Kruize Pinkins und die White Wings Hanau bekommen es am heutigen Samstag mit dem Tabellendritten zu tun, sind aber keinesfalls chancenlos. Archivfoto: TAP

Hanau

White Wings blicken optimistisch auf das Merlins-Top-Spiel

Basketball. Im Spiel gegen die Crailsheim Merlins bleiben die White Wings Hanau optimistisch, obwohl die Merlins als Hausherren die Favoritenrolle einnehmen. Die White Wings vertrauen auf ihre starke Defense. Doch ihr Alter könnte den Hanauern zum Defizit werden.

Wir haben nichts zu verlieren. Aber wenn wir unsere Defense aufs Parkett bringen und unsere Würfe treffen, haben wir eine gute Chance auf den Sieg“, geht Simon Cote, Headcoach der Hebeisen White Wings Hanau, optimistisch in das Top-Spiel des zwölften Spieltags. Der Tabellenfünfte aus der Grimmstadt trifft nämlich auf den Dritten Crailsheim Merlins (Samstag 19.30 Uhr). Aller Voraussicht nach wird Cote erstmals Neuzugang Sherwood Brown aufbieten können.

Der Gastgeber, immerhin Absteiger aus der BBL und mit dem Ziel Wiederaufstieg in die ProA-Spielzeit gestartet, hat sich im vergangenen Spiel gegen den 13., Team Ehingen Urspring, beim knappen 92:90-Sieg in der Overtime aber schwer getan. Entsprechend motiviert werden die Merlins in das Heimspiel gegen die White Wings gehen. „Hanau spielt eine gute Saison und hat vergangene Woche einen überzeugenden Sieg gegen Baunach eingefahren“, zollt Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat dem Gegner Respekt.

Favoritenrolle bei den HausherrenZudem hebt er Eugene Harris und Kruize Pinkins hervor: „Die beiden sind zusammen für über 35 Punkte pro Spiel verantwortlich. Sie gilt es dementsprechend, zu stoppen. Unser Team muss sich auf sich selbst konzentrieren und dafür sorgen, dass die Verletztensituation keinen zu großen Einfluss auf unser Spiel hat.“ Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von den angeschlagenen Michael Jost und Tuukka Kotti. „Natürlich sind da die gesunden Spieler gefragt, gerade vor heimischem Publikum noch einmal eine Schippe draufzulegen“, so Enskat.

Dennoch liegt die Favoritenrolle ganz klar bei den Hausherren. Warum, erklärt ein Blick auf den Kader. Nach dem Abstieg aus der höchsten deutschen Spielklasse ist mit Konrad Wysocki nicht nur der Kapitän und Leader geblieben, sondern eine absolute Identifikationsfigur. Und so ganz nebenbei bringt der 34-jährige einiges an Erfahrung mit, welche er diese Saison zu 9,4 Punkten und 4,7 Rebounds nutzt. Noch mehr Erfahrung kann der finnische Trainer Tuomas Iisalo unter den Körben aufbieten. Mit seinem Landsmann Tuukka Kotti hat er einen aktuellen Nationalspieler im Aufgebot. Der 2,05-Meter-Mann greift sich sieben Rebounds pro Partie und münzt diese in über elf Punkte um.

Topscorer Und dann ist da noch Patrick Flomo. Der 36-Jährige ist mit Bonn deutscher Vizemeister geworden und spielte seit 2013 mit Ludwigsburg und Crailsheim in der Bundesliga und ist den Merlins nun treu geblieben. Ein weiterer Veteran im Kader der Gastgeber ist Chase Griffin, der mit 12,2 Punkten Topscorer des Teams ist und vergangene Saison Rasta Vechta zum Aufstieg führte. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, auch mit einheimischen und internationalen Talenten wie etwa Craig Bradshaw. Und so ganz nebenbei haben die Crailsheimer mit Dunn, Griffin, Wysocki, Woods und Bradshaw gleich fünf Spieler, die von der Dreierlinie 40 Prozent und mehr treffen.

Doch die Merlins haben auch immer wieder Schwachstellen offenbart. So lassen sie von der Freiwurflinie relativ viel liegen, treffen dort nur 69 Prozent der Versuche. Zwar haben sie ihre einzigen Saisonniederlagen gegen Kirchheim und Heidelberg zu Saisonbeginn kassiert und sind seit sechs Spielen siegreich. In der Vorwoche haben die Merlins im Derby aber Kraft und Nerven verloren. Ehingen zwang die Merlins in die Overtime, obwohl der Favorit sich im Spielverlauf bereits deutlich abgesetzt hatte.

Ist das Alter ein Defizit?Und gerade das Alter könnte auch Samstag eine Rolle spielen. Gelingt es den White Wings über 40 Minuten mit ihrer Defense den Druck hoch zu halten, könnten die Veteranen müde werden. Dass die Flügelträger in der Sommerpause den Grundstein für genau diese Spielweise gelegt haben, zeigen die letzten Spiele.

Der Tabellenfünfte aus Hanau reist also mit dem nötigen Respekt nach Crailsheim, will den äußerst erfolgreichen November mit drei Siegen aus vier Spielen zu einem glorreichen Abschluss bringen. Verzichten muss Hanau aber auf Brian Sullivan und Paul Albrecht, dafür könnte es mit der Freigabe für Brown bis Samstag Abend klappen. - mei

Das könnte Sie auch interessieren