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White Wings wahren weiße Weste: 100:69 gegen Speyer nach starker zweiter Hälfte

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Von: Jörn Polzin

Obenauf: 2,14-Meter-Center Sören-Eyke Urbansky (beim Hakenwurf gegen Speyers Dennis Diala) erzielte 18 Punkte bei seinem Heimdebüt für die White Wings.
Obenauf: 2,14-Meter-Center Sören-Eyke Urbansky (beim Hakenwurf gegen Speyers Dennis Diala) erzielte 18 Punkte bei seinem Heimdebüt für die White Wings. © scheiber

„Wenn wir normal spielen, sollten wir Speyer überlegen sein“, hatte Sebastian Köhnert vor dem Heimspiel der Hanau White Wings gemutmaßt. Der Teammanager des Basketball-Drittligisten durfte sich nach der Schlusssirene bestätigt fühlen.

Hanau - Agierten die Gastgeber vor der Halbzeit (44:45) noch weitgehend unter Normalform, legten sie in Hälfte zwei zu und feierten einen ungefährdeten 100:69-Erfolg. Damit wahrten die White Wings die weiße Weste in der Pro B, bleiben nach dem siebten Sieg im siebten Spiel auf Tuchfühlung zum ebenfalls ungeschlagenen Tabellenführer Koblenz, der sich in Erfurt 79:59 durchsetzte und bereits den achten Erfolg verbuchte. Weiteres Kunststück: Zum dritten Mal in Serie knackten die Hanauer die 100-Punkte-Marke, diesmal sogar ohne Verlängerung.

„In der ersten Hälfte haben wir viele Punkte zugelassen und es waren aus unserer Sicht unglückliche Schiedsrichterentscheidungen dabei. In der zweiten Hälfte hat sich das etwas ausgeglichen. Da haben wir auch von Beginn an richtig Druck gemacht und dem Gegner keine einfachen Körbe geschenkt. Letztlich hatten wir die tiefere Bank und den längeren Atem“, resümierte Köhnert.

Kampfstarke Gäste bereiten White Wings Kopfschmerzen

Trainer Marti Zamora hatte seine Startformation etwas durcheinandergewürfelt. Der wiedergenesene Sebastian Brach begann für Kapitän Philip Hecker und für den erkrankten Philipp Walz, der wie Fabian Baumgarten pausieren musste, rückte Bubba Furlong an die Seite von 2,14-Meter-Hüne Sören Urbansky, der gleich die ersten vier Punkte der Partie erzielte. Speyer hielt in der ersten Hälfte jedoch gut dagegen und die Partie offen. Vor allem kämpferisch wussten die Gäste zu überzeugen, waren bei den Offensivrebounds im Vorteil und hängten den White Wings viele Fouls an.

Hinzu kam, dass die Würfe bei den Gastgebern um Top-Scorer Bruno Albrecht nicht fallen wollten. Als der Spielmacher seinen ersten Dreier zum 27:29 verwandelte, ging ein Ruck durch die Mannschaft, was aber auch für Speyers Hugo Cluysen galt, der sein Team antrieb und die Gastgeber entnervte. Die reagierten mit Unverständnis über enge Schiedsrichterentscheidungen, kassierten ein technisches Foul und eine Freiwurfserie der Gäste. Besonders in dieser Phase half Gabriel Kuku den Hanauern, brachte viel Energie von der Bank und verkürzte zum 44:45-Halbzeitstand.

White Wings dominieren Spielgeschehen

Aus der Kabine kamen die Gastgeber mit deutlich mehr Druck und Entschlossenheit. Festzustellen besonders an Bubba Furlong, der acht schnelle Punkte – darunter ein Dunking – erzielte. Die 59:50-Führung tat seinem Team sichtlich gut. Es trat nun mit deutlich mehr Energie auf, kämpfte sich rein ins Spiel, wendete nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Spielgeschehen. Nun waren es die Gäste, die oft einen Schritt zu spät kamen, viele unnötige Fouls verbuchten und schnell die Foulgrenze erreichten. Bis zum Ende des dritten Viertels hatten sich die Hanauer ein beruhigendes 73:60 herausgearbeitet.

Was dann folgte, war ein Exempel dafür, zu was befreite White Wings gegen stärker nachlassende Gegner in dieser Saison imstande sind. Zunächst attackierten sie immer wieder erfolgreich das Brett, dann fielen auch die Dreier von Albrecht und Kuku. Häufig klug vorbereitet von Sebastian Brach, der mit einem seltenen Triple Double (zweistellige Werte in drei Kategorien) überzeugte: Am Ende standen für den Spielmacher elf Punkte, zehn Rebounds und 13 Assists zu Buche. Mit der deutlichen Führung im Rücken erhielten die Hanauer Youngster Tom Arkan und Valentin Konstantinov ihre Einsatzzeiten. Arkan markierte seine ersten drei Punkte auf diesem Niveau. Auch das war eine erfreuliche Randnotiz nach einer „tollen Teamleistung“ (Köhnert).

White Wings: Albrecht (19), Urbansky (18), Kuku (16), Furlong (14), Brach (11), Hecker (9), Dordevic (6), Martinez (4), Arkan (3), Konstantinov, Franke

Von Jörn Polzin

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