Wollen wieder mehr jubeln: Die Oberissigheimer Alexander Schunck (links) und Johannes Maisch. Trotz namhafter Zugänge im Sommer läuft es bei der Eintracht noch nicht rund.
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Wollen wieder mehr jubeln: Die Oberissigheimer Alexander Schunck (links) und Johannes Maisch. Trotz namhafter Zugänge im Sommer läuft es bei der Eintracht noch nicht rund.

KREISOBERLIGA

Weit hinter eigenen Erwartungen zurück: Eintracht Oberissigheim will in der Rückrunde angreifen

  • VonLennart Nickel
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So hatte sich Eintracht Oberissigheim das nicht vorgestellt. Nach nur 30 Punkten aus 18 absolvierten Partien der Fußball-Kreisoberliga Hanau muss der Spielausschussvorsitzende Alexander Lorei eingestehen: „Wir stehen auf dem achten Tabellenplatz - weit hinter den eigenen Erwartungen!“ Nach der Verpflichtung von namhaften Spielern wie Alexander Schunck und Johannes Maisch war die Erwartungshaltung hoch:

Bruchköbel – „Wir hatten uns für die Winterpause eigentlich erhofft, unter den ersten Drei zu stehen.“ Der ebenfalls im Sommer neu zur Eintracht hinzugestoßene Trainer Holger Wagner formuliert sein Hinrunden-Fazit diplomatisch: „Ich sage mal so, ich bin nicht enttäuscht, dass wir nicht ganz oben stehen“, meint der 46-Jährige und ergänzt ebenso vage, dass es „am Anfang nicht so optimal lief, wie man sich das vorstellt.“ Lorei bringt es auf den Punkt: „Wir haben auf jeden Fall nicht den Anspruch, im Tabellenmittelfeld zu landen.“

Zusätzlich schmerzt die Oberissigheimer Fußball-Seele, dass die Nachbarn aus Niederissigheim trotz größerem Umbruch vor Saisonbeginn nicht nur vor der Eintracht stehen, sondern auch das Derby mit 3:1 für sich entscheiden konnten. „Es war nicht zu erwarten, dass die vor uns stehen - offensichtlich machen die gute Arbeit“, gibt Lorei zu. „Alles in allem war es gerecht, dass wir das Derby verloren haben“, meint der 36-Jährige.

Für Coach Wagner war die Derbyniederlage beispielhaft für die bisherige schwarz-gelbe Saison. „Auch da haben wir den Gegner durch eigene Fehler stark gemacht. Leider haben wir oft nur eine Halbzeit guten Fußball gespielt“, bemängelt er. Auch Lorei fordert von der Mannschaft konstantere Leistungen. „Dass wir spielerisch mit allen Teams mithalten können, beziehungsweise deutlich stärker sind, können wir nicht über 90 Minuten umsetzen.“

Wagner will Alternativen zum klassischen 4-4-2 etablieren

In der nun anstehenden Vorbereitungszeit werde man an diesem kontinuierlichen Spielen arbeiten, gleichzeitig bestehe Bedarf, nicht zu festgefahren an einem Spielsystem festzuhalten. Auch Wagner will verschiedene Formationen ausprobieren. Bisher vertraute man beständig auf ein klassisches 4-4-2, nun soll das Angriffsspiel verstärkt werden. „Wir haben eine Riesenqualität gerade in der Offensive“, weiß Wagner.

Mit sieben Toren ist der „mitspielende Stürmer“ Alexander Schunck - wie Lorei ihn beschreibt - Oberissigheims Topangreifer der Hinrunde. „Ich bin froh, dass Kevin Schwarzer wieder im Kader steht“, meint der Spielausschussvorsitzende daher mit Blick darauf, dass der einzige „richtige Neuner“ der Eintracht weite Teile der Hinrunde verletzungsbedingt ausgefallen ist.

Mit Innenverteidiger Darius Kolodziej haben die Schwarz-Gelben auch einen echten Winterneuzugang vorzuweisen. Der 45-Jährige kommt von Eintracht Oberrodenbach, ihm gegenüber steht Mittelfeldmann Esat Gültekin, der die Eintracht gen FSV Bischofsheim verlässt (wir berichteten).

Was ist für die Eintracht in der anstehenden Rückrunde noch drin, da der VfR Kesselstadt und die Reserve des 1. FC Erlensee wohl kaum einzuholen sind? „Es geht für uns darum, viele Punkte zu holen und uns für Spieler aus anderen Vereinen attraktiv zu machen für die kommende Saison“, meint Lorei. Auch für Trainer Wagner ist klar, dass Platz acht in der Tabelle nicht das Maß der Dinge sein kann: „Die Mannschaft wollte ganz oben mitspielen, aber die Motivation sollte jetzt sein, am Ende auf Platz drei zu stehen.“ Oder wie Lorei sagt: „Ich hoffe, dass wir aus den verbliebenen Spielen 90 Prozent Siege rausholen können - dafür muss aber auch alles passen.“ (Von Lennart Nickel)

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