Zeitintensives Hobby: Schach-Ass Richard Bethke grübelt gerne über einem Schachbrett oder auch am Computer. Durch den großen Bruder Robert ist er als Vierjähriger zum Spiel der Könige gekommen. Foto: Nicolas Obst

Schach

13-jähriges Schach-Ass Richard Bethke international unterwegs

Schach. Richard Bethke ist in seinem Alter die deutsche Nummer Eins im Schach. International kann er sich mit den Besten der Besten messen und steht in der Weltrangliste an Position 25 der unter 14-Jährigen. Gerade erst wurde er Vizemeister bei den deutschen Meisterschaften in Willingen, einem einwöchi-gen Wettbewerb.

Von Nicolas ObstWer ein gutes Schach spielen möchte, der muss einiges an Zeit mitbringen: „Bei den deutschen Meisterschaften lief das längste Spiel von mir viereinhalb Stunden, ich hatte aber auch schon Spiele, die sechs Stunden lang dauerten“, erzählt Bethke. Seit zwei Jahren ist er nun schon Mitglied im Bundeskader, mit seinen 13 Jahren konnte er bereits an Weltmeisterschaften in Griechenland und Abu Dhabi teilnehmen, außerdem einige Erfolge auf internationalen Turnieren verbuchen.

Hinter dieser besonderen Leistung steckt viel Training: „Insgesamt habe ich dreieinhalb Stunden Training in der Woche mit meinem Trainer, außerdem gibt er mir viele Aufgaben zur Verbesserung meines spielerischen Verständnisses und um meine Sinne zu trainieren.“

Zusätzlich bereitet sich Bethke intensiv auf seine kommenden Gegner vor: „Es gibt eine große Datenbank, dort kann man nach seinen Gegnern suchen und sich dann beispielsweise deren Er-öffnungen anschauen.“

Begeisterung fing früh an

Die Begeisterung für Schach begann schon sehr früh in seinem Leben: „Mit vier Jahren hat mein Interesse langsam begonnen, mein Bruder ging auf seiner Schule in eine Schach-AG und so kam ich mit dem Sport in Kontakt. Später bin ich dann auch in die Schach-AG gegangen, mit sechs Jahren wurde ich Mitglied im Schachverein und dort haben wir dann angefangen, Jugendturniere zu spielen“, erzählt er. Sein jetziger Verein sind die Schachfreunde Neuberg, dort führt Bethke die zweite Mannschaft an.

Die ganzen Turniere, der Trainingsaufwand, die investierte Zeit, all das erklärt Bethke mit seiner großen Leidenschaft für den Sport: „Schach ist ein Sport unendlicher Möglichkeiten, man entdeckt immer wieder etwas Neues, das macht es so interessant. Außerdem kann man dabei gut runterkommen, das hat was Beruhigendes.“

Auch für die Schule erkennt Bethke einen Vorteil in seinem Lieblingshobby: „Schach hilft mir besonders in Mathe, man versteht Übergänge und Zusammenhänge einfach viel besser.“ Wenn er mal nicht trainiert oder auf Turnieren spielt, hat der 13-Jährige neben dem Schach aber auch noch weitere Hobbies: „Ich spiele gerne mal Tischtennis oder Fußball, außerdem gehe ich gerne ins Schwimmbad.“

"Gewinnen macht immer Spaß"

Seinen Freunden macht es nicht viel aus, dass er so ein guter Schachspieler ist: „Die sind daran gewöhnt, manch-mal spiele ich auch gegen sie, aber das ist dann meistens eher ein bisschen langweilig, wobei gewinnen natürlich immer Spaß macht“, lacht er.

Für die nächsten Jahre sind Bethkes Ziele schon formuliert: „Ich möchte versuchen, Internationaler Meister zu werden, dafür muss man bestimmte Normen erfüllen, unter anderem gegen genug internationale Spieler gewinnen und auch einen Internationalen Meister schlagen.“ In den Sommerferien hält das Schach-Ass natürlich nicht die Füße beziehungsweise Hände still, auf ein oder sogar zwei internationalen Turnieren in Frankreich und Österreich will der Youngster an die Bretter gehen. Und dann gilt die volle Konzentration der Vorbereitung auf die Jugend-Weltmeisterschaft in Mumbai, Indien vom 1. bis 13. Oktober.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema