Treffsicher: Eduard Arques Lopez (Mitte) zählte gegen Oberhaching mit 18 Punkten zu den Hanauer Topscorern. Auf den Spanier wird es auch im Saisonendspurt ankommen.
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Treffsicher: Eduard Arques Lopez (Mitte) zählte gegen Oberhaching mit 18 Punkten zu den Hanauer Topscorern. Auf den Spanier wird es auch im Saisonendspurt ankommen.

Mit Jönke und Eichler nach München

White Wings: Die Kapitäne sind wieder an Bord

  • Jörn Polzin
    vonJörn Polzin
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Letztmals in dieser Hauptrunde müssen die Drittliga-Basketballer der Hanau White Wings in der Fremde ran. Und es steht eine der längsten Fahrten auf dem Programm. Ziel ist das knapp 400 Kilometer entfernte München, nur ins ebenfalls bayrische Oberhaching und nach Dresden war es weiter. Kräftezehrend wird der Trip allemal. Denn die White Wings reisen erst am Spieltag an – aus zweierlei Gründen.

Hanau –„Mit Blick auf das erhöhte Infektionsrisiko macht das schon Sinn. Und natürlich ist es auch eine Kostenfrage“, räumt Geschäftsführer Sebastian Lübeck ein. Bei einer Übernachtung wären die Spieler früher in Doppelzimmern untergekommen, zu Pandemiezeiten ist das nicht mehr möglich.

Samstagfrüh macht sich der Tross also auf den Weg, um 14 Uhr erfolgt der Sprungball, am frühen Abend die Heimfahrt. „Natürlich ist das ziemlich stressig, aber im Rahmen des Erträglichen“, sagt Lübeck schmunzelnd. Auch die Münchner hatten es im Hinspiel so gemacht, wie im Übrigen alle Gegner, die in dieser Saison in Hanau angetreten sind.

Mit an Bord in die bayrische Hauptstadt werden auch die Kapitäne sein. Der frischgebackene Papa Josef Eichler steht ebenso zur Verfügung wie Till-Joscha Jönke, der seine Fingerverletzung weitgehend auskuriert hat. „Der Arzt hat die Freigabe gegeben, auch wenn Till noch nicht bei hundert Prozent sein wird“, meint Lübeck.

Gemeinsam gilt es, die letzten Schritte Richtung Play-off-Teilnahme zu machen. Als Tabellensiebter mit vier Punkten Vorsprung auf die neuntplatzierten Frankfurter erscheint die Ausgangslage komfortabel. Nur wenn die Skyliners-Reserve die verbleibenden drei Begegnungen gewinnt und Hanau sämtliche verliert, blieben die White Wings auf der Strecke. „Sehr wahrscheinlich ist das natürlich nicht. Aber wir werden sicher nichts abschenken und haben es in der eigenen Hand“, betont Lübeck. Zumal sich auch Speyer als Dritter im Bunde leise Hoffnungen machen darf. Acht Zähler beträgt der Rückstand auf Hanau, dafür hat der Tabellenzehnte noch einige Nachholspiele zu absolvieren – die meisten zu Hause. In heimischer Halle werden auch die White Wings die Hauptrunde beenden, doch die Gegner Coburg und Dresden haben es in sich. „Dafür hatten wir einen vergleichsweise leichten Januar“, bemerkt Lübeck.

Zunächst gilt der Fokus ohnehin den Münchnern, die nach einer guten Saison ohne größere Schwächephase den fünften Platz belegen. Klare Siege gegen Ulm (83:63) oder Koblenz (90:69) unterstreichen das Potenzial der Erstliga-Reserve. „Sie haben ein gutes Nachwuchsprogramm und fördern ihre Talente“, betont Hanaus Headcoach Kamil Piechucki. Gleich elf Spieler stammen aus der eigenen Jugend. Darüber hinaus kann Trainer Andreas Wagner trotz des Status „Farmteam“ auf mindestens acht Stammkräfte zurückgreifen. Shooting Guard Jason George sticht mit 20 Punkten im Schnitt heraus. Das Spiel der Bayern zeichnet sich durch Energie und Schnelligkeit aus. „Die Mannschaft hat sehr viel Qualität und ist vor allem zu Hause sehr stark. Für uns wird es wichtig werden, ihre Fast Breaks zu unterbinden und Kontrolle über das Spiel zu bekommen“, so Piechucki.

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