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White Wings wollen Schwung mit nach Ulm nehmen: Mit „Zamora-Effekt“ zum nächsten Coup?

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Von: Jörn Polzin

Schieflage: „JD“ Tisdale (links gegen den Koblenzer Jacob Mampuya) steht für spektakuläre Aktionen. Unter Trainer Marti soll der Hanauer Guard aber mehr das Spiel lenken und dosierter die eigenen Abschlüsse wählen.
Schieflage: „JD“ Tisdale (links gegen den Koblenzer Jacob Mampuya) steht für spektakuläre Aktionen. Unter Trainer Marti soll der Hanauer Guard aber mehr das Spiel lenken und dosierter die eigenen Abschlüsse wählen. © scheiber

Richtig locken lassen will sich der Trainer nicht: „Natürlich würden wir gerne die Play-offs erreichen, das wäre großartig, aber es gibt keine Garantie“, sagt Marti Zamora. Auch der Geschäftsführer blockt: „Wir wollen in erster Linie die Punkte für die Play-downs holen“, betont Sebastian Lübeck. Klar ist aber: Gewinnen die Drittliga-Basketballer der Hanau White Wings ihre verbleibenden Partien in der Division Pro B, haben sie das Play-off-Ticket und damit den Klassenerhalt sicher. Eine ganz einfache Rechnung, oder doch nicht?

Hanau – „Hätten wir das gleiche Restprogramm wie Coburg und Gießen wäre es sicher eine höchstbrisante Konstellation und unsere Chancen lägen bei 70 Prozent“, meint Lübeck. „Aber so sind sie doch deutlich niedriger.“ Während sowohl der Tabellenachte BBC Coburg (21 Spiele/18 Punkte) als auch der Neunte Gießen Rackelos (20/16) noch auf das abgeschlagene Schlusslicht FC Bayern II treffen, müssen die Hanauer (20/16) am Samstag (19.30 Uhr) bei der Orange Academy Ulm antreten, ehe die Runde mit dem Heimspiel am 26. März (16 Uhr) gegen Gießen abgeschlossen wird.

„Das wird ein brutal schweres Spiel“, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf das Gastspiel bei der Ulmer Erstliga-Reserve. Der Tabellendritte hat 28 Punkte auf dem Konto und kann neben dem einen oder anderen Profi auf einen großen Pool aus Talenten zurückgreifen. Bei der 67:83-Hinspielniederlage bekamen die White Wings deutlich ihre Grenzen aufgezeigt, als der Gegner trotz kurzer Rotation die Schwächephasen konsequent bestrafte.

Zum Kader von Trainer Anton Gavel zählen Jacob Ensminger, Sohn des früheren Bamberger Center-Idols Chris Ensminger, Top-Scorer Moritz Krimmer und der Österreicher David Fuchs, der den Hanauern im Hinspiel mit seinen 21 Punkten besonders wehgetan hat. „Das ist schon beachtlich, welche Möglichkeiten sie dort haben“, räumt Geschäftsführer Lübeck ein, setzt andererseits auf den „Zamora-Effekt.“

Dessen erfolgreiches Cheftrainer-Debüt beim 76:68 gegen Koblenz hat für eine positive Stimmung gesorgt, die nun nach Ulm transportiert werden soll. Ohne in übertriebene Euphorie zu verfallen. „Bei uns dreht jetzt keiner durch und kommt auf komische Gedanken. Natürlich hat der Überraschungserfolg den Spielern wieder mehr Freude und Selbstvertrauen gegeben. Aber wir sollten aufpassen, dass dieser Effekt nicht schnell wieder verpufft“, meint Lübeck.

Und zwar mit einem ähnlich couragierten und konzentrierten Auftritt. Besonders in puncto Einstellung und Zusammenspiel zeigten sich die Hanauer zuletzt verbessert und schafften es auch die „Big Man“ Victor Demetrio und Daniel Loh (jeweils sechs Punkte und acht Rebounds) stärker in Szene zu setzen. Auch die jungen Guards Philip Hecker und Niklas Krause waren Aktivposten, „JD“ Tisdale agierte unauffälliger, aber mit mehr Übersicht.

Ganz nach dem Geschmack von Zamora, der für Team-Basketball steht und bei seinen Spielern durchaus noch Luft nach oben sieht. „Gerade unser Defensivverhalten gegen Block und Abrollen des Gegners muss besser werden. Offensiv müssen wir schneller agieren und mehr Automatismen kreieren“, erklärt er. Das primäre Ziel ist klar gesteckt: „Wir wollen in dieser Liga bleiben.

Und wer weiß: Gelingt seiner Mannschaft tatsächlich in Ulm der nächste Coup, käme es sogar zu einem echten Endspiel um die Play-offs gegen Gießen. „Dann hätten wir richtig Ramba Zamba in der Bude“, schmunzelt Lübeck.

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