Stolz präsentiert Angelina Philipp ihre bisherigen Auszeichnungen. Am Wochenende startet sie im deutschen EM-Kader Sotschi. Foto: Gepperth

Hanau

15-jährige Hanauerin bei U17-Kadetten-EM in Sotschi dabei

Fechten. Am Wochenende beginnt die Kadetten-Europameisterschaft für Jugendliche bis 17 Jahre in Sotschi (Russland) statt. Mittendrin die 15-jährige Hanauerin Angelina Philipp, die auf dem Olympiagelände startet. Sie hat sich als DFB-Ranglisten-Vierte in der Kategorie Florett für den deutschen Kader qualifiziert.

Von Jan Max Gepperth

Dreimal pro Woche Training, an den Wochenenden Turniere: So sieht das Leben von Angelina aus, die mit ihren Eltern in Kesselstadt lebt. Seit Ende 2012 steht sie auf der Planche, der Fechtbahn.

Die Motivation erhielt die junge Sportlerin durch einen Grundschulfreund. „Er hat mich einfach mal mit zum Training genommen, und das hat mir so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.“ Seither ist sie auch Mitglied des Turn- und Fechtclubs Hanau (TFC).

Degen, Säbel und FlorettInsgesamt gibt es drei unterschiedliche Arten im Fechten: Degen, Säbel und eben das Florett. „Beim Florett ist die Glocke, also der Schutz der Hand, etwas kleiner – und man kann nur am Rumpf oder am Latz der Maske getroffen werden.“

Die Treffer werden durch elektronische Sensoren, die sich in Maske und Brustschutz befinden, gemessen und ausgewertet. Doch wieso hat sich die Schülerin ausgerechnet für das Florett entschieden? „Das war keine bewusste Entscheidung“, gibt sie zu. „Der Verein hat nur Florettfechten angeboten. Ich kannte also quasi nichts anderes.“Im Zentrum des Sports steht der Spaß. Das hat sich auch durch die Turniere nicht geändert. Ihr erstes Turnier bestritt sie 2013. Dort nahm sie an einem Schüler-Mannschaftswettkampf teil.

Schon mehrere Titel gewonnenMittlerweile kamen noch viele Wettkämpfe, Turniere und somit auch Auszeichnungen hinzu. So war Angelina Philipp sowohl in den Saisons 2015/2016 und 2017/2018 Junioren-Hessenmeisterin im U20-Damenflorett oder 2016 sogar deutsche B-Jugend-Meisterin im U14- Damenflorett.

Doch dabei blieb es nicht, denn seit 2016 nimmt die 15-Jährige auch an internationalen Wettbewerben teil. So führte sie ihr Weg unter anderem nach Frankreich, Polen und Österreich.

Ihr persönlicher Höhepunkt ist aber die Teilnahme an der Europameisterschaft. „Das war schon ein großes Ziel“, meint die junge Sportlerin.

Angelina genießt den MomentWas danach kommt? „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, sagt die Schülerin der Otto-Hahn-Schule. Viel lieber genießt sie einfach die Zeit und hat Spaß. Dabei hilft es ihr auch, dass sie einen Sponsor gefunden hat.

„Der Deutsche Fechtbund finanziert die Teilnahme an der EM leider nicht.“ Daher sei sie froh, dass sie einen Unterstützer gefunden hat, der ihr diese Möglichkeit gibt. Auch über die Unterstützung ihrer Schule ist sie sehr froh. Durch die Turniere komme es schon einmal vor, dass sie den Unterricht nicht besuchen könne, jedoch habe sie von Schulseite aus immer Unterstützung erfahren.

Keine strenge Sportler-DiätBei all dem Stress bleibt nicht viel Freizeit übrig. Doch diese weiß die Teenagerin gut zu nutzen. „Wenn ich wirklich mal frei habe, spiele ich gern mal am Computer oder schaue einfach etwas fern.“ Das helfe ihr, sich zu entspannen.Und wenn sie dann doch noch mal etwas mehr Zeit hat, kocht und backt sie gerne zusammen mit ihrer Mutter: „Am liebsten mag ich Nudeln mit Tomatensoße oder Steak.“ Einen strengen Ernährungsplan, so wie andere Sportler es oft haben, hält sie nicht ein. Das wäre nichts für sie. Bei dem Sport gehe es ihr schließlich um etwas ganz anderes: „Es geht mir um den Spaß.“

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