2019-04-13 JSG Buchberg - TuS Metzingen
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Zu Hause im Jugendhandball: Ilse Ruhlandt ist seit 40 Jahren Jugendtrainerin und ist im vergangenen Jahr mit der weiblichen B-Jugend ins Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft eingezogen. Die aktuelle Situation mit vielen offenen Fragen im Jugendhandball ist auch für die TVL-Abteilungsleiterin neu.

Viele Fragezeichen im Jugendbereich

Weibliche A-Jugend der JSG Buchberg für Bundesliga-Quali gemeldet – Im Bezirk wird eingeteilt

  • Julia Meiss
    vonJulia Meiss
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Normalerweise sind zu dieser Zeit einige Entscheidungen in Sachen Ligazugehörigkeit schon gefallen, andere werden durch Qualifikationsturniere noch ausgespielt. In Zeiten der Corona-Pandemie ist aber auch im Jugendhandball nichts normal.

Die Planung der neuen Saison stellt eine große Herausforderung dar, denn niemand weiß, wann sie losgeht. Ilse Ruhlandt ist ein alter Hase im Handball-Geschäft, aber auch die Abteilungsleiterin des TV Langenselbold steht vor vielen Fragezeichen, wirbt aber auch für Toleranz den Entscheidern gegenüber: „Die Amtlichen und Ehrenamtlichen im Verband und Bezirk tun ihr Bestes und versuchen an alles und jeden zu denken. Dennoch wird nicht jeder zufrieden sein. Aber man darf nicht immer nur an sich denken und muss die Situation, zum Beispiel in einer Liga zu spielen, die nicht zu einem passt, auch einfach mal akzeptieren. Wichtig ist doch nur, dass wir überhaupt wieder Handball spielen können.“ Dass die neue Saison im September begonnen werden kann, hält die 64-jährige Selbolderin, die bei der JSG Buchberg für gute Jugendarbeit im weiblichen Bereich steht und eine Mannschaft schon ins Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft geführt hat, für unrealistisch. 

Auch Ilse Ruhlandt und ihr Trainerkollege Mirko Stopinski haben ihre Mädels der weiblichen A- und B-Jugend (beide Oberliga) sowie die D-Mädchen direkt nach dem Saisonabbruch am 13. März mit Übungen für zu Hause versorgt. Demnach stand Training in Eigeninitiative anstatt Kennenlernen und Einspielen der neuen Mannschaften auf dem Programm. Denn nach jeder Saison setzen sich die Jugendteams zum Teil neu zusammen, der ältere Jahrgang rückt jeweils eine Altersklasse nach oben. Für die Verantwortlichen stellt sich die Frage, in welcher Liga die Mannschaften antreten sollen. 

Keine Klarheit aus Hessenebene

Auf Bezirks-, Landes- oder sogar Bundesebene? „Die Meldungen für die Spielklassen sind raus“, berichtet Ilse Ruhlandt. Qualifikationsturniere kann es im Moment natürlich keine geben, wodurch sich die Frage stellt, wie die Ligen eingeteilt werden. Auf der Ebene des Handballbezirks Offenbach/Hanau wird es laut Ruhlandt keine Qualiturniere geben, vielmehr werden die Ligen (Bezirks- und Bezirksoberligen) eingeteilt. „Der Bezirk arbeitet vorbildlich. Es gibt ein Ranking der Mannschaften, nachdem sie in die verschiedenen Ligen eingeteilt werden. Ich bin sicher, dass das dem Bezirk gut gelingt“, erklärt Ilse Ruhlandt, die seit 40 Jahren Jugendtrainerin ist.

Auf Hessenebene, also Landes- und Oberliga, ist die Situation noch nicht ganz klar. Möglich ist, dass an einem oder zwei Wochenenden vor dem Saisonstart Turniere stattfinden. Gleiches gilt für die Bundesliga-Qualifikation, für die die weibliche A-Jugend der JSG Buchberg gemeldet ist. „Wir haben die Info bekommen, dass wir gemeldet sind und können bis zum 30. Juni noch zurückziehen“, sagt die Selbolderin über den aktuellen Stand. Ursprünglich wollte sie mit ihrer weiblichen A- und B-Jugend jeweils in der Oberliga spielen. Vieles hängt davon ab, ob die neue Saison Mitte September starten kann oder eine der anderen erarbeiteten Varianten des Hessischen Handball-Verbands greifen. 

Weibliche A-Jugend trainiert an der frischen Luft

Die zweite Variante sieht einen Saisonstart Mitte Oktober vor, Plan C befasst sich mit einem Start im Januar und einer einfachen Runde ohne Rückspiele. Erst wenn feststeht, wann der Anpfiff ertönt, kann ein Konzept für eventuelle Turniere erstellt werden. „Man muss bedenken, dass die Kids mehrere Monate keinen Ball in der Hand hatten und kein richtiges Training möglich war. Außerdem spielen in Hessen Mannschaften aus Bayern mit, dort gelten zum Teil andere Regeln“, nennt Ilse Ruhlandt zwei Gründe, warum die Vereine nicht von heute auf morgen in den Spielbetrieb starten können. Ein paar Wochen normales Mannschaftstraining sollte vor Saisonbeginn möglich sein. Einen Schritt in diese Richtung haben die Jugendteams der JSG und Erwachsenenmannschaften des TV Langenselbold bereits gemacht. 

Die weibliche A-Jugend trainiert in Gruppen an der frischen Luft und feilt an Kondition und Kraft. Außerdem haben die Verantwortlichen ein Konzept erarbeitet, sodass die Mannschaften auch wieder in der Halle trainieren können – unter Einhaltung der Hygienevorschriften und gültigen Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie: „Wir haben im Vorstand beschlossen, dass jede Mannschaft einmal in der Woche in die Halle darf, abgesehen von den ganz Kleinen. Die restlichen Einheiten müssen draußen stattfinden. Der Gesamtvorstand hat unglaubliches geleistet. Es gab auch schon eine Videokonferenz mit allen Jugend- und Seniorentrainern, in der das Konzept erklärt wurde“, sieht die 64-Jährige den Verein gut aufgestellt. Damit kehrt bei der JSG Buchberg etwas Normalität ein, auch wenn im Jugendbereich nach wie vor viele Fragen offen sind.

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