Boxen

Bormann verteidigt WM-Titel im Halbfliegengewicht

Boxen. Sarah Bormann hat ihre weiße Weste auch im elften Kampf als Profi bewahrt.

Von Oliver Kraus

Gegen die Französin Anne Sophie Da Costa zeigte sich die 29-jährige amtierende Halbfliegengewichts-Weltmeisterin (Gewichtsklasse bis 48,99 Kilogramm) aus Nidderau vergangenen Samstag in Frankfurt über zehn Runden konditionell voll auf der Höhe und verteidigte einstimmig nach Punkten ihre Gürtel der Boxverbände GBU (Global Boxing Union) und WIBF (Women’s International Boxing Federa-tion) zum dritten Mal erfolgreich.

Von Anfang an dominierend

In der Fraport-Arena trieb die Sportlerin der TGH ihre mit 36 Jahren durchaus erfahrene Gegnerin vom ersten Rundengong an vor sich her, deckte Da Costa phasenweise mit wuchtigen Schlagkombinationen zum Körper zu und überzeugte mehrfach mit schnellen, explosiven Attacken gegen den Kopf.

„Es war super, in so einer großen Halle zu boxen. Ich hatte viele Fans von meinem Verein dabei. Es hat Spaß gemacht. Es war eine super Atmosphäre“, freute sich die Linksauslegerin nach ihrem Kampf, der nicht nur Werbung für den Frauen-Boxsport war, sondern vor allem über die gesamten zwanzig Minuten im Ring eine Machtdemonstration der schlagstarken Bäckerei-Fachverkäuferin.

So machte auch Deutschlands Box-Ikone Regina Halmich am Sport1-Mikrofon bei Bormanns erstem Live-TV-Auftritt einen Klassenunterschied aus, während sie deren Kontrahentin einzig eine gute Nehmerfähigkeit attestieren mochte. Zu groß war das Leistungsniveau der konzentriert agierenden hessischen Lokalmatadorin vor heimischem Publikum, der das teils ungestüme Anlaufen ihrer Gegnerin ebenfalls in die Karten spielte.

Kein volles Risiko

So bestätigte die gelernte Chemisch-Technische Assistentin dann auch, „dass ich früh wusste, dass sie mir liegt. Ich habe dann einfach mein Ding ohne Hektik durchgezogen.“ Wobei Bormann im letzten Drittel des Kampfes auch nicht mehr zu viel riskierte und davon absah, auf einen K.o. zu gehen. „Mir war klar, dass sie hart ist. Sie ist schon lange Profi und bringt reichlich Erfahrung mit. Außerdem hat sie nie vorzeitig verloren. Ich habe bemerkt, dass sie am Ende nachgelassen hat, aber Respekt, dass sie bis zum Schluss durchgehalten hat.“

Durch ihren imponierenden Auftritt dürfte sich die beim TS Fight Sportmanagement unter Vertrag stehende Athletin auch in eine gute Ausgangsposition für kommende Aufgaben gebracht haben. Denn nicht nur Halmich wünschte sich als TV-Expertin einen baldigen härteren Brocken für die vierfache deutsche Meisterin. Auch Bormann, die seit Beginn ihrer Karriere von Benjamin Romero trainiert wird, strebt gewohnt ehrgeizig und zielstrebig nach mehr.

„Ich denke, dass ich in den nächsten drei Monaten noch einmal in den Ring steige. Dann würde ich gerne am Ende des Jahres einen Vereinigungskampf bestreiten. Am liebsten gegen Yesenia Gomez.“ Die 23-jährige Mexikanerin (15–5–3) ist amtierende Weltmeisterin der WBC (World Boxing Council) und liegt als Fünfte der Weltrangliste vor Bormann, die durch ihren Sieg am Samstag auf Platz 21 rangiert. Bis aber der nächste Bout bevorsteht, wird Bormann regenerieren: „Auch wenn ich gleich wieder in den Ring steigen könnte, steht jetzt erst einmal eine Woche Ruhe auf dem Programm. Dann werde ich wieder mit dem Training beginnen.“

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