Packendes Verfolgerduell: Jan Louis Richter (links) und die Spvgg. Roßdorf erwischten gegen Victoria Heldenbergen nicht den besten Tag. Das nutzten Justin Pollak und Co. aus und siegten durch einen Treffer in der letzten Minute.
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Packendes Verfolgerduell: Jan Louis Richter (links) und die Spvgg. Roßdorf erwischten gegen Victoria Heldenbergen nicht den besten Tag. Das nutzten Justin Pollak und Co. aus und siegten durch einen Treffer in der letzten Minute.

Kreisoberliga

Viel Hektik im Tabellenkeller: Drei Rote Karten in Oberdorfelden

  • VonLennart Nickel
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Mehr und mehr bildet sich in der Fußball-Kreisoberliga ein Spitzenduo heraus, das Sonntag für Sonntag die Punkte einsammelt. So auch an diesem 13. Spieltag wieder, als der 1. FC Erlensee II beim 1. FC Hochstadt gewann und sich Tabellenführer VfR Kesselstadt gegen den SV Kilianstädten keine Blöße gab. Im Verfolgerfeld des Spitzenduos hat sich unter anderem Victoria Heldenbergen festgesetzt - auch dank eines Last-Minute-Siegtreffers in Roßdorf.

Spvgg. Roßdorf - SV Heldenbergen 1:2 (1:1): Trotz einer dominanten zweiten Hälfte stand Roßdorf letzten Endes ohne Punkte da. Die Gäste aus Heldenbergen erwischten den besseren Start und gingen durch einen von Alexander Deutschmann verwandelten Foulelfmeter in Führung (10.). „Nach 15 Minuten haben wir das Spiel besser in den Griff bekommen“, berichtete Roßdorfs Vorstand Martin Heidt. Doch nur in der 24. Minute sprang dabei etwas Zählbares heraus - Luke Kulcsar traf zum Ausgleich. Nach der Pause war Heldenbergens Torwart Kevin Christiansen deutlich öfter gefordert als sein Gegenüber. Doch ein später Treffer von Marten Oehl per Kopf nach einem Eckball besiegelte die Niederlage für Roßdorf. „Es war nicht unser Tag“, bilanzierte Heidt.

Tore: 0:1 Deutschmann (10.), 1:1 Kulcsar (24.), 1:2 Oehl (90.) - Zuschauer: 70 - Beste Spieler: Geschlossene Mannschaftsleistung / Christiansen

VfR Kesselstadt - SV Kilianstädten 7:1 (3:0): „Wir waren heute sehr gut, die Spieler haben das abgerufen, was sie können“, freute sich VfR-Sprecher Edo Selimovic. „Kilianstädten hat versucht, mitzuspielen, das ist nach hinten losgegangen“, erklärte er. Für Kesselstadt war es ein rundum gelungenes Spiel - auch weil das lange Zeit verletzte Stürmer-Ass Emir Omerovic ab der 60. Minute für den angeschlagenen Almir Derdemez eingewechselt wurde und zum zwischenzeitlichen 5:1 traf (72.). Einzig die Torausbeute machte Selimovic Sorgen - wobei die sich keineswegs kampflos ergebenden Kilianstädter viel investierten, um nicht noch höher zu verlieren: Drei Mal retteten SVK-Spieler auf der Linie.

Tore: 1:0 Derdemez (23.), 2:0 Agovic (24.), 3:0 und 4:0 Derdemez (38. und 55.), 4:1 Strollo (67.), 5:1 Omerovic (72.), 6:1 Drino (76.), 7:1 Agovic (80.) - Zuschauer: 90 - Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung / Wawacek

1. FC Hochstadt - 1. FC Erlensee II 0:2 (0:2): Ein Eckball-Doppelschlag von Jonas Bassenauer machte den Unterschied zugunsten der Erlenseer Reserve aus. Dabei hätte es auch anders laufen können, hätte Hochstadts Jaouad El-Kaddouri in der 15. Minute den Ball nicht neben das Tor gesetzt, als FCE-Keeper Eugen Geldt schon geschlagen war. So konnten die Gäste ihren Vorsprung verwalten. „Es war kein Unterschied zwischen Erlensee und dem FCH erkennbar“, so Hochstadts Vorstand Manfred Maier, demzufolge lediglich ein Knipser aufseiten der Heimelf gefehlt hätte, um dem Tabellenzweiten noch gefährlich zu werden. „Die Mannschaft hat es heute gut gemacht, wenn sie auch nun mit leeren Händen dasteht“, so Maier abschließend.

Tore: 0:1 und 0:2 Bassenauer (20. und 24.) - Zuschauer: 100 - Beste Spieler: Ragaman, Bufi / Bassenauer, Geldt

Kewa Wachenbuchen - Eintracht Oberissigheim 0:0 (0:0): Kewa-Sprecher Matthias Brieder sah ein „kämpferisches, ausgeglichenes Spiel“, in dem beide Mannschaften in einer Halbzeit die Nase vorn hatten. Zuerst die Kewa, die zwei Eins-gegen-eins-Situationen nicht in Tore umwandeln konnte, dann die Eintracht, die mit zwei Kopfbällen an die Latte das 0:0 beinahe verhindert hätte. „Es war kein Spektakel-Spiel“, so Brieder, der am Ende vier gute Torchancen auf beiden Seiten verbuchen konnte. „Zufrieden sind wir damit nicht, das Ergebnis hilft uns nicht nach oben und nicht nach unten“, musste der Sprecher feststellen und erkannte eine gewisse „Stagnation“ bei der Kewa.

