Arg ersatzgeschwächt musste Kewa Wachenbuchen um Niklas Fehst zuletzt einen bitteren Ausgleichstreffer gegen den FSV Bischofsheim und Lion Traband hinnehmen.
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Arg ersatzgeschwächt musste Kewa Wachenbuchen um Niklas Fehst zuletzt einen bitteren Ausgleichstreffer gegen den FSV Bischofsheim und Lion Traband hinnehmen.

Kreisoberliga

Verletzungsgeplagte Kewa hat gegen Oberissigheim einen Plan: Giftig sein und keine Spielfreude aufkommen lassen

  • VonLennart Nickel
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„Das hat sehr wehgetan, wir dachten, das 2:1 bringt den Sieg“, beschreibt Trainer Marcel Smiroldo die Gefühlslage bei Kewa Wachenbuchen, als der FSV Bischofsheim am vergangenen Sonntag nur zwei Minuten nach der Führung von Nils Kreitz in der 88. Minute den Ausgleichstreffer in der Fußball-Kreisoberliga erzielte.

Maintal – Dass bei dem 2:2 beim FSV mit Kreitz und Elias Schmitt die beiden Innenverteidiger das Toreschießen übernehmen mussten, zeigt indirekt ein Problem der Kewa auf: Die nicht kürzer werden wollende Verletztenliste, die insbesondere die Offensivabteilung des Tabellenvierten betrifft. „Wir müssen circa vier Wechsel pro Woche in der Startformation vornehmen“, beklagt Smiroldo die Situation, die die Wachenbuchener nur dank ihres breiten Kaders und der zweiten Mannschaft noch einigermaßen auffangen könnten.

Die Ausfälle von Colin Stein, Tim Brieder, Tim Eibelshäuser, Elko Bajramovic-Schmidt und Marco Kolev wiegen schwer, wobei Kolev immerhin zuletzt einen Kurzeinsatz absolvieren konnte. Einer der letzten Konstanten, so der seit Sommer 2020 amtierende Smiroldo, ist Elias Schmitt. Der betont, dass auch die Innenverteidigung gegen Bischofsheim erst zum zweiten Mal hintereinander identisch aufgelaufen sei. Schmitt sieht sich und seine Verteidiger-Kollegen in der Pflicht, die vom Trainer geforderte Stabilität auf den Platz zu bekommen. „Umso mehr muss man sich darauf konzentrieren, hinten sicher zu stehen, wenn vorne viel gewechselt wird“, so der Abwehrspezialist.

Aufgrund der Verletztenmisere legt Smiroldo seine Hoffnungen für das kommende Spiel gegen den Tabellennachbarn Eintracht Oberissigheim in Sachen Offensive auf „unsere Youngster“, Elias Zafar und Felix Kannengießer, die zu Beginn der Saison noch in der Reservemannschaft spielten.

Die Erfahrung und Qualitäten des kommenden Gegners sind dem Trainer bewusst: „Für uns ist es eine sehr, sehr schwere Aufgabe in unserer aktuellen Lage.“ Insbesondere Spieler wie Ex-Hessenligastürmer Alexander Schunck könnten der Kewa-Defensive um Elias Schmitt gefährlich werden. Der mit einer kurzen Ausnahme schon immer in Wachenbuchen kickende 24-Jährige freut sich aber schon darauf, am Sonntag den Spielverderber