Wieder fit: Power Forward Philipp Walz (am Ball), der in Koblenz als Punktesammler und Rebounder schmerzlich vermisst wurde, ist gegen Frankfurt einsatzbereit.
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Wieder fit: Power Forward Philipp Walz (am Ball), der in Koblenz als Punktesammler und Rebounder schmerzlich vermisst wurde, ist gegen Frankfurt einsatzbereit.

BASKETBALL

White Wings gegen Frankfurt Skyliners Juniors wieder mit Philipp Walz

  • Jörg Moll
    VonJörg Moll
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Für Sebastian Lübeck, Geschäftsführer der Hanau White Wings, ist es längst wieder tägliche Routine: Er schaut sich Nachrichten-Liveticker zur Corona-Lage an. Auch und vor allem am Donnerstag, als die neue Ampelkoalition in Berlin eine neue Vorgehensweise in der Pandemie verfügte. Der Klub aus der 3. Basketball-Bundesliga ProB fühlt sich aber vor dem Heimspiel gegen die Frankfurt Skyliners Juniors gewappnet für alle Szenarien.

Hanau –„Ich hätte keine Schmerzen damit, kurzfristig auf 2G zu gehen“, sagt Lübeck vor dem Rhein-Main-Derby am Samstag (19 Uhr, Main-Kinzig-Halle). Spieler, Staff und Verantwortliche sind ohnehin durchgeimpft. „Und 95 Prozent der Zuschauer bei den letzten Heimspielen waren auch geimpft“, so Lübeck.

Aktuell passieren die durchschnittlich rund 320 Zuschauer bei Hanauer Heimspielen nach der 3G+-Regel (Geimpft, Genesen, mit negativem PCR-Test) die Eingangstore. Lübeck hofft trotz steigender Coronainfektionszahlen, dass Bund und Länder nicht zu Maßnahmen greifen wie vor Jahresfrist, als massive Kontaktbeschränkungen für leere Hallen gesorgt hatten. „Wir haben zwar nicht viele Zuschauer in unserer Kalkulation drin, aber es geht eben vor allem um die Sponsoren“, sagt er. Rund 60 haben die White Wings, die ihren Partnern natürlich bei Spielen eine vernünftige Plattform für die öffentliche Wahrnehmung bieten wollen.

Sportlich ist die Partie gegen den Nachwuchs des Frankfurter Bundesligisten so reizvoll wie wegweisend. Die Hanauer wollen und müssen nach nur einem Sieg aus den ersten fünf Spielen langsam die Wende zum Besseren einläuten. Und Lübeck ist davon überzeugt, dass das auch gelingen kann. „Drei der vier Niederlagen waren gegen Teams wie Ulm, Dresden und Koblenz, die am Ende sicher unter den Top Fünf zu finden sein werden.“ Die Skyliners sind zwar mit vier Siegen aus fünf Spielen ebenfalls gut gestartet, hatten diese aber gegen schwächere Mannschaften geholt. Zuletzt verlor das Team von Trainer Sepehr Tarrah gegen die Löwen Erfurt 61:77. „Wenn wir komplett sind, ist das ein Gegner, der nicht unschlagbar ist“, meint Lübeck.

Duell der Hecker-Brüder fällt aus

Und personell sieht es ganz gut aus, vor allem, weil Philipp Walz, der in Koblenz schmerzlich vermisst wurde, wieder zur Verfügung steht. Dion Braimoh und Jonas Stenger sind angeschlagen, ein Mitwirken scheint aber nicht ausgeschlossen. Der Respekt vor den Frankfurtern, bei denen das Mitwirken von Ex-Bundesliga-Profi Marco Völler, 2012 bis 2014 bei den White Wings unter Vertrag, offen ist, ist groß. „Das ist eine junge, im positiven Sinne wilde Mannschaft“, sagt Lübeck. Der gebürtige Hanauer Völler, lange Jahre Bundesliga-Profi und mittlerweile Sportdirektor des Frankfurter Bundesligisten, fehlte zuletzt. Auch das Bruderduell Felix Hecker/Philip Hecker fällt aus. Felix Hecker, vor der Saison nach Frankfurt gewechselt, hat mittlerweile einen Drei-Jahres-Vertrag als Profi beim Bundesligisten unterschrieben und darf somit nicht mehr in der ProB auflaufen. „Ich bin gar nicht so böse darum“, sagt Lübeck lächelnd: „Schließlich kenne ich Felix’ Qualitäten ja sehr gut.“

So oder so wollen die Hanauer am Samstag ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt bei der extrem ernüchternden 54:84-Niederlage in Koblenz. „Gegen das großgewachsene Frankfurter Team wird es für uns vor allem darauf ankommen, das Rebound-Duell zu gewinnen“, sagt Hanaus Chefcoach Kamil Piechucki. Und auch in der Offensive soll es nicht nur dank der Rückkehr von Walz besser klappen. Das Rezept dafür hat Piechucki auch im Kopf: „Wir müssen das Spiel wieder schnell machen und beim Zug zum Korb gute Entscheidungen treffen.“

Auch Frankfurts Coach Sepehr Tarrah hat Respekt vor dem Derbygegner: „In Hanau zu spielen, wird eine schwere Aufgabe. Sie spielen aggressiv nach vorne und attackieren früh den Korb. Vor allem Dewrell Tisdale Jr. ist ein gefährlicher Scorer.“ Das untermauerte der US-Amerikaner in Koblenz mit 22 Zählern. Dieses Mal aber, das erhofft sich nicht nur Lübeck, sollen auch seine Mitspieler mehr Zug zum Korb entwickeln. (Von Jörg Moll)

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