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White Wings Hanau trennen sich von Trainer Piechucki und befördern Zamora

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Von: Jörn Polzin

war bisher Co-Trainer
Kamil Piechucki bei seinem letzten Spiel als Headcoach der White Wings. Bei den Löwen Erfurt enttäuschten die Hanauer. © Duehse

Die zwölfte Niederlage im 19. Spiel war eine zu viel: Zwei Tage nach dem 69:83 bei den Löwen Erfurt haben sich die Hanau White Wings offiziell von Trainer Kamil Piechucki getrennt. Damit zog der Basketball-Drittligist, der nur noch eine rechnerische Chance auf die Play-off-Teilnahme besitzt, die Reißleine. Für den Polen übernimmt sein bisheriger Assistent Marti Zamora, der die Hanauer in den anstehenden Play-downs zum Klassenerhalt führen soll.

Hanau - „Wir haben in den vergangenen Wochen unser Ziel immer mehr aus den Augen verloren, wollten aber nicht vorschnell die Zusammenarbeit beenden“, sagt White-Wings-Geschäftsführer Sebastian Lübeck. Nach den schwachen, teils uninspirierten Auftritten in Frankfurt und Erfurt (Lübeck: „Das Team war nicht richtig auf dem Platz“) war die Geduld aber aufgebraucht. In der Nacht von Sonntag auf Montag liefen die Drähte in der Chefetage heiß, ehe sich die Verantwortlichen einstimmig dafür aussprachen, einen Trainerwechsel vorzunehmen.

„Es gab kein Zurück mehr“, betont Lübeck, der daraufhin dem überraschten Piechucki in Kenntnis setzte. Der 38-Jährige kam im Sommer 2020 nach Hanau und erreichte in seiner ersten Saison nach vielen Aufs und Abs die Play-offs und einen starken sechsten Platz in der Gesamtabrechnung. „Er hat in den letzten eineinhalb Jahren gute Arbeit geleistet und die jungen Spieler gefördert und gefordert“, würdigt Lübeck. „Aber letztlich zählt das sportliche Abschneiden.“

Und die Gegenwart: Die sieht die White Wings auf Platz zehn, vier Punkte hinter den Play-off-Rängen. Mit einer Mannschaft, die nach dem großen Umbruch unausgewogen wirkt, der es an Führungsspielern mangelt und die in der entscheidenden Saisonphase die Qualität und Einstellung vermissen lässt. Das macht Lübeck nicht nur aber auch an der Personalie Piechucki fest. „Er bereitet das Team körperlich wie mental auf die Spiele vor und war auch an der Kaderzusammenstellung maßgeblich beteiligt“, betont der Geschäftsführer. Dem Vernehmen nach soll auch der harsche Umgangston und stringente Führungsstil des Trainers nicht bei allen Spielern der verjüngten Mannschaft gut angekommen sein.

Marti Zamora
Marti Zamora war bisher Co-Trainer. © White Wings

Für Piechucki endet damit sein erstes Engagement als Chefcoach in Deutschland. Für seinen bisherigen Assistenten hat die Mission nun begonnen. Marti Zamora erhält die Chance, sich auf neuer Position zu profilieren. Erst im Saisonendspurt – noch drei Spiele stehen aus – und im Fall des Klassenerhalts womöglich auch über den Sommer hinaus. „Bei einer erfolgreichen Zusammenarbeit wäre er sicher auf der Liste weit oben“, sagt Lübeck, dessen Gespräche mit externen Kandidaten nicht zu einem Abschluss kamen.

Nun soll es in Zamora die interne Lösung richten. Der Geschäftsführer verspricht sich viel vom 32 Jahre alten Spanier. „Er bringt internationale Erfahrung mit, arbeitet akribisch und will sich auf dem deutschen Basketball-Markt empfehlen.“ Zamora, der seit Saisonbeginn auch die Hanauer U18-Jugend in der Oberliga betreut, fungierte bereits als Assistent in der französischen Pro B (2. Liga) und in der afrikanischen Basketball-Sommerliga, einem Turnier organisiert von der NBA und FIBA.

„Ich will das Gute beibehalten und zusätzlich meine persönliche Note einbringen“, kündigt der bedächtig wirkende Zamora an. Ganz oben steht dabei Team-Basketball. Der soll eine wieder mal turbulente Spielzeit der Hanau White Wings zu einem versöhnlichen Ende bringen.

Von Jörn Polzin

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