Tore: Fehlanzeige - Zuschauer: 50 - Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistungen

Safakspor Hanau - FSV Bischofsheim 0:4 (0:1): „Bis zum ersten Tor war es eigentlich ein Spiel auf Augenhöhe“, meinte Safakspor-Coach Cevat Arslan. Aufgrund einer Verletzung von Abwehrchef Feim Serhatov Feimov mussten die Hausherren ab der 30. Minute umstellen, zudem habe man nach dem Treffer von Eldin Fazli (43.) konditionell nachgelassen, so Arslan. Bischofsheim nutzte es fortan gnadenlos aus, wenn Safakspor nicht mehr geschlossen verteidigte. „Der FSV hat es am Ende ausgespielt“, erkannte der Trainer an. Da auch die beiden Hanauer Offensiv-Stützen Hasan Yilmaz und Henna Moussa verletzt rausmussten, „wird es überhaupt nicht einfach“ gegen Eintracht Oberissigheim am nächsten Spieltag, so Arslan.

Tore: 0:1 Fazli (41.), 0:2 Alasovic (54.), 0:3 und 0:4 Barfuss (62. und 83.) - Zuschauer: 100 - Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung / Marggraf, Traband

FSV Neuberg - Eintracht Oberrodenbach 3:3 (1:1): „Es fühlt sich an, als hätten wir zwei Punkte verloren“, ärgerte sich Neubergs Sportlicher Leiter Sven Kupillas nach dem „hektischen“ Spiel. Zweimal gingen die Oberrodenbacher durch Gamal Nofal in Führung (36. und 52.), zweimal kam der FSV durch Marvin Mohr zurück (42. und 65.). Ab der 60. Minute sah Kupillas sein Team am Drücker. Und tatsächlich erzielte Sven Blazevic nach Vorarbeit von Giuseppe Gencarelli in der Nachspielzeit das vermeintliche Siegtor (90.+2). „Das 3:2 wäre eine Belohnung für die letzten Wochen gewesen“, ärgerte sich der Sportliche Leiter angesichts der schwierigen Phase seines Teams. Ein letzter, langer Freistoß der Eintracht verhinderte dies, Maximilian Hüttel traf per Picke und abgefälscht zum 3:3 (90.+4).

Tore: 0:1 Nofal (36.), 1:1 Mohr (42.), 1:2 Nofal (52.), 2:2 Mohr (65.), 3:2 Blazevic (90.+2), 3:3 Hüttel (90.+4) - Zuschauer: 100 -Beste Spieler: Gencarelli, Mohr / Adam

Germania Niederrodenbach - KSV Langen-Bergheim 2:1 (0:0): „Es war ein katastrophales Spiel von uns“, urteilte Germania-Sprecher Detlef Knoll. Über weite Strecken habe er das Gefühl gehabt, die favorisierten Hausherren würden mit angezogener Handbremse spielen. Nichtsdestotrotz wurde es am Ende dramatisch. Nervin Memic foulte in der 85. Minute einen Langen-Bergheimer - aus Niederrodenbacher Sicht außerhalb des Strafraums, aus Sicht von Schiedsrichter Stefan Schäfer innerhalb. Tolga Aytekin verwandelte den Elfmeter sicher. „Dass sie es dann so noch umgedreht haben, war eine Willensleistung“, erklärte Knoll das späte Comeback der Germania. Erst traf Kian Krüger aus dem Tumult heraus per Abstauber zum 1:1 (89.), dann schoss Marco Veit Niederrodenbach doch noch zum Sieg (90.+4). „Mit dem Zustandekommen kann man nicht zufrieden sein“, ermahnte Knoll aber.

Tore: 0:1 Aytekin (FE./85), 1:1 Krüger (89.), 2:1 Veit (90.+4) - Zuschauer: 130 - Bes. Vorkommnis: Zeitstrafe für Jannik Lohde (Langen-Bergheim, 60.) - Beste Spieler: Fiebig, Botzum / Schulz, Lohde

SV Oberdorfelden - SV Wolfgang 1:2 (0:2): Ein „turbulentes Spiel“ erlebte SVO-Sprecher Dietmar Böhmert beim Duell des Tabellen-18. gegen den -zwölften. Bevor es so weit kam, dass Schiedsrichter Fabian Ruhs mit Roten Karten und einer Zeitstrafe eingriff, führten die Gäste bereits 2:0. Früh traf Oberdorfeldens Florian Hahn unglücklich per Kopf ins eigene Tor (5.), später ließ sich Peter Steinbach die Chance nicht nehmen, einen Foulelfmeter zu verwandeln (38.). Der SVO kam besser aus der Pause und hatte durch Anas Alafaghani zwei große Chancen, danach wurde es hektisch. In der 53. Minute flog Wolfgangs Shahin Ostad Haji aufgrund einer Tätlichkeit vom Platz, wegen wiederholten Foulspiels musste Marcel Bojahr (SVO) zehn Minuten raus und in der 89. Minute flogen sein Teamkollege Michael Fuchs und Wolfgangs Burak Kongur, nachdem sie bei einer Rudelbildung aneinandergeraten waren. Oberdorfelden habe laut Böhmert am Ende noch mal gedrückt und viele Ecken herausgespielt. Doch mehr als den Anschlusstreffer in der Nachspielzeit, ein Eigentor von SVW-Verteidiger Arnes Arnautovic, brachte das Tabellenschlusslicht nicht zustande.

Tore: 0:1 Hahn (5./ET), 0:2 Steinbach (38./FE), 1:2 Arnautovic (90.+2/ET) - Zuschauer: 40 - Besondere Vorkommnisse: Rote Karten wegen Tätlichkeiten für Shahin Ostad Haji (53./SVW), Michael Fuchs (89./SVO) und Burak Kongur (89./SVW), Zeitstrafe für Marcel Bojahr (62./SVO) - Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung / Kurt, Donges

Von Lennart Nickel

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