Gefragt: Der Rodenbacher Kalli Flach war auch bei seiner letzten Teilnahme am Brüder-Grimm-Lauf im Mittelpunkt. Foto: Robert Giese

Leichtathletik

35. Brüder-Grimm-Lauf: Kalli Flach startete zum letzten Mal

Leichtathletik. Seit 35 Jahren gibt es den Brüder-Grimm-Lauf, der an drei Tagen über fünf Etappen quer durch den Main-Kinzig-Kreis führt, und ebenso lange nimmt Kalli Flach daran teil.

Von Robert Giese

Künftig muss der Brüder-Grimm-Lauf allerdings ohne seinen treuesten Teilnehmer auskommen, denn bei der 35. Auflage am vergangenen Wochenende startete der 81-Jährige zum letzten Mal – auch wenn er seine Laufschuhe noch längst nicht an den Nagel hängen will.

Die Gesamtstrecke von Hanau bis nach Steinau nahm Flach dieses Mal allerdings nicht mehr in Angriff: „Das wird zu viel für mich“, merkte der selbsternannte „Serientäter“ an, „deshalb bin ich diesmal nur eine Etappe mitgelaufen.“

Ein Heimspiel zum Abschied

Für seinen Abschied hatte sich Flach die Dornröschen-Etappe herausgepickt, die von Niederrodenbach bis nach Neuenhaßlau führt – für den Rodenbacher also praktisch ein Heimspiel. Flach bewältigte die rund 14 Kilometer lange Strecke in 1:49:22 Minuten und war damit sogar sieben Sekunden schneller als im Vorjahr. „Das Wetter war gut“, merkte Flach mit Blick auf die moderaten Temperaturen am Wochenende an, „aber ich hatte schwere Beine. Ich habe unter der Woche ein paar Tempoläufe gemacht, da war die Regenerationszeit wohl zu kurz.“

Mit kurzen Regenerationszeiten mussten auch die rund 500 anderen Läufer zurechtkommen, schließlich waren an drei Tagen insgesamt über 80 Kilometer zu bewältigen. Die Veranstalter hatten jedoch vorgesorgt und boten zwischen den Etappen unter anderem Massagen und eine Nudelparty an, um die Läufer wieder munter zu machen.

Ob es an dieser Rundum-Versorgung lag oder doch an den nicht zu hohen Temperaturen, in diesem Jahr erwiesen sich die Läufer als ausgesprochen munter, gleich drei Athleten blieben unter einer Gesamtzeit von fünf Stunden: Neben Gesamtsieger Moritz Weiß von der LGV Marathon Gießen, der insgesamt 4 Stunden, 52 Minuten und 39 Sekunden benötigte, knackten auch der Vorjahreszweite Björn Kuttich von den Offenbacher Yeti-Jägern und David Schön vom TSV Krofdorf-Gleiberg die Fünf-Stunden-Marke – Schön bestätigte wie Kuttich seine Vorjahresplatzierung und wurde Dritter.

Zwei der schnellsten Läuferinnen

Auch bei den Frauen landeten zwei der drei schnellsten Läuferinnen auf dem gleichen Rang wie im vergangenen Jahr, Katrin Herbrik vom Team Bergfrösche siegte gar zum dritten Mal in Folge, diesmal in 5:38:56 Stunden. Ihr folgte Franziska Baist vom TV Steinau LT, die wie schon im vergangenen Jahr Zweite wurde, vor Laura Martin von der Multisport Academy.

Trotz vieler Wiederholungstäter im Teilnehmerfeld dürfte Flachs Serie aber nicht so schnell in Gefahr geraten, wie der Rekordläufer glaubt: „Konkurrenten sind eigentlich kaum in Sicht, zumal Uli Amborn“, so Flach mit Blick auf seinen ärgsten Verfolger, „in diesem Jahr ja nicht starten konnte. Ich weiß nicht, ob irgendjemand noch einmal auf so viele Läufe kommt wie ich.“ Seine Laufschuhe wird Flach aber trotz seines Abschieds vom Brüder-Grimm-Lauf nicht an den Nagel hängen, im Gegenteil: „Ich bin immer sechs Monate im Jahr auf Mallorca und nehme da an rund 20 Läufen teil“, verrät Flach, der auch weiterhin „eigentlich jedes Wochenende einen Lauf“ in Angriff nimmt.

Dass ausgerechnet der Brüder-Grimm-Lauf künftig nicht mehr darunter sein wird, hat einen ganz speziellen Grund: „Ich wollte schon immer mal den Appalachian Trail in den USA bewältigen, aber für die 3600 Kilometer lange Strecke werde ich ungefähr sechs Monate benötigen und muss spätestens Anfang April starten. Bisher kam da immer der Brüder-Grimm-Lauf dazwischen“, sagt Flach und lacht.

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