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Zumba in den heimischen vier Wänden: HA-Redakteurin Mirjam Fritzsche wagt den Selbstversuch – und zieht ein positives Fazit.

Zumba kombiniert Aerobic, Fitness und Tanz

Zumba-Kurs im Wohnzimmer: Statt in der Turnhalle zappelt HA-Redakteurin auf heimischem Parkettboden

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Sich fit zu halten ist in Zeiten von Corona nicht gerade einfach. Vor allem, wenn man kein Fan von Ausdauersport wie Laufen ist. Vor einiger Zeit hatte ich Zumba für mich entdeckt.

Dabei werden Aerobic, Fitnesselemente und lateinamerikanische Tanzschritte kombiniert. Doch der Kurs des TV Kesselstadt in der Turnhalle der Heinrich-Heine-Schule kann aktuell natürlich nicht stattfinden. Als unsere Trainerin Anne Sabine Kliesch schreibt, dass sie vorhat, uns live und online zum Tanzen zu bringen, bin ich begeistert. Denn im Homeoffice ist der Weg zum Kühlschrank nicht weit. Ein wenig Bewegung könnte da nicht schaden.

Vergangene Woche fand die erste Live-Session statt. Ein besonderes Ereignis: Sport im Wohnzimmer ist bei mir eine Premiere. Wie bei allen Online-Angeboten: Vor dem Schweiß steht die Technik. Wir verabreden uns zum Soundcheck. Dabei gibt unsere Trainerin Tipps zu Installation und allgemeinen Einstellungen.

Mehr Spaß mit vertrauten Kursteilnehmern

Natürlich könnte man das auch einfacher haben und eines der zahlreichen YouTube-Videos anschalten. Zu Zumba-Fitness gibt es eine reichhaltige Auswahl. Aber das Gefühl ist natürlich ein ganz anderes, wenn man gemeinsam mit den vertrauten Kursteilnehmern trainiert, mit den bereits eingeübten Tanzschritten und der bekannten Musik. „Das Training ist wie immer, nur aus der Ferne“, erklärt Anne Sabine.

Wenige Tage später ist es endlich so weit. Ich werfe mich in meine Sportklamotten, postiere den Laptop auf unsere Fußbank und räume mir den Platz vor dem Sofa frei. Nach mehreren Tagen im Homeoffice freue ich mich auf die Abwechslung. Per E-Mail kommt die Einladung zur Live-Session. 13 Teilnehmer haben sich an diesem Abend eingeloggt. Wir sehen Anne Sabine in ihrem Wohnzimmer. Auch bei ihr ist im Hintergrund eine Couch zu sehen.

Sportkurs sorgt für ein Stück Normalität

Ich schalte meine Musikbox ein und los geht’s. Die vertrauten lateinamerikanischen Rhythmen lassen ein Hochgefühl in mir aufkommen. Ein Stück Alltag. Ein Stück Normalität erhält Einzug. „Danke, Sabine“, denke ich. Doch auf die erste Begeisterung folgt schnell die Ernüchterung. Die Internetverbindung ist an diesem Abend anscheinend überlastet. Die Videoübertragung erfolgt zeitverzögert.

Die erste Teilnehmerin gibt auf. „Nach den ersten zehn Aussetzern in der Bewegung ging bei mir mental nix mehr“, schreibt sie in die WhatsApp-Gruppe. Jetzt ist Durchhaltevermögen gefragt. Ich bleibe weiter dran. Improvisiere. Zum Glück kann mich ja keiner sehen. Nach 30 Minuten endet der erste Teil. Mit einem neuen Link geht es weiter. Und wir werden belohnt: In der zweiten Hälfte klappt die Übertragung wesentlich besser. Schnell noch die Sitzbank weiter nach hinten schieben und weitermachen. Wir zappeln zu „Senorita“ und „Dance Monkey“ – die Gute-Laune-Musik springt über.

In Startposition: Zumba-Trainerin Anne Sabine Kliesch hat sich in ihrem Wohnzimmer Platz geschaffen. Die Online-Teilnehmer können ihr am Bildschirm folgen.

Nach insgesamt 60 Minuten endet das Training mit Dehnübungen. Anne Sabine bittet uns danach, den Ton wieder einzuschalten. „Ich hoffe, ihr habt auch alle mitgemacht und nicht nur mit einer Tüte Chips auf dem Sofa zugeschaut“, sagt sie. Unsere Videofunktion hatten wir ebenfalls ausgeschaltet, sie kann uns nicht sehen. „Bin rot wie eine Tomate“, schreibt eine Teilnehmerin über die Chatfunktion. Die anderen Tänzerinnen stimmen zu, sie haben geschwitzt.

Fazit der Teilnehmer ist eindeutig

Mein Fazit: Es hat Spaß gemacht. Nächstes Mal bin ich wieder dabei. Auch Anne Sabine Kliesch ist zufrieden. „Ich war überrascht, wie viele sich an dem Online-Kurs beteiligen“, erzählt die 31-Jährige im anschließenden Telefonat. An der Technik feile sie noch. Und erzählt, dass es möglich ist, andere Hintergründe einzublenden. „Vielleicht tanzen wir demnächst vor dem Eiffelturm in Paris“, sagt sie.

Zumba selbst entwickle gerade ein Tool, das „Zumba-Studio“ für alle Zumba-Instruktoren, um online Kurse geben zu können. Ich bin gespannt. Die Zumba-Kurse sollen nach der Corona-Krise wie üblich stattfinden: montags von 19.45 bis 20.45 Uhr in der Mehrzweckhalle beim TV Mittelbuchen und dienstags von 19 bis 20 Uhr in der Turnhalle der Heinrich-Heine-Schule beim TV Kesselstadt. Gäste zum Schnuppern sind willkommen. Weitere Informationen, auch wie man an Live-Sessions teilnehmen kann, gibt es im Internet.

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