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Ball des Sports: Erlenseer kümmert sich um die Medienvertreter

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Ansprechpartner für alle Pressevertreter: Markus Respondek aus Erlensee ist als Manager Kommunikation bei der Deutschen Sporthilfe ein gefragter Mann beim Ball des Sports in Wiesbaden. Aufmerksame Zeitungsleser kennen ihn auch als erfolgreichen Sportler des Tria-Teams Bruchköbel. Fotos: David J. Kirchgeßner
Ansprechpartner für alle Pressevertreter: Markus Respondek aus Erlensee ist als Manager Kommunikation bei der Deutschen Sporthilfe ein gefragter Mann beim Ball des Sports in Wiesbaden. Aufmerksame Zeitungsleser kennen ihn auch als erfolgreichen Sportler des Tria-Teams Bruchköbel. Fotos: David J. Kirchgeßner

Erlensee/Wiesbaden. Der Ball des Sports ist eine der wichtigsten Benefizveranstaltungen Europas. Knapp 750.000 Euro sammelt die Deutsche Sporthilfe zur Athletenförderung ein. Verantwortlich dafür, dass die Pressevertreter unter bestmöglichen Bedingungen über den Galaabend berichten können, ist Markus Respondek (27) aus Erlensee.

Von David J. Kirchgeßner

Wir haben ihn bei seiner Arbeit beim „Ball der Bälle“ am Samstagabend im Rhein-Main-Congress-Center in Wiesbaden begleitet.

„Herr Respondek, so jung hätte ich mir Sie gar nicht vorgestellt“, sagt ein Journalist, als er den blonden 27-Jährigen im eleganten Smoking am Akkreditierungsschalter begrüßt, wo sich Pressevertreter ihre Zugangskarte für den Abend abholen. Das mag daran liegen, dass Respondek nicht nur am Telefon Erfahrung und Kompetenz ausstrahlt. Bereits im dritten Jahr ist der Kommunikations-Manager bei der Deutschen Sporthilfe mittlerweile Ansprechpartner für alle Pressevertreter beim jährlichen Ball des Sports und verantwortlich für die Akkreditierung.

Er entscheidet: Wer darf in den Ballsaal, wer nicht? Wer darf wann und wo filmen oder fotografieren? Für TV-Teams organisiert er Interviewpartner und geeignete Plätze für ungestörte Interviews. „Wir arbeiten den Pressevertretern zu.“ Auch technische Fragen zur Beleuchtung oder dem WLAN im Pressezentrum nimmt er in die Hand. „Einfach schauen, dass alles funktioniert“, beschreibt er seine Aufgaben an diesem Abend.

Ansprechpartner für fast alles

Fast 200 Journalisten, Fotografen und Kameraleute haben sich zum 49. Ball des Sports angemeldet. Alle wichtigen lokalen und überregionalen Medien sind vor Ort. Mit fast allen von ihnen hatte der passionierte Triathlet im Vorfeld direkten Kontakt. Viele der Pressevertreter kennt er mittlerweile auch persönlich – man duzt sich. „Der Markus kennt mich“, sagt ein Reporter des ZDF, als er mit seinen Kollegen ins Pressezentrum kommt.

Grundsätzlich stehen an diesem Abend die Ballgäste und ihr Wohlbefinden im Vordergrund. Daher dürfen nur die eigenen Fotografen des Veranstalters während des offiziellen Programmteils in den Ballsaal. Doch nicht immer halten die sich an die Regeln. An eine Anekdote erinnert sich der 27-Jährige besonders gerne: „Einmal war das Pressezentrum direkt am Ballsaal, nur durch eine acht Meter hohe Wand getrennt.“

Um 17 Uhr streikt die Kaffeemaschine

Um trotzdem Filmaufnahmen aus dem Ballsaal zu bekommen, „hat ein Kameramann eine GoPro (eine Mini-Actionkamera, Anm. D. Red.) ausgepackt und an einen Verlängerungsarm montiert – und dann noch einmal eine Verlängerung dran geschraubt. Damit hat er dann über die Wand gefilmt. Das fanden wir schon witzig. Und das war auch okay, da die Gäste nicht gestört wurden. Das ist für uns das Wichtigste.“

Seit knapp zwei Stunden ist der Erlenseer im Einsatz, als um 17 Uhr die Kaffeemaschine streikt. „Kein Kaffee mehr um diese Uhrzeit, das wäre schlecht“, sagt Respondek und lacht. Er kennt seine Kollegen. Praktischerweise hat der Hersteller einen Stand in der Erlebniswelt, in der die Ballgäste nach dem offiziellen Programm flanieren und verschiedene Produkte aber auch Sportarten ausprobieren können. Mit einem Anruf wird der Techniker informiert.

