzielte sie im Finale weniger als drei Treffer, ansonsten zeigte sie sich bemerkenswert treffsicher.

Von Aufregung nichts zu spüren

Nach dem Finale war Vennekamp überglücklich: „Ich hatte ein super Jahr und das war die absolute Krönung, hier bei der Weltmeisterschaft zu zeigen, was ich kann. Ich bin stolz auf mein Team und richtig glücklich, mit zwei Medaillen nach Hause zu fahren“, wird Vennekamp in einer Mitteilung des Deutschen Schützenbundes zitiert.

Bei ihrer WM-Premiere ließ sich die Ronneburgerin auch von der Atmosphäre nicht beeindrucken. „Die Stimmung in der Halle mit den Zuschauern – das war ein total geniales Gefühl“, erklärte sie. Von Aufregung war bei ihr nichts zu spüren. „Wenn ich die Sportpistole in der Hand habe, fühle ich mich einfach wohl. Wir sind dann Eins und dann geht es rund. Ich genieße das Gefühl eher, als dass ich aufgeregt bin“, so Vennekamp.

Für Olympia 2020 qualifiziert

Ganz besonders bedeutend für Vennekamp: die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte sie Anfang 2017 verraten, dass die Teilnahme an den Spielen für sie der große Traum sei. Allerdings hatte sie damals noch nicht damit geplant, bereits 2020 dabei zu sein. Vielmehr waren die Spiele 2024 das große Ziel, nun ist Vennekamp bereits vier Jahre vorher sicher dabei.

Auch der Jubel in der Heimat dürfte groß gewesen sein. Als 14-Jährige fand Vennekamp über ihren Vater den Weg zum SV Hubertus Hüttengesäß und machte dort erste Erfahrungen im Schießen. Schnell stellte sie sich mit der Luftpistole als wahres Naturtalent heraus. Es folgten Siege bei Kreis-, Bezirks- und Hessenmeisterschaften. Auch bei Deutschen Meisterschaften war Vennekamp nicht aufzuhalten und stand regelmäßig auf dem Treppchen. Bei der Junioren-Europameisterschaft 2012 wurde Vennekamp Dritte.

Vor der WM Kreuzband gerissen

2016 folgte dann der vorläufige Höhepunkt in der rasanten Karriere der Hüttengesäßerin. Bei den Militär-Weltmeisterschaften in Katar holte sie gleich zwei Goldmedaillen in der Teamwertung. Mit der Sportpistole und der Militär-Schnellfeuerpistole waren Vennekamp und Co. nicht zu schlagen. Bereits damals in ihrem Team: Michelle Skeries aus Frankfurt/Oder, mit der sie nun auch die Bronzemedaille in der Teamwertung gewinnen konnte.

Bemerkenswert waren auch die Umstände, unter denen Vennekamp schoss. Drei Wochen vor der Militär-WM hatte sie sich das Kreuzband gerissen. Sie biss dennoch auf die Zähne und wurde für ihren Einsatz belohnt. Nun hat sie ihrer Vita zwei weitere Erfolge hinzugefügt – und sich ihren großen Traum von den Olympischen Spielen erfüllt. bel

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