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Paddeln mit Abstand: Die Gruppen der SKG Hanau sind wieder ins Vereinstraining auf der Kinzig eingestiegen. Die einzuhaltenden Maßnahmen haben für einige Arbeit hinter den Kulissen gesorgt, die Kids danken es mit viel Elan im Training, wie Ben Stroß eindrucksvoll vorführt.

Strenge Maßnahmen

Zurück auf der Kinzig: Gruppen der SKG Hanau dürfen wieder paddeln

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Endlich zurück auf der Kinzig: Die ersten Kids der SKG Hanau durften in dieser Woche wieder in die Kanus steigen und die Paddel in das kühle Nass tauchen - mit zahlreichen Änderungen und Einschränkungen aufgrund der Corona-Maßnahmen, die Verein, Coaches und Trainierte gleichermaßen tragen müssen.

Das war den Jungs der Paddelgruppe am Mittwochnachmittag schnuppe, Hauptsache, sie konnten ihre Freunde sehen und gemeinsam paddeln. Bis am Mittwoch um 15 Uhr die erste Trainingsgruppe der SKG Hanau tatsächlich wieder auf das Wasser gehen konnte, mussten Thomas Facklam, seit 22 Jahren Vorsitzender des Vereins, und die Trainer wie etwa Michaela Brucker-Stroß einiges an Vorarbeit leisten. 

Um wieder Vereinstraining anbieten zu können, müssen die Klubs zahlreiche Maßnahmen umsetzen und auch für deren Einhaltung garantieren. Die Gruppen mussten auf maximal fünf Sportler verkleinert werden. Zum Vergleich: Im Sommer tummeln sich gut und gerne 30 Sportler gleichzeitig auf dem Wasser. „Ich habe erst mal rumgefragt, wer überhaupt Interesse hat, ins Training zu kommen. Dann habe ich die Gruppen eingeteilt und den Trainingsplan zeitlich entzerrt. Deshalb starten wir jetzt schon um 15 Uhr mit dem Training, damit das Aufkommen auf dem Gelände entzerrt wird“, erklärt Michaela Brucker-Stroß. 

Neues Hygienekonzept auch beim Rudern

Die weiteren Maßnahmen haben die Eltern schriftlich bekommen und hätten diese auch akzeptiert. „Die Rahmenbedingungen waren früh klar und der Verband hat gut reagiert und Maßnahmen vorgegeben, die wir eins zu eins umsetzen“, sagt Thomas Facklam. Daher kommen am Mittwoch Raffael (Bruchköbel), Tobias (Babenhausen), Alessio (Hanau) und Ben (Hanau-Steinheim) fertig umgezogen an das Bootshaus an der Kinzig. 

David hat eine einstündige Anreise aus Heldenbergen mit dem Bus hinter sich und zieht sich schnell in einem geräumigen Zelt um. „Wir haben das Glück, dass das Zelt, in dem im Winter die Drachenboote noch gelagert sind, noch steht. Dort kann sich im Ausnahmefall unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln umgezogen werden“, sagt Thomas Facklam. Bevor die Jungs in die Kanus steigen, geht Michaela Brucker-Stroß, die sich die vorgeschriebene Anwesenheitsliste unter den Arm geklemmt hat, mit ihnen noch einmal die neuen Regeln durch und erklärt das Hygienekonzept mit regelmäßigem Händewaschen und -desinfizieren durch. Den Gesundheitszustand hat sie bereits abgefragt. Dabei stehen Trainerin und Kids in einem großen Kreis mit genügend Abstand. 

400 Mitglieder im Verein

Und dann geht es endlich auf das Wasser, wobei hier eine weitere Änderung in Kraft tritt: Die Kids müssen alleine in die Knaus einsteigen, was problemlos klappt. Während die Jungs die ersten Meter auf der Kinzig zurücklegen, erklärt Thomas Facklam weitere Änderungen: „Wir haben etwa 30 Vereinsboote, die normalerweise von jedem genommen werden können. Das geht jetzt natürlich nicht mehr. Bis zum Ende der Maßnahmen bekommt jeder ein Boot und Paddel zugewiesen und entsprechend markiert.“ Gleiches gelte auch für die Schwimmwesten, die vom Verein gestellt werden. Trotz der festen Zuweisung wird das Trainingsmaterial samt Westen vor und nach dem Training desinfiziert. Die Vereinswesten nehmen die Kids mit nach Hause und müssen sie zu jedem Training wieder mitbringen. 

Da in dem etwa 400 Mitglieder starken Verein nur die Breitensportler auf Vereinsequipment angewiesen sind und die Wettkampfsportler fast alle ihre eigenen Boote haben, werde es keine Probleme geben. Während Thomas Facklam erzählt, ruht Michaela Brucker-Stroß' wachsamer Blick auf ihren Schützlingen, die so langsam Fahrt aufnehmen und nach den ersten Paddelschlägen mutiger werden. „Denkt dran, ihr dürft nicht nebeneinander fahren, sondern nur hintereinander“, erinnert die 49-jährige Trainerin aus Steinheim zwischendurch an die neuen Regeln. Auch die Trainingsinhalte müssen angepasst werden: „Normalerweise spielen wir in der Gruppe Fangen oder mit einem Ball, jetzt läuft es auf hoch- und runterpaddeln hinaus.“ 

„Wenn jemand kentert, kann er sich im Bootshaus schnell trocken machen.“

Daher wird es auch kein Polo-Training geben. An diesem ersten Trainingstag stört sich die Gruppe nicht daran, dass keine Spiele auf dem Programm stehen. Die Jungs genießen es sichtlich, wieder gemeinsam auf der Kinzig zu paddeln, werden immer lauter und suchen sich ihr eigenes, maßnahmentaugliches Spiel: Wer fährt schneller um eine bestimmte Anzahl der Slalomtore? Während sich die Jungs gegenseitig anfeuern, macht der 67-jährige Hanauer Thomas Facklam auf ein ganz anderes Thema aus dem Sorgenbereich der Wassersportler aufmerksam: „Wenn jemand kentert, kann er sich im Bootshaus schnell trocken machen.“ Das passiert an dem trüben Mittwochnachmittag nicht, vielmehr erfüllen die Klänge von ins Wasser eintauchenden Paddeln und lachenden Kindern, die sich beim Slalomfahren anfeuern, die Luft über der Kinzig.

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