Nervenstark: Hanaus Till-Joscha Jönke verwandelte beim Krimi in Karlsruhe in der Schlussphase zwei Freiwürfe und traf neun Sekunden vor Schluss zur Entscheidung.
+
Nervenstark: Hanaus Till-Joscha Jönke verwandelte beim Krimi in Karlsruhe in der Schlussphase zwei Freiwürfe und traf neun Sekunden vor Schluss zur Entscheidung.

ProB

White Wings Hanau überraschen auch in Karlsruhe

  • vonJörg Moll
    schließen

Was haben diese White Wings nur für Nerven? Im dritten Spiel der ersten Play-off-Gruppenphase der 3. Basketball-Liga Pro B gelang den Hanauer Basketballern der zweite Sieg. Beim 80:79 (21:23, 22:17, 17:21, 20:18)-Erfolg bei den Arvato College Wizards Karlsruhe war es Till-Joscha Jönke, der neun Sekunden vor Schluss den entscheidenden Korb zum Sieg traf - und so die Hanauer vom Weiterkommen in die zweite Phase der Play-offs träumen lässt.

Hanau – „Rein rechnerisch ist noch nichts klar“, räumte Geschäftsführer Sebastian Lübeck ein. Denn Topfavorit Bochum, gegen den die Hanauer im ersten Spiel unterlagen, muss nach Corona-Fällen noch seine Quarantäne absitzen, ehe er vermutlich nächste Woche gegen Düsseldorf und Karlsruhe antritt. Gewinnt der Ruhrpott-Klub beide Spiele, sind die Hanauer durch. Gewinnt Karlsruhe, wird es ein Rechenspiel.

Überschwängliche Freude nach bärenstarkem Auftritt

Doch gestern stand erstmal die überschwängliche Freude über einen erneut bärenstarken Auftritt im Vordergrund. „So gewinnt man Play-off-Spiele“, sagte Lübeck lächelnd nach dem Krimi in Karlsruhe. Nach dem Ende der hochdramatischen Partie, herrschte natürlich im Hanauer Lager ausgelassene Stimmung. „Es hat sich angefühlt, als wären 100 Fans dabei gewesen“, sagte Lübeck.

Die White Wings ließen sich auch von einem 3:15-Rückstand in der Anfangsphase nicht aus der Ruhe bringen, fanden mehr und mehr ins Spiel und waren nach Ende des ersten Viertels wieder auf Schlagdistanz. „Man merkt der Mannschaft an, dass sie nichts zu verlieren hat und so geht sie eben auch aufs Feld“, erklärte Lübeck: „Die Spieler sind geil drauf, Play-offs zu spielen.“ Und mit dieser Einstellung überrumpelten sie mehr und mehr auch die Gastgeber, die sich nach dem starken Beginn zu sehr in Sicherheit gewogen hatten. „Aber das ist ja das Schöne an diesem Sport: Du darfst keine Sekunde nachlassen“, bemerkte der Hanauer Geschäftsführer.

Lopez und Kapitän Jönke überzeugen

Und so wogte die Partie stets hin und her, nach dem zweiten Viertel lagen die White Wings mit 43:40 vorne, nach dem dritten Viertel wieder die Badener mit 61:60. Nachdem sie 1:40 Minuten vor Schluss mit 79:74 in Führung lagen, begingen sie den gleichen gedanklichen Fehler wie in der Anfangsphase: Sie wähnten sich zu früh am Ziel - und unterschätzten die Comeback-Qualitäten der Hanauer, bei denen Eduard Arques Lopez trotz Oberschenkel-Problemen mit Erfolg auf die Zähne biss. Marko Dordevic und der beste Hanauer Punktesammler, Till-Joscha Jönke, der erst zwei Freiwürfe versenkte und dann neun Sekunden vor Schluss traf, machten die Überraschung perfekt. (Von Jörg Moll)

Hanau White Wings: Knox (19), Arques Lopez (17), Jönke (22), Kudic (5), Dordevic (5), Hecker (10), Peuser (2)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema