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„Wir dürfen nichts unversucht lassen“: White Wings müssen Köpfe für Erfurt wieder hochbekommen

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Von: Jörn Polzin

Für die White Wings um Kapitän Philip Hecker (links gegen Karlsruhe) sind die Play-offs in weite Ferne gerückt. F: dietrich
Für die White Wings um Kapitän Philip Hecker (links gegen Karlsruhe) sind die Play-offs in weite Ferne gerückt. F: dietrich © -

Bei den Hanau White Wings ist der Optimismus dem Realismus gewichen – mit Hang zum Pessimismus. „Es werden immer weniger Spiele und damit wird unser Ziel immer unrealistischer“, spricht Geschäftsführer Sebastian Lübeck eine simple Formel an. Das Ziel, die Play-off-Teilnahme, ist für den Basketball-Drittligisten spätestens nach der bitteren wie enttäuschenden 77:82-Niederlage bei den Fraport Skyliners Juniors in weite Ferne gerückt.

Hanau – Vier Punkte beträgt der Rückstand der Hanauer (14) auf den Tabellensiebten BBC Coburg und den Achten aus Oberhaching, sechs sind es sogar auf die Frankfurter. Zumindest eines dieser Teams müssen die White Wings hinter sich lassen, um doch noch das fast Unmögliche möglich zu machen. Dass sie erst 18 und damit eine Partie weniger als das Trio bestritten haben, ist nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer.

Zumal es das Restprogramm für die White Wings in sich hat. Auf das Gastspiel am Sonntag (16 Uhr) beim Tabellenfünften Löwen Erfurt folgt das Heimspiel gegen den Zweiten Baskets Koblenz (12. März) und der Auftritt beim Dritten Ulm (19. März). Noch nicht terminiert ist das Nachholspiel gegen den Tabellennachbarn Gießen, der zwei Zähler weniger auf dem Konto hat.

Gut möglich, dass es dieses Hessenderby noch zwei weitere Mal in dieser Saison gibt – in den Play-downs. „Natürlich müssen wir uns damit beschäftigen. Umso wichtiger ist es, noch möglichst viele Punkte zu sammeln“, betont Lübeck. Die werden in die Abstiegsrunde mitgenommen, in der die Teams auf den Plätzen neun bis zwölf nochmals in Hin- und Rückspiel gegeneinander antreten. Der Tabellenelfte und der Zwölfte steigen danach definitiv ab, dazu der schwächere Zehnte im Vergleich mit der Nordstaffel. Da Karlsruhe (6 Punkte) und München (4) weit ins Hintertreffen geraten sind, spricht viel für ein Duell zwischen Hanau und Gießen um die Plätze neun und zehn.

„Zwei, drei Siege“, erhofft sich Lübeck, um die Minimalchance auf die Play-offs zu wahren. „Es hilft nichts, zu lamentieren. Wir dürfen nichts unversucht lassen. Aber natürlich können wir keine vier neuen Spieler holen“, meint der Geschäftsführer. Säulen wie Till-Joscha Jönke oder Josef Eichler in den Jahren zuvor bietet der Kader nicht.

Vielmehr setzen Lübeck und Trainer Kamil Piechucki auf Einzelgespräche, um die Spieler aufzurichten und an der Ehre zu packen. In Frankfurt missfiel Lübeck vor allem in der ersten Hälfte die fehlende Einstellung. „Da war der eine oder andere noch nicht richtig da und die Köpfe gingen schnell runter.“ So liefen die White Wings - wieder einmal - einem Rückstand hinterher, den sie zwar aufholten, aber auch mangels Struktur im Spiel nicht mehr drehen konnten.

„Einige Spieler nehmen das erste Mal eine größere Rolle ein. Dazu kommt der Druck, gewinnen zu müssen“, sucht Lübeck nach Erklärungsansätzen und nimmt dabei auch Trainer Piechucki in die Pflicht. „Natürlich trägt er auch die Verantwortung. Letztlich muss die Ansprache immer zum jeweiligen Spieler passen. Den einen kann man etwas härter anpacken, um ihn zu pushen, andere brauchen mehr Zuspruch.“

Dass die Mannschaft durchaus die Favoriten ärgern kann, zeigte das Hinspiel gegen Erfurt, das unglücklich mit 78:80 verloren ging. Bei den Löwen ragen Guy Landry (18 Punkte pro Spiel), Noah Kamden (16) und Tyseem Lyles (15) heraus. Spieler, die laut Lübeck eigentlich zu gut für die Pro B sind.

Von Jörn Polzin

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