Stammgäste bei den Landesmeisterschaften der Cheerleader: die Sportlerinnen der Turngemeinde Hanau, die von Trainerin Monique Ansmann (rechts) auf ihre Wettkämpfe vorbereitet werden. Archivfoto: Kalle Meyer

Hanau

Cheerleading: Eine der gefährlichsten Sportarten der Welt

Cheerleading. Spektakulär, aber nicht ganz ungefährlich: Bei der Landesmeisterschaft werden am kommenden Samstag ab 12.45 Uhr insgesamt 42 Mannschaften aus Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz atemberaubende Stunts vorführen sowie akrobatische Kunststücke und Tänze präsentieren.

Von Jasmin Jakob

An den Start gehen auch drei Teams der Turngemeinde Hanau, die „BNG Flames“, das Team „Glimmerous“ und das Junior-Doubel „SaFirah“. Für die Hanauer wird es in der August-Schärttner-Halle ein Heimspiel, denn die Meisterschaft wird von den Hornets ausgerichtet.

Die Cheerleaderinnen der TG Hanau sind in diesem Jahr zwischen sechs und 16 Jahren alt und haben nach Altersstufen verschiedene Pflichtelemente und Schwierigkeitsstufen zu bewältigen. Wer beim Wettkampf in seiner Altersklasse gut abschneidet, kann sich für die deutschen Meisterschaften qualifizieren.

Das ist auch das Ziel der „BNG Flames“, die mit 17 Tänzerinnen an dem Wettbewerb teilnehmen werden. Das Team erreichte im vergangenen Jahr in der Kategorie der unter 17-Jährigen den ersten Platz. Trainerin Monique Ansmann hat dem Team in diesem Jahr hohe Ziele gesteckt: „Wir wollen keinen Rückschritt machen und an den Erfolg vom Vorjahr anknüpfen.“

Turnerische, akrobatische und tänzerische Elemente

Im Vorfeld achtet sie genau darauf, dass die turnerischen, akrobatischen und tänzerischen Elemente sitzen: „Das Cheerleading gehört zu den gefährlichsten Sportarten der Welt“, sagt Ansmann. Das Verletzungspotenzial sei hoch, der Sport körperlich sehr anspruchsvoll. Aber Ansmann ist sich sicher, dass ihre Mädels in der besonderen Wettkampfsituation wieder über sich hinauswachsen und aufeinander Acht geben werden. „Kleine Schwächen werden als Team kompensiert und die Kommunikation funktioniert wie ein Uhrwerk. Alle haben das Ziel, Erste zu werden, und das schönste Erlebnis ist, gemeinsam zu siegen.“

Vor rund 700 Zuschauern gilt es für die „BNG Flames“ die Nerven zu behalten. Bei ihrem Auftritt sind zweieinhalb Minuten vollste Konzentration gefordert. Denn die Choreografie von Trainerin Ansmann hat es in sich: Hebefiguren mit komplizierten Würfen, schnelle Schrittfolgen und das Bodenturnen verlangen den Tänzerinnen einiges ab, die sich selbst viel zu- und ihren Teammitgliedern blind vertrauen müssen, um sich zum Beispiel mit einem Salto in die Luft werfen zu lassen. „Ich versuche natürlich, das Beste rauszuholen, um es ansprechend für das Publikum zu machen, natürlich im Rahmen der Möglichkeiten der Kinder“, sagt Ansmann. „Der Sport lebt von der Perfektion und es muss so aussehen, als wäre das nichts.“

Ein Jahr lang hat sich das Team auf den Auftritt vorbereitet. Doch erst am vergangenen Samstag, eine Woche vor dem großen Wettkampf, haben die 17 Mädchen die Choreografie in einem Stück durchgetanzt. „Erst müssen die einzelnen Segmente so ausgefeilt wie möglich sein.“ Dabei hat jedes seine eigenen Herausforderungen, wie etwa, dass beim „Cheer“, dem eigentlichen Motivationstanz Stimme, Lautstärke und die Bilder, die man mit Pompons und Schildern erzeugt, passen.

