Vergebens: Die White Wings Hanau um Alexander Angerer haben ein turbulentes Spiel gegen die Tigers Tübingen in der Overtime verloren. Außerdem musste Luquon Choice verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.FOTO: TAP

Hanau

White Wings verlieren in Verlängerung

Basketball. Erstmals seit dem Saisonbeginn hätten die Ebbecke White Wings in der ProA-Tabelle Tuchfühlung zu einem Nicht-Abstiegsplatz aufnehmen können. Doch die Hanauer verpassten die Chance, weil sie am Freitag in der Main-Kinzig-Halle den Tigers Tübingen mit 85:90 nach Verlängerung unterlagen.

Von Dominik SharafDer FC Schalke 04 gewann – ebenfalls nach Overtime – gegen Topklub Ham-burg Towers mit 99:90, womit das Team von Simon Cote nun vier Punkte vom rettenden Ufer trennen. Dass der Tabellen-13. Uni Baskets Paderborn (71:83 gegen Phoenix Hagen) sowie Schlusslicht Baunach Young Pikes (71:88 gegen Ehingen Urspring) nicht punkteten, spielte den White Wings in die Karten, als sie einen kämpferisch und mental starken Auftritt hinlegten. Tübingen war Mitte der ersten Halbzeit auf16 Punkte weggezogen, doch Kalidou Diouf und Winterneuzugang Bryan Smithson drehten eine hitzige Partie mit teils spektakulären Würfen.

Luquon Choice muss verletzt ins KrankenhausKurz nach der Pause verletzte sich Luquon Choice und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Emotionen kochten über: Josef Eichler rammte einen Gegenspieler mit einer harten Aktion zu Boden und kassierte ein unsportliches Foul, Jordan Talley ließ sich in eine Rauferei verwickeln. Als wieder Basketball gespielt wurde, erholten sich die Tigers und retteten sich in die Verlängerung, weil die White Wings bei ihrem letzten Angriff die Shotclock überzogen. Der Hanauer Akku war leer, was Tübingen clever nutzte.

Nächstes Spiel am SonntagBereits am Sonntag geht es für die White Wings weiter: Auf dem Programm steht ein Gastspiel beim Tabellendritten Rostock Seawolves. Dass die längste Auswärtsfahrt der Saison über 663 Kilometer auf einen Doppelspieltag fällt, ist zwar unglücklich. Als Außenseiter reisen die Hanauer jedoch ohnehin an. ProA-Aufsteiger Rostock, dem viele Experten den Durchmarsch in die Bundesliga zutrauen, gewann neun seiner elf jüngsten Partien. Trotz einer 76:92-Pleite bei den Karlsruhe Lions am Freitag ist der Mannschaft die Teilnahme an den Playoffs kaum zu nehmen.

Starke Offensive wartet auf HanauerPrunkstück des Seawolves-Kaders ist die Offensive, die mit den US-Amerikanern Tony Hicks (14,1 Punkte pro Partie) und Terrell Harris (13,3) sowie dem Kanadier Yannick Anzulini (13,8) von drei Importprofis lebt. Alle drei sind nicht nur wurf- und nervenstark, sondern auch schnell und wendig, was die White-Wings-Abwehr vor Probleme stellen wird, wenn sich die Tübingen-Partie in den Knochen bemerkbar macht. Cote weiß um die Belastung, die zwei Begegnungen binnen 45 Stunden bedeuteten – zumal er weiterhin auf den am Daumen verletzten Jeramie Woods verzichten und um Choice bangen muss. Dazu lässt die Rückkehr von Till-Joscha Jönke nach Ermüdungsbruch im Fuß auf sich warten. Am Freitag stand der Kapitän nicht im Aufgebot. „Wir haben die Trainingseinheiten kürzer gehalten“, sagt Cote mit Blick auf die Physis des kleinen Kaders. „Natürlich bleibt uns unter dem Strich weniger Zeit, um uns gezielt auf Rostock einzustellen, aber so läuft es eben im Sport. Wir müssen einfach einen Weg finden, zu gewinnen.“White Wings: Diouf (20 Punkte/11 Rebounds), Smithson (19/1), Pinson (15/8), Talley (15/0), Angerer (9/4), Choice (4/2), Bradley (2/1), Eichler (0/4), Nicolay

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