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Badminton beim 1. BV Maintal im Check: Vielseitigkeit ist Trumpf

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Während sich die Männer im Doppel die Bälle um die Ohren hauen, spielen auf dem Platz nebenan die Frauen ihr Einzel aus. Die Zuschauerränge in Maintal sind dabei leider nur sehr spärlich besetzt. Bei jedem Spieler dürfen während der Partie auf seiner Seite zwei Personen zur Unterstützung auf Stühlen Platz nehmen. Foto: Lindenfeld
Während sich die Männer im Doppel die Bälle um die Ohren hauen, spielen auf dem Platz nebenan die Frauen ihr Einzel aus. Die Zuschauerränge in Maintal sind dabei leider nur sehr spärlich besetzt. Bei jedem Spieler dürfen während der Partie auf seiner Seite zwei Personen zur Unterstützung auf Stühlen Platz nehmen. Foto: Lindenfeld

Badminton. Was wird dem Zuschauer bei einem Badmintonspiel geboten? Im fünften Teil unserer Serie „Sportarten im Check“ haben wir ein Heimspiel des  1. BV Maintal besucht und herausgestellt, dass die Vielseitigkeit Trumpf ist.

Von David Lindenfeld

Für den fünften Teil der Serie „Sportarten im Check“ haben wir beim 1. BV Maintal ein wichtiges Spiel im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga besucht.Trotz Drittliga-Niveau und kostenlosem Essen und Trinken kamen überraschenderweise nur wenige Zuschauer. Dabei demonstrierten die Spieler in spannenden Einzeln und Doppeln, dass den Sport vor allem die Vielseitigkeit attraktiv macht, die die Athleten mitbringen müssen.

Ungünstige UhrzeitFast pünktlich beginnt die Partie der dritthöchsten deutschen Spielklasse am Sonntagmorgen um kurz nach 10 Uhr in der Maintal-Halle, in der sich da gerade einmal ein Dutzend Zuschauer versammelt haben. Das liege daran, dass die anderen Maintaler Mannschaften an diesem Tag alle auswärts spielen und an der ungünstigen Uhrzeit, meint der Vereinsvorsitzende Karlheinz Fix.Oft sind auch die zweite und dritte Garde des 1. BV Maintal zeitgleich in derselben Halle im Einsatz. Dann ist natürlich deutlich mehr los und dadurch auch mehr Stimmung. Im Vergleich zu anderen Sportarten, die im Rahmen dieser Serie bereits besucht wurden, bleibt es in der Maintal-Halle zunächst eher ruhig.Ballwechsel oft schnell wieder beendet Nach der Begrüßung und Vorstellung der beiden Teams durch den Mannschaftsführer, geht es mit den beiden Herren-Doppeln los, in denen die Ballwechsel nach dem Aufschlag oft schnell wieder beendet sind. Hin und wieder sind die Punkte auch länger und umkämpfter.Immer wieder blitzt bereits in den Doppeln auf, was den Sport attraktiv macht und später in den Einzeln noch einmal deutlicher zum Vorschein kommt: Die Vielfalt an Fähigkeiten, die dem Athleten während einer Partie abverlangt werden.Wenig Zeit für EntscheidungDie Spieler bewegen sich zumeist im Sprint und schicken sich gegenseitig immer wieder quer über das Spielfeld in die Ecken des Courts. Deshalb bleibt nur wenig Zeit für die Entscheidung, wo man dem Gegner den Ball mit dem nächsten Schlag hinspielt, um ihn in Bedrängnis zu bringen und damit die Oberhand während des Ballwechsels zu gewinnen.Gefragt sind daher Konzentration, Nervenstärke und ein gutes Spielverständnis gepaart mit Fitness und Beweglichkeit, um sich überhaupt erst in eine gute Ausgangsposition für den Rückschlag zu bringen. Darüber hinaus spielt auch die Kraft eine zentrale Rolle, um den Ball so zu beschleunigen, dass es für den Gegner schwieriger wird, ihn zurückzuspielen.

Temporeiche SchlägeDie Geschwindigkeiten, die die kleinen Federbälle erreichen können, sind enorm, wie der Rekord für den schnellsten Badmintonschlag während eines Matches zeigt: Aufgestellt wurde er vom Chinesen Fu Heifeng im Jahr 2005 – er liegt bei 332 km/h und macht Badminton zum schnellsten Racket-Sport der Welt.Diese Geschwindigkeits-Marke erreichen die Schläge in der Regionalliga natürlich nicht – temporeich sind sie trotzdem, weshalb auch die Reaktionsschnelligkeit ein wichtiges Element des Sports darstellt.Vielseitiges Angebot Als eine der wenigen Sportarten sind beim Badminton sowohl Männer als auch Frauen in einem Team. Gespielt wird neben den Einzeln und Doppeln beider Geschlechter auch eine Partie im Mixed-Doppel, wo Frauen und Männer gemeinsam auf dem Spielfeld stehen.Genauso vielseitig wie der Sport in Bezug auf Spielmodus und individuelle Fähigkeiten der Spieler ist, ist auch das Angebot an Kuchen und Getränken, das die Spieler gemeinsam mit den Verantwortlichen vorbereitet haben. Neben vier verschiedenen Kuchensorten stellen sie für die Besucher Getränke von Kaffee über Bier bis hin zu Cola, Fanta, Apfelsaft und Wasser zur Verfügung. Ebenso wie der Eintritt, ist das alles kostenlos.Einzel haben es in sichWährend sich ein Zuschauer gerade genüsslich seinen zweiten Sonntagskaffee schmecken lässt, geht es derweil auf dem Platz zur Sache. In den letzten beiden Partien des Tages, die aufgrund des Zwischenstandes von 3:3 die Entscheidung bringen müssen, liefert Maintal eine starke Leistung ab: Obwohl eigentlich die Doppel und nicht die Einzel die große Stärke der Maintaler sind, entscheiden sie beide Einzel-Partien noch für sich und gewinnen damit nach knapp zweieinhalb Stunden zur Freude der applaudierenden Besucher das Spiel.Vor allem die Einzel hatten es aufgrund der Spannung und den teilweise langen Ballwechseln in sich. Durch die neue Zählweise, dank der man seit ein paar Jahren auch Punkte beim Aufschlag machen kann, hat sich die Spielzeit im Vergleich zu früher deutlich verkürzt, wodurch der Sport noch einmal zuschauerfreundlicher geworden ist.

Fazit: Zu Beginn ab und zu etwas eintönig, entwickeln sich viele Partien zu einem spannenden Schlagabtausch, der auch für Laien interessant und mit knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit nicht zu lang ist. Ein großes Plus beim BV Maintal ist außerdem das vielfältige und kostenlose Verpflegungsangebot.

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