Im Relegationsspiel gegen Oberndorf feierten die Spieler von Türk Gücü den Einzug ins Relegationsfinale, doch da war gegen Obertshausen Schluss. Nun dürfen sie doch den Aufstieg in die Gruppenliga bejubeln. Archivfoto: TAP

Hanau

Verspäteter Aufstiegsjubel: Türk Gücü Hanau steigt auf!

Fußball. Nun ist es amtlich: Weil der OFC keine Reserve meldet, steigt Türk Gücü Hanau in die Gruppenliga Frankfurt Ost auf und nimmt dort als zweitbestes Team der Aufstiegsrunde den Platz von Kickers Offenbach II ein. 

Von Frank Schneider

„Um 1.43 Uhr ist die Nachricht per Mail bei mir eingegangen, dass der OFC mit seiner zweiten Mannschaft auf sein Startrecht in der Gruppenliga Frankfurt Ost verzichten wird“, teilte Klassenleiter Harald Vorndran mit.Wenn es noch eines Nachweises bedurfte, dass bei den finanziell gebeutelten Offenbacher Kickers derzeit Tag und Nacht gearbeitet wird, um die aufgelaufenen Verbindlichkeiten abzubauen, dann ist dieser mit dem ungewöhnlichen Versendungstermin erbracht.

Die Tag- und Nachtschichten bei den Offenbacher Kickers erklären die Versendungsuhrzeit von 1.43 UhrKurzum: Beim Aufstellen des Gesamtbudgets hatte der Regionalligist wohl keine Gelder mehr für den Spielbetrieb einer zweiten Mannschaft übrig. Vielmehr sollen übrige Mittel direkt in den Jugendbereich investiert werden.Bei Türk Gücü Hanau verbreitete sich die erfreuliche Nachricht gestern in Windeseile. „Wir sind sehr glücklich, dass es doch noch geklappt hat und freuen uns riesig auf die Gruppenliga“, erklärte Trainer Kaan Günes.Nach der 0:1-Niederlage im Endspiel der Aufstiegsrunde in Ober-Seemen gegen Kickers Obertshausen waren seine Jungs niedergeschlagen. „Das war sehr bitter, doch jetzt hat sich unsere harte Arbeit doch noch gelohnt“, so Günes.

Türk Gücü Hanau freut sich sehr über die Nachricht zu dem doch noch gelungenen AufstiegDie Aufstiegsfeier soll in Kürze nachgeholt werden, doch primär will der Verein die Zeit nutzen, um sich gut für die neue Herausforderung aufzustellen. Zwei wichtige Personalien sind unterdessen geklärt. Der von vielen Vereinen heftig umworbene Torjäger Connor Storm hat dem Verein nach Auskunft des Trainers genauso seine Zusage für die kommende Runde gegeben wie Sturmpartner Michele Moscelli.„Wir hoffen, dass die Mannschaft zusammenbleibt, bis jetzt haben wir auch keinen Abgang“, berichtet Kaan Günes. Zwei, drei junge Perspektivspieler sollen jetzt noch kommen, dann sieht Günes seine Truppe für das Abenteuer Gruppenliga Frankfurt Ost gut gewappnet.

Zusage der Torjäger Connor Storm und Michele MoscelliNach dem zweiten Aufstieg in Folge ist die Euphorie beim türkischen Verein ohnehin groß. Schon der Klassenerhalt in der Kreisoberliga wäre der größte Erfolg in der Geschichte des 1970 gegründeten Vereins gewesen.Die Heimspiele in der neuen Spielklasse wird der Aufsteiger auch nicht mehr auf dem Sportgelände in Mittelbuchen, sondern auf der Rudi-Völler-Sportanlage des TSV 1860 Hanau austragen. „Wir freuen uns, dass wir wieder direkt in Hanau spielen, das ist für unsere Anhänger eine schöne Sache“, freut sich Günes über den bevorstehenden Umzug.Heimspiele werden nun auf der Rudi-Völler-Sportanlage des TSV 1860 ausgetragenInsgeheim hatte er nach dem verlorenen Endspiel auf den Rückzug der Kickers gehofft. „Wir haben immer zweigleisig geplant“, deutet der Aufstiegstrainer an, dass sein Verein jetzt von der Nachricht des nachträglichen Aufstiegs keinesfalls auf dem falschen Fuß erwischt wird.

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