Lange Gesichter: Sebastian Schermuly, Marc Strohl, Coach Olli Schulz und Daniel Wernig (von links) sind nach der Auftaktpleite bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II und dem Kreuzbandriss von Wernig bedient. Im ersten Heimspiel soll es für die HSG besser laufen. Archivfoto: Harald Friedrich

Handball

HSG will im ersten Heimspiel auf alte Tugenden setzen

Handball. Bei der HSG Hanau lief zuletzt wenig wie geplant: Zwar überzeugten die Hanauer im DHB-Pokal, den Saisonauftakt in der 3. Liga Mitte setzte das Team von Olli Schulz jedoch am vergangenen Wochenende in den Sand und verlor 23:27 bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II.

Von Robert Giese

Zudem fällt mit Daniel Wernig gleich der zweite Spieler langfristig aus – der Rechtsaußen zog sich wie schon Jannik Ruppert zuvor einen Kreuzbandriss zu und wird beim ersten Heimspiel gegen den TV Kirchzell am Samstagabend – Anpfiff ist um 20 Uhr in der Main-Kinzig-Halle – nur zuschauen können.

„Vor so einer Verletzung hat jeder Handballspieler Angst“, meint HSG-Rückraumspieler Yaron Pillmann, „schließlich hat ein Kreuzbandriss immer eine lange Handballpause zur Folge.“ Wenn man sich sechsmal die Woche in der Halle quäle, sei es extrem bitter, für so einen langen Zeitraum auszufallen. „Dass sich innerhalb von so kurzer Zeit gleich zwei Mitspieler das Kreuzband reißen, habe ich noch nie erlebt“, zeigt sich Pillmann fassungslos, entsprechend gedrückt sei die Stimmung im Team momentan.

Auch wenn Ruppert und Wernig den Hanauern in dieser Saison wohl nicht mehr aktiv helfen können, dürften die Ausfälle sportlich zumindest einigermaßen zu kompensieren sein – auch wegen der vielen Talente der HSG. „Wir haben einen großen Kader und unsere A-Jugendlichen haben schon bewiesen, dass sie mithalten können“, ist Pillmann optimistisch, dass die Mannschaft die Verletzungen halbwegs abfedern kann. Der A-Jugendliche Jonas Schneider rückt daher ebenso in den Kader wie Routinier Andy Neumann, der von seinem Rücktritt zurücktritt.

Zumindest in der nächsten Zeit werden die Hanauer außerdem auch auf Michael Hemmer verzichten müssen, der noch seinen Muskelfaserriss im Oberschenkel auskurieren muss, zudem könnte am Wochenende auch Jan-Eric Ritter ausfallen. Wenigstens Pillmann, der sich in Dutenhofen eine Blessur an der linken Schulter zuzog, dürfte aber rechtzeitig zum ersten Heimspiel der Saison wieder fit werden.

Die Auftaktpleite bei der Wetzlarer Bundesliga-Reserve können die Hanauer dabei aktuell ähnlich schwer verdauen wie die vielen Verletzungen. „Es war zum Haareraufen, bei uns haben oft ein paar Prozent gefehlt“, erinnert sich Pillmann, „wir hätten noch vier Stunden spielen können und hätten trotzdem nicht gewonnen.“ Nach der starken Vorstellung im DHB-Pokal sei die gesamte Mannschaft sehr optimistisch ins erste Ligaspiel gegangen, „aber da hatten wir dann neben einigen sehr guten Aktionen auch einige sehr schlechte“.

Neben spielerischen Defiziten ließen die Hanauer vergangene Woche hier und da auch Disziplinlosigkeiten aufblitzen und haderten zu oft mit Schiedsrichterentscheidungen. „Wir müssen aufhören, uns zu sehr mit den Schiedsrichtern oder dem Gegner zu beschäftigen“, fordert Pillmann daher, „und uns auf unsere eigenen Stärken besinnen: eine harte Abwehr und einen guten Angriff.“

Gegen den Aufsteiger aus Kirchzell wollen die Hanauer diese Stärken am Samstagabend wieder ausspielen: „Dass wir gewinnen wollen, steht außer Frage“, stellt Pillmann klar, „aber Kirchzell ist nicht zu unterschätzen. Sie sind top-motiviert, trainieren hart, haben nichts zu verlieren und brennen darauf, bei uns zu gewinnen.“

Den ersten Saisonsieg hätte der Aufsteiger, in dessen Reihen mit Torwart Niklas Eul auch ein Ex-Hanauer steht, beinahe bereits am vergangenen Wochenende eingefahren, am Ende reichte es für den TVK gegen den Northeimer HC nach einem Rückstand kurz vor Schluss aber immerhin zu einem Unentschieden.

Wenn es nach Pillmann geht, gehen Eul und Co. diesmal allerdings leer aus: „Wir wollen gegen Kirchzell unbedingt unsere Qualität abrufen und unsere Stärken ausspielen.“

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