Lena Heun und der Bruchköbeler Nick Wüstenhagen vom DSK Junior Team wurden im Endklassement Zweiter. Foto: Privat

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Bruchköbeler Nick Wüstenhagen steigt in höhere Rennserie auf

Motorsport. Nick Wüstenhagen vom DSK Junior Team hat mit dem letzten Rennwochenende in Monza die Saison in der Mitjet German Series (NES5000-Klasse) beendet. Obwohl der Bruchköbeler wegen technischer Probleme keines der vier Rennen in Italien zu Ende fuhr, belegt er mit seiner Teamkollegin Lena Heun im Endklassement Rang zwei. 

Von David LindenfeldAufgrund der guten Leistungen in seiner Debütsaison darf Wüstenhagen im kommenden Jahr in einer höheren Rennserie starten und ist damit seinem Traum von der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft wieder einen Schritt näher gekommen.

Manchmal muss sich der 20-Jährige noch selbst kneifen, wenn er darauf zurückblickt, was er in diesem Jahr alles erreicht hat. „Das ist ein Traum, der wahr geworden ist“, sagt Wüstenhagen zum Beispiel über seinen Start auf der prestigeträchtigen Formel-1-Strecke in Monza, von dem er bereits als Kind vor dem Fernseher träumte.„Ein Wochenende zum Vergessen“Anfang des Jahres überzeugte der Bruchköbeler bei einem Sichtungslehrgang des Deutschen Sportfahrer Kreises (DSK) die Verantwortlichen von seinen Fähigkeiten – dann ging mit dem Einstieg in die Mitjet German Series alles ganz schnell. Obwohl er und seine Teamkollegin Lena Heun das erste Rennen verpassten, verschaffte sich das DSK Junior Team mit starken Platzierungen in Oschersleben, Magny Cours (Frankreich) und Hockenheim eine gute Ausgangsposition für das letzte Rennwochenende in Monza.

Hoch ambitioniert machte sich das Duo gemeinsam mit seinem Mechaniker-Team auf den Weg zur Rennstrecke im Königlichen Park von Monza, wo alle Beteiligten aufgrund technischer Probleme am Auto „ein Wochenende zum Vergessen“ erlebten. „Das gehört im Motorsport auch mit dazu. Es kommt eben nicht nur auf die Fahrerleistung, sondern auch auf die Maschine an“, weiß Wüstenhagen, der sich in seiner Jugend bereits im Kartfahren deutschlandweit einen Namen machte.Viel vorgenommenIn den freien Trainings am Freitag und im Qualifying am Samstag lief noch alles gut für den jungen Bruchköbeler, der mit seinem 225 PS starken Boliden die siebtschnellste Zeit unter den 21 Fahrern fuhr. „Ich habe mich schnell an die Strecke gewöhnt und gemerkt, dass wir auch bei der italienischen Meisterschaft vorne mitfahren können“, sagt der Rennfahrer mit Blick darauf, dass es die Rennserie in Italien schon viel länger gibt als in Deutschland und ergänzt: „Direkt mit den Profis vorne mitkämpfen zu können, ist schon ein Wahnsinnsgefühl.“

Mit dem siebten Startplatz in der Tasche hatte sich das DSK Junior Team für die vier 20-minütigen Rennen viel vorgenommen: „Wir waren eigentlich sehr optimistisch, dass wir in den Rennen angreifen können“, berichtet Wüstenhagen, der sein Auto jedoch bereits nach der Einführungsrunde im Samstagsrennen abstellen musste, weil ein Plastikteil aufgrund einer gebrochenen Auspuffhalterung brannte.Probleme mit der GetriebekalibrierungFür die drei Rennen am Sonntag wurde das Junior Team des DSK in die hintere Reihe der Startaufstellung versetzt. Lange dauerte es nicht, bis sich Wüstenhagen im ersten Sonntagsrennen auf Platz 15 vorkämpfte – dann streikte die Getriebekalibrierung.

„Der fünfte und der sechste Gang ließen sich nicht mehr richtig einlegen. Das wurde immer schlimmer, deshalb musste ich das Auto nach der fünften Runde abstellen.“ Auch das dritte und das vierte Rennen konnte Wüstenhagen aufgrund technischer Probleme mit dem Kraftstofffilter nicht zu Ende fahren.Dem großen Traum wieder ein Stück näherDass das DSK Junior Team trotz der verpassten Punkte am ersten und letzten Wochenende im Endklassement der German Mitjet Series (NES500-Klasse) Rang zwei belegt, macht den 20-Jährigen stolz: „Wir hätten nie damit gerechnet, dass es im ersten Jahr schon so gut läuft.“

Zur Belohnung für die gute Debütsaison gab es für Wüstenhagen ein weiteres Jahr Vertrag beim DSK Junior Team. Zudem teilte ihm der Teamchef in Monza mit, dass er kommende Rennsaison in eine höhere Nachwuchsrennserie einsteigen soll, wo mit zuverlässigeren Tourenwagen gefahren wird. „Wir müssen nur noch schauen, welche Rennserie die richtige ist“, so Wüstenhagen, der seinem großen Traum von der DTM wieder ein Stück näher gekommen ist.

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