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„Wir haben das Optimum herausgeholt“: Hanau White Wings starten mit spielstarkem Kader und ähnlichem Etat in die Saison

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Von: Jörn Polzin

Kämpfertyp: Power Forward Marco Dordevic (links im Testspiel gegen Rhöndorfs Florian Koch) kehrte von Alba Berlin zu den White Wings zurück und soll eine wichtige Rolle übernehmen.
Kämpfertyp: Power Forward Marco Dordevic (links im Testspiel gegen Rhöndorfs Florian Koch) kehrte von Alba Berlin zu den White Wings zurück und soll eine wichtige Rolle übernehmen. © scheiber

Vor zwei Jahren hatten die Drittliga-Basketballer der Hanau White Wings die „Mission 23“ ins Leben gerufen. Ein Konzept, mit dem unter anderem der sportliche Aufstieg in die ProA „nachhaltig realisiert“ werden soll.

Hanau – Doch wo stehen die White Wings nun vor dem Saisonstart am Sonntag (18 Uhr) beim FC Bayern München II? Ein Überblick in Kategorien.

RAHMENBEDINGUNGEN

„Der Etat hat sich leider nicht signifikant erhöht“, sagt Geschäftsführer Sebastian Lübeck und spricht von einer „nachvollziehbaren Zurückhaltung“ bei möglichen Sponsoren. Blieb die eine oder andere Geldquelle in den vergangenen Jahren wegen der Pandemie verschlossen, zwingt nun die Energiekrise samt explodierender Kosten zum Umdenken. „Die Unternehmen wollen mit Blick auf die hohen Ausgaben nichts überstürzen und müssen genau schauen, ob und wo sie ihre Marketingmaßnahmen tätigen“, erklärt Lübeck. So muss der nächste Schritt des Klubs auf wirtschaftlicher Ebene warten. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, meint der Geschäftsführer und sieht die White Wings bei den infrastrukturelleren Anforderungen auf einem guten Weg. „Wir haben bei den Heimspielen LED-Banden, den passenden Hallenboden, einen VIP-Bereich, zwei Jugendtrainer im Verein und einen Livestream, der ab dieser Saison in der Pro B auch verpflichtend ist.“

KADER

„Wir haben einen talentiert-erfahrenen Kader, wenn man das so sagen kann“, schmunzelt Lübeck, der hochzufrieden ist mit der Mischung. „Aus unseren Möglichkeiten haben wir das Optimum herausgeholt. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sind wir sicher spielstärker“, ist er überzeugt. Beispiel Spielmacher: Nach Justus Peuser und Niklas Krause, die mittlerweile im US-College auf Korbjagd gehen, wirkt nun Bruno Albrecht als Regisseur. Anders als seine Vorgänger, die als Liga-Neulinge erst einmal Fuß fassen mussten, bringt der frühere Rhöndorfer Erfahrung auf Pro-B-Niveau mit. „Er ist ein guter Scorer, hat aber auch ein Auge für seine Mitspieler, auch wenn es manchmal etwas wild wirkt“, sagt Lübeck. Sebastian Brach (Gießen 46ers Rackelos) ist hingegen der klassische Spielmacher, ruhig und sehr solide. Hinzu kommen auf den kleineren Positionen Tim Martinez (Ehingen Urspring), Gabriel Kucu (SC Rist Wedel) und Kapitän Philip Hecker. „Damit stellen wir sicher einen der stärksten Backcourts im Süden“, meint Lübeck. Simon Franke ist als „Energizer“ für die eine oder andere Minute eingeplant.

Dünner wird die Luft auf den großen Positionen. Philipp Walz (Außenbandanriss) fehlt die ersten beiden Spiele, 2,14-Meter-Hüne Sören Eyke-Urbansky (BSW Sixers) muss nach Sehnenanriss am Fuß zwar nicht operiert werden, aber sechs Wochen pausieren. Der erkrankte Fabian Baumgarten fehlt noch auf unbestimmte Zeit. Nachverpflichtungen sind zunächst nicht geplant, vornehmlich aus Kostengründen. So verteilt sich die Verantwortung auf die Schultern von Rückkehrer Marco Dordevic und Bubba Furlong. Beim US-Zugang hat Lübeck in den Testspielen ein Muster erkannt: „Bubba braucht etwas, um in Fahrt zu kommen, aber in der zweiten Hälfte dominiert er dann am Brett.“ Ergänzt wird der Kader von den Jugendspielern Tom Arkan und Valentin Konstantinov. Nicht mehr dabei ist Talent Erin Yildiz, der ein Angebot des Mitteldeutschen BC angenommen hat.

ZIELE UND PERSPEKTIVEN

Die Play-off-Teilnahme ist das Minimalziel, daran führt kein Weg vorbei. „Ich denke, wenn wir unser Potenzial abrufen und halbwegs verletzungsfrei durchkommen, ist auch Platz fünf drin“, meint Geschäftsführer Lübeck. „Und bis Rang vier ist es dann auch nicht mehr weit.“ Der würde Heimrecht in der ersten Play-off-Runde bedeuten. Eine Zitterpartie wie beim Last-Minute-Einzug im Frühjahr soll es nicht mehr geben. „Vielleicht können wir doch den nächsten Schritt gehen und dann 23/24 angreifen“, hofft Lübeck und hält an der „Mission 23“ fest. (Von Jörn Polzin)

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