Maintal

Blick zurück: Bundesligaflair am Waldsportplatz

Fußball. Der Waldsportplatz von Kewa Wachenbuchen war im Mai 1969 das Revier von zahlreichen Autogrammjägern, denn damals gastierten dort zu einem Freundschaftsspiel die Offenbacher Kickers.

Der OFC spielte zu diesem Zeitpunkt seine erste Bundesliga-Saison und brachte zum formstarken Klub aus Wachenbuchen sämtliche Leistungsträger mit – dementsprechend deutlich fiel auch das Ergebnis aus.

Das Duell zwischen Wachenbuchen und dem Traditionsverein aus Offenbach war jedoch nicht das erste Freundschaftsspiel zwischen den beiden Clubs, denn bereits 1936 hatten OFC und Kewa die Klingen gekreuzt, die Partie auf dem Bieberer Berg endete damals 6:0 für die Kickers. Wachenbuchen hatte zur Zeit des ersten Freundschaftsspiels seine sportlich erfolgreichste Zeit und spielte wie auch die Kickers in der Gauliga, der damals höchsten deutschen Spielklasse; allerdings traten die Mannschaften in unterschiedlichen Staffeln an.

1969 nun trennten OFC und die Wachenbuchener einige Ligen, denn während die Offenbacher gerade ihre erste Bundesliga-Saison bestritten, lief die Kewa in der Kreisliga A auf. Dort spielte Wachenbuchen allerdings eine starke Saison und war als Tabellendritter mittendrin im Rennen um die Meisterschaft, zudem hatte sich der Verein unlängst den Kreispokal geholt. Zum prestigeträchtigen Duell kam es, weil Kewa-Mitglied Willi Tag seine Kontakte zu Willi Keim spielen ließ, der Assistenztrainer beim OFC war.

Wie versprochen traten die Offenbacher am auf Hochglanz gebrachten Waldsportplatz in Bestbesetzung an und lieferten sich ein „technisch hochstehendes Spiel“ mit den Hausherren, in dem zunächst vor allem der Bundesligist überzeugen konnte. Vor 1200 Zuschauern ging der OFC mit einer komfortablen 4:0-Führung in die Pause, während der Halbzeitpause sorgte das Wachenbuchener Schülerblasorchester für Unterhaltung – dieses hatte nicht nur viele Kewa-Jugendspieler in seinen Reihen, sondern hatte bei der Musikolympiade 1966 auch die Silbermedaille geholt.

Nach dem Seitenwechsel ging es in Wachenbuchen deutlich gemächlicher weiter: Der OFC schaltete nun in den Schongang, während sich die Kewa zwar eifrig mühte, der Offenbacher Schlussmann bei den wenigen Angriffsaktionen der Gastgeber aber „auf Draht“ war.

Letztlich setzte sich Offenbach glasklar mit 7:0 durch, doch das war eher Nebensache. In besonderer Erinnerung dürfte die Partie gegen den Bundesligisten Willi Schmidt I. geblieben sein, der sein 750. Spiel für Wachenbuchen bestritt und für diese Ausnahmeleistung gesondert geehrt wurde. rob

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