Dem Favoriten die Stirn geboten: Erlensees Philipp Wörner machte Barockstadts Angreifer Moritz Reinhard das Leben schwer.
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Erlensees Philipp Wörner hier im Zweikampf mit Barockstadts Angreifer Moritz Reinhard.

Hessenliga

Von Bindewald und Schur gelernt: FC Erlensees Philipp Wörner will sein Können gegen Alzenau zeigen

  • VonGert Bechert
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An den 4. September 2021 erinnert sich Philipp Wörner gerne zurück. An diesem Samstag kehrte er mit der Mannschaft des FC Erlensee an seine frühere Spielstätte Am Prischoss des FC Bayern Alzenau zurück. Die 82. Minute hat sich in das Gedächtnis des 22-Jährigen eingemeißelt. Er erzielte den 2:2-Ausgleich, sein bislang einziges Tor in der laufenden Runde.

Erlensee – Und das ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein. Am Ende einer irrsinnigen Aufholjagd in der Schlussphase hatte Erlensee einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg umgemünzt. Am Mittwoch (27.10.2021, 19 Uhr, Sportzentrum) steht in der Fußball-Hessenliga Gruppe A das Rückspiel gegen die Unterfranken auf dem Spielplan.

„Mit einem Sieg und dann 30 Punkten hätten wir sehr wahrscheinlich die Teilnahme an der Aufstiegsrunde gesichert“, meint Wörner. Er weiß aber auch, dass es hierzu einer Leistungssteigerung gegenüber des schmeichelhaften 1:1 am Samstag beim KSV Baunatal bedarf. „Bislang haben wir nach schwächeren Spielen immer wieder zurück in die Spur gefunden“, verweist er auf die Energieleistung beim 3:2 gegen den SV Neuhof nur drei Tage nach der 1:3-Derbyniederlage beim FC Hanau 93.

Der Eichener zählt zu den Stammkräften des FCE. Am liebsten spielt er auf der sechs im zentralen defensiven Mittelfeld. FCE-Trainer Jochen Breideband schätzt die Qualitäten des Rechtsfußes. In zehn von 13 möglichen Spielen stand Wörner in der Anfangself.

Mit dem Fußballspielen begann der gelernte Bankkaufmann beim KSV Eichen, wo er bis zur D-Jugend kickte. Danach wechselte er zu Eintracht Frankfurt. Zwei Jahre am Riederwald folgten zwei weitere bei der SG Rosenhöhe Offenbach. Im zweiten B-Jugendjahr zog es ihn zur Eintracht zurück, sein Trainer war Uwe Bindewald. In den beiden A-Jugendjahren hieß der Coach Alexander Schur. „Von beiden Ex-Profis habe ich viel gelernt“, blickt Wörner gerne an die Zeit bei den Adlerträgern zurück.

Zwischen Profifußball und berufsbegleitendem Studium

Danach folgte der Wechsel zum Hessenligisten Bayern Alzenau, „der sehr ambitionierte Ziele verfolgte“. Nachdem in Wörners erster Saison bei den Unterfranken der Aufstieg in die Regionalliga nur knapp verfehlt wurde, klappte es ein Jahr später. „Ich musste mich entscheiden, ob ich mich ganz dem Fußball verschreiben sollte oder dem Beruf den Vorrang geben sollte“, blickt er zurück. Der Zeitaufwand, mit vier- bis fünfmal Training in der Woche und zusätzlich vielen Spielen, erschien ihm zu hoch, zumal die Vergütung nicht adäquat war. „Ich hatte mittlerweile ein berufsbegleitendes Studium aufgenommen, das ich auf keinen Fall aufgeben wollte“, berichtet er.

Als Vermittler zum FC Erlensee fungierte Tom Niegisch, den Wörner aus seiner Eintracht-Zeit kannte. Der derzeit verletzte Angreifer erwies sich als Türöffner, das Formale erledigte Ex-Trainer Tobias Heilmann. Den Schritt vor zwei Jahren vom Regionalliga-Aufsteiger zum damaligen Verbandsligisten Erlensee hat Wörner nicht bereut. „Die Mannschaft hat sich trotz Corona toll entwickelt. Aus einem Abstiegskandidaten ist binnen eines Jahres ein ernst zu nehmender Hessenligist geworden.“ Für ihn und seine Mitspieler stand nach dem missratenen Start in die Hessenliga, die ohne den Abbruch mit großer Wahrscheinlichkeit in den sofortigen Wiederabstieg gemündet hätte, fest, „dass wir alles dran setzen werden, dass sich so etwas nicht wiederholt.“ In der jetzt laufenden Runde hat Wörner eine andere Mentalität festgestellt „Breideband hat uns neues Selbstvertrauen eingeimpft. Er hat uns bei der Ehre gepackt, uns anders zu verkaufen. Ich habe mir persönlich geschworen, dass es in meiner weiteren Karriere nie mehr eine solch katastrophale Spielzeit wie vergangenes Jahr geben darf, wo wir oftmals vorgeführt wurden.“

Es scheint genutzt zu haben. Für Wörner wäre mit der Qualifikation für die im März nächsten Jahres startende Aufstiegsrunde die Mission noch nicht erfüllt. „Wir wollen dann auch gegen die anderen fünf Vereine aus der Gruppe B unser Können unter Beweis stellen“, betont er. Aber zunächst muss am Mittwoch die hohe Hürde gegen Wörners Ex-Verein Alzenau genommen werden. (Von Gert Bechert)

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