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White Wings mit bester Saison der Vereinsgeschichte

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Die Hebeisen White Wings feierten in diesem Jahr mit dem Einzug in die Playoffs der ProA ihren größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Archivfoto: Emmenlauer
Die Hebeisen White Wings feierten in diesem Jahr mit dem Einzug in die Playoffs der ProA ihren größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Archivfoto: Emmenlauer

Basketball. Das Saisonziel Klassenerhalt komfortabel erreicht und mit der Teilnahme an den Playoffs für ein Sahnehäubchen gesorgt: Nicht nur sportlich war die ProA-Saison 2017/2018 für die Hebeisen White Wings eine sehr erfolgreiche, sondern auch in Sachen Renommee.

Von Dominik Sharaf

Spieler, die zuvor nicht zu bekommen waren, klopfen nun von sich aus oder über ihre Agenten an, um nach dem Sommer in Hanau anzuheuern. Logisch ist auch, dass die Leistungen der Schlüsselspieler bei der finanzstarken Konkurrenz Begehrlichkeiten geweckt haben.

Das White-Wings-Management muss sich also auf intensive Verhandlungen einstellen. Mehrere Aktive stehen bei Vereinen aus der Basketball-Bundesliga und bei den Topklubs der ProA auf dem Einkaufszettel.

Es wäre keine Überraschung, sollte etwa bei Till-Joscha Jönke das Handy öfter klingeln: Der Ex-BBL-Spieler war phasenweise bester Akteur der Liga, mit einem Schnitt von 13,9 Punkten pro Partie wurfstärkster Hanauer und die Nummer 13 der ProA.

Jönke auch außerhalb Hanaus begehrtDass er mit 5,2 Vorlagen neuntbester Vorlagengeber war, steigert seinen Marktwert weiter, zumal Jönke als deutscher Spieler wegen der Ausländerbeschränkung begehrt ist. In der Vergangenheit hielt er den White Wings jedoch die Treue, obwohl er die anvisierte Rückkehr in das Oberhaus mit einem Wechsel hätte vollbringen und größere Summen verdienen können. Wie zu hören ist, kann sich Jönke auch eine vierte Saison in Hanau vorstellen.

Differenzierter stellt sich die Situation bei den US-Profis dar: Bester Amerikaner war 2017/2018 dem Punktekonto zufolge der wohl heftig umworbene Luquon Choice (13,0 Zähler pro Partie), gefolgt von Chase Adams (11,6), Christopher Brady (9,8) und dem enttäuschenden Lavon Long (5,3) – zu wenig für ein Playoff-Team, das die White Wings nun sind.

Dass Brady seine stärksten Auftritte im März und April hatte, könnte ihm eine Perspektive eröffnet haben, wohingegen die Formkurve des als Leistungsträger geholten Adams abflachte. Dank neuer Attraktivität könnte Hanau sie durch stärkere Leute aus den USA ersetzen. Ob Choice zu halten ist, ist nicht absehbar.

Eine weitere Erkenntnis der SaisonWenn die Hanauer einen ihrer vielen guten Tage erwischten, waren das Prunkstück des Teams das Kämpferherz und die Verteidigung. Der unablässig arbeitende Kapitän Christian von Fintel und Jönke waren teilweise in der Lage, die stärksten Gegenspieler aus dem Geschehen zu nehmen. Dass die White Wings mit 19,1 Fouls pro Partie die zweifairste Truppe der Liga waren, unterstreicht die Güte der Defense, aber auch die Probleme auf der anderen Seite.

Vierjahresvertrag für Cote47,8 Prozent verwandelte Abschlüsse aus der Nahdistanz sind Negativrekord – kein ProA-Team war schlechter. Dass bei den Dreiern 35,3 Prozent der Versuche fielen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Tage gab, an denen aus der Distanz gar nichts zusammenlief.

Dass Simon Cote es dennoch schaffte, die Truppe in das Viertelfinale zu führen, zeugt von seiner Klasse – und bestätigt die White Wings in ihrem überraschenden Manöver, den Trainer mit einem Vierjahresvertrag bis 2020 auszustatten. Cote wäre nur gegen Ablöse zu haben.

Dass die White Wings 2018/2019 wohl nicht tiefer in die Portokasse werden greifen können – auch wenn neue Sponsoren anklopfen –, liegt auch an kostspieligen Auflagen der ProA.

Mit im Schnitt 902 Zuschauern pro Heimspiel (Platz zwölf von 16 im Ligavergleich) bewegten sich die Hanauer zudem auf dem Niveau vergangener Jahre – geschuldet auch dem Fakt, dass die Main-Kinzig-Halle als Spielstätte nicht mehr zeitgemäß ist und alleine keine Fans lockt.

Grafik: HA

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