2014 zur Sporthilfe gekommen

Als gegen 18 Uhr die Sportler und Gäste über den Roten Teppich in den Ballsaal kommen, wird es im Pressezentrum etwas ruhiger – die Gelegenheit, noch eine Pressemitteilung zu verschicken. Denn der Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Werner E. Klatten, hat beim Vorempfang zum Ball des Sports im Museum Wiesbaden das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Zur Deutschen Sporthilfe kam Respondek im April 2014 zunächst als Praktikant nach dem Sportmanagement- und Kommunikationsstudium an der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Ich habe schon im Vorstellungsgespräch ganz selbstbewusst gesagt, dass ich da bleiben will. Und dann habe ich mich wohl nicht ganz dumm angestellt.“

Presseschau anfertigen

Nachdem alle Gäste da sind und das offizielle Programm mit Moderator Johannes B. Kerner und von den Promiköchen Johann Lafer und Nelson Müller zubereiteten Essen beginnt, wird im Foyer umgebaut. Das sorgt für Spannungen, denn nicht alle Pressevertreter halten sich an die vorgegebenen Absperrungen. So muss der Erlenseer zwischen dem Fotografen einer großen Zeitung und einem übereifrigen Security-Mitarbeiter schlichten.

Ab 20.30 Uhr kommen die letzten Journalisten an, die zuvor noch beim Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund waren. Dann hat auch der 27-Jährige Gelegenheit, kurz durchzuschnaufen. „Ich muss mich mal setzen“, sagt er und nimmt wieder am Akkreditierungsschalter Platz, um direkt am Laptop nachzuschauen, was aktuell über den Ball berichtet wird. „Die ausführliche Presseschau mache ich dann am Montag.“

Respondek kennt die meisten Namen

Immer wieder fragen ihn Fotografen nach den Namen von Gästen, die sie auf ihren Bildern nicht zuordnen können. Er scheint fast jeden zu kennen – zumindest bei den Sportlern. „Man wird immer besser mit den Jahren. Wenn man dann 19 von 20 Sportlernamen weiß, das ist cool.“ Bei einer der abgelichteten Schönheiten ist aber auch er ratlos. „Das ist keine Sportlerin. Da muss ich passen. Bei Gesellschaft kenne ich mich nicht so aus.“

Hier geht es zur Bildergalerie vom Abend

Kurz nach 22 Uhr dürfen dann alle Fotografen und Kamerateams auch in den Ballsaal. Jetzt kümmert sich Respondek um TV-Interviews mit Kristina Vogel, ehemalige Bahnradfahrerin und zweifache Olympiasiegerin, und dem Moderator des Abends, Johannes B. Kerner. Danach steht schon der Rückbau des Pressezentrums an. Die meisten Journalisten sind schon wieder unterwegs oder gegangen.

Feierabend gegen 1 Uhr

Doch für Respondek ist noch lange nicht Feierabend. Denn schon wenige Minuten später kommen die druckfrischen Ausgaben der Mitternachtszeitung an, die Kollegen des Wiesbadener Kuriers am Abend unter Hochdruck zusammengestellt haben. Der Erlenseer verteilt die Ausgaben auf den Tischen im Pressezentrum.

Beim Auftritt des musikalischen Top-Acts Jan Delay sorgt Respondek um Mitternacht dafür, dass die Fotografen und Kamerateams sich an die Vorgaben halten. Fotografieren nur bei den ersten drei Stücken, Filmaufnahmen zur Berichterstattung über die Veranstaltung nur bei den letzten beiden Stücken vor der Zugabe. Nach dem Auftritt hat um 0.58 Uhr dann auch Markus Respondek Feierabend. „Jetzt ist mein Job getan.“

Privat als Triathlet erfolgreich

Sein Fazit des Abends: „Die Show in der neuen Ballarena war spektakulär, und mein Eindruck ist der, dass das auch bei den Gästen so ankam. Wenn wir dann als Team unseren Teil dazu beigetragen haben, dass umfangreich darüber berichtet wird, war auch mein Einsatz gelungen.“

Die nächsten Projekte bei der Deutschen Sporthilfe stehen bereits an. Doch für den frischgebackenen Vater geht es ab Mai erst einmal in Elternzeit. „Dann will ich so gut es geht das nachholen, was ich in der Zeit vor dem Ball verpasst habe.“ Und vielleicht macht er dann auch sportlich wieder Schlagzeilen. Denn im Juni will der erfolgreiche Triathlet beim Ironman in Frankfurt starten und sich für die Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren.

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