Bälle und Hütchen auf Fußballplatz
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Safakspor Hanau absolviert die wohl kürzeste Vorbereitung aller Zeiten.

Kreisoberliga

Wegen fehlendem Schlüssel: Safakspor Hanau startet vier Tage vor Saisonbeginn in die Vorbereitung

  • vonDavid Lindenfeld
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Hanau – Ein Kaltstart in die neue Saison? Wer in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten Ausschau nach Fußballern vom FC Safakspor Hanau hielt, bekam auf dem Trainingsplatz des SV Wolfgang, den der Klub mitbenutzt, niemanden zu sehen. Kein Training, keine Testspiele – und das obwohl am kommenden Sonntag auch für die Hanauer um 15.30 Uhr mit dem Spiel beim SV Oberdorfelden die neue Kreisoberliga-Saison beginnt.

„Wir haben leider gar nichts machen können“, sagt Trainer Kenan Demir, der das Amt in der vergangenen Saison von Kaan Günes übernommen hatte. Damals verloren die Hanauer Woche für Woche, Spiel für Spiel. Und das meist nicht mal knapp: Nur selten lauteten die Ergebnisse 1:3 wie gegen den SV Wolfgang oder 2:4 wie beim Aufeinandertreffen mit dem KSV Langen-Bergheim.

Zweimal stand es am Ende 0:11, zweimal 0:13. Das 1:22 gegen den FC Hanau 93 II und das beim Stand von 0:16 abgebrochene Spiel gegen Germania Niederrodenbach stellten die Negativhöhepunkte der vergangenen Saison dar. Es war beachtlich, dass es dem Klub trotz dieser hohen Niederlagen gelang, jeden Sonntag eine Mannschaft aufzubieten, die bereit war, sich zum Teil derart vorführen zu lassen.

Trainer von Safakspor Hanau wollte Neuanfang in tieferen Ligen

Und nun? Den Hanauern könnte – zumindest zum Start in die neue Spielzeit – Ähnliches widerfahren. Dabei könnte man doch meinen, dass während der vergangenen Monate genug Zeit gewesen wäre, die neue Saison besser zu planen. „Ich habe dem Vorstand gesagt, dass ich gerne einen Neuanfang in der A- oder der B-Liga machen würde. Aber Corona hat alles über den Haufen geworfen“, sagt Demir.

Der komplette Vorstand sei lange in der Türkei gewesen, um sich um private Angelegenheiten zu kümmern, die Vorrang hatten, und ist erst vor kurzem zurückgekehrt. Um die Planungen für die neue Saison kümmerte sich Demir – so gut diese sich ohne einen abwesenden Vorstand vorantreiben ließen. Beschlüsse wie ein freiwilliger Abstieg lagen nicht in seiner Hand: „Das habe ich ja nicht zu entscheiden“, sagt der Coach.

Safakspor Hanau: Trainer rechnet mit mindestens 16 Spielern

Mit Ali Osman Kurt hat er einen Neuzugang, der sicher zu den Hanauern stoßen wird. Mit weiteren Spielern wie Stürmer Burak Bagbasi befinde man sich in Gesprächen, sodass Demir mit einem Kader von 16 bis 17 Spielern rechnet. Viele davon trugen auch vergangenes Jahr das Safakspor-Trikot. Mit hundertprozentiger Sicherheit kann der Trainer nicht ausschließen, dass es wieder Spiele geben werde, in denen die Mannschaft nur mit acht oder neun Spielern auflaufe – noch gebe es aber, nicht zuletzt wegen des weiterhin geöffneten Transferfensters, Möglichkeiten, das zu verhindern.

Am Dienstagabend sollte eine wichtige Sitzung mit dem Vorstand stattfinden, verriet Demir am Vormittag. In den Tagen danach könne er genauere Aussagen treffen, auch was neue Spieler angeht. „Vieles ist noch offen. Es werden aber noch ein paar dazukommen. Nach der Sitzung weiß ich mehr.“

Kurios: Kein Training wegen fehlendem Schlüssel

Der Trainer hofft, dass er mit seinem Team am Mittwochabend in die wohl kürzeste Vorbereitung starten kann, die ein Kreisoberligaklub je absolviert hat. Bisher sei der Trainingsstart daran gescheitert, dass Demir keine Schlüssel für das Vereinsgelände hatte.

Unter diesen chaotischen Umständen scheint das Ziel der Hanauer, den Klassenerhalt zu schaffen, fast schon utopisch. „Wir haben vieles aufzuholen, werden versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und wollen uns nicht abschießen lassen“, sagt Demir.

Kreisoberliga: Auftaktspiel gegen SV Oberdorfelden

Immerhin geht es zum Saisonstart nicht gleich gegen eines der Schwergewichte der Kreisoberliga. Mit dem SV Oberdorfelden wartet am ersten Spieltag ein Gegner, der im vergangenen Jahr selbst enorme Probleme hatte. Die einzigen zwei erspielten Punkte wurden dem SVO wegen der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls wieder abgezogen.

Der Klub stand damit in der Endtabelle noch schlechter da als die Hanauer, die zum Saisonbeginn ein paar Punkte geholt hatten, als sie noch konkurrenzfähiger waren. Fußballerisch mache er sich mit der Mannschaft, die ihm zum Start zur Verfügung stehen wird, keine Sorgen. „Unser Problem wird die Kondition sein“, ist sich der Übungsleiter sicher.

Wenn man den Coach fragt, weshalb er trotz dieses Durcheinanders weiterhin Lust auf seine Aufgabe als Trainer habe, klingen seine Worte etwas treuherzig: „Ich liebe ja den Fußball“, sagt Demir dann und verbreitet noch ein bisschen Hoffnung: „Wenn die neuen Leute da sind, können wir bestimmt auch für die eine oder andere Überraschung sorgen.“

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