Vollkommen neue Erfahrungen

Knapp die Hälfte des Teams hat bereits an den Wettkämpfen teilgenommen, für den Rest ist diese Erfahrung vollkommen neu. Doch das Lampenfieber macht vor keinem halt, erzählen Helene (15) und Hanna (16). Sie haben schon an die zehn Mal an Meisterschaften teilgenommen und freuen sich bereits auf die neue Herausforderung und begeistern sich für den Sport: „Ich liebe Turnen und Tanzen, das Cheerleading ist die perfekte Mischung aus beidem“, sagt Helene. Und das findet auch Hanna: „Der Sport ist so vielseitig, dass er für mich mehrere Hobbys in einem ist.“

Veranstaltet werden die Landesmeisterschaften von der Cheerleader Vereinigung Deutschland an stets wechselnden Orten. Mittlerweile ist es für die hessischen Lan- desmeisterschaften aber schon fast Tradition, dass sie vom American Sports Club (ASC) in Hanau, genauer von den Hornets, ausgerichtet werden. In den knapp 25 Jahren, in denen es die Landesmeisterschaft Mitte (Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz) gibt, hat der Verein schon zum 16. Mal die Halle hergerichtet und die Karten verkauft.

Dabei kümmert sich Hornets-Geschäftsführer Rudolf Freye um die Koordination der Fachfirmen, die in der August-Schärttner-Halle für Licht und Ton sorgen, „damit die Akteure auch richtig in Szene gesetzt werden“, sagt er.

Einen besonderen Stellenwert

Auch der 14 mal 14 Meter breite Tanzboden wird extra von einer Firma geliefert und von Vereinsmitgliedern einen Tag vor dem Wettkampf verlegt. Der hat bei dem Wettkampf auch für Ansmann einen besonderen Stellenwert: „Der sprungunterstützende Boden gibt beim Wettkampf ordentlich Power mit.“ Auch der ASC feierte wie Ansmann mit ihren Teams in der Vergangenheit einige Erfolge bei deutschen und europäischen Meisterschaften. So gewannen die Hornets-Cheerleader zahlreiche hessische Meistertitel und belegten bei deutschen Meisterschaften regelmäßig vordere Plätze. „Der Höhepunkt war die deutsche Meisterschaft in der Kategorie 'Group Stunt Senior CoEd' im Jahr 2010 und die Teilnahme an der europäischen Meisterschaft in Helsinki“, sagt Ilja Peer Tripp, ein Sprecher des Vereins.

Die Abteilung löste sich allerdings 2014 auf. Doch seit Ende des vergangenen Jahres bauen die Hornets ihre Cheerleader-Abteilung wieder auf. „Die Abteilung steckt derzeit noch in den Kinderschuhen“, so Tripp. „Unser Ziel ist es, Mädchen und Jungs ab 14 Jahren für diesen Sport zu begeistern und die Abteilung im Verein wieder zu etablieren. Perspektivisch ist natürlich auch die Teilnahme an einer Meisterschaft geplant, ob dies bereits im kommenden Jahr gelingt, lässt sich noch nicht abschätzen.“ Eines steht aber schon jetzt fest: Die Hornets werden die Landesmeisterschaft Mitte auch im kommenden Jahr wieder in Hanau ausrichten.

Tickets für die Landesmeisterschaften im Cheerleading am kommenden Samstag in der August-Schärttner-Halle gibt es für 15 Euro über die Tickethotline der Hornets unter 0 61 81/2 11 90 oder 01 71/4 74 80 33 oder per Mail: vertriebsgmbh-@aol.com. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. An der Tageskasse wird ein ausreichendes Kontingent an Eintrittskarten zur Verfügung gestellt. Der Einlass ist ab 11.30 Uhr, die Sitzplatzwahl ist frei. Los geht es um 12.45 Uhr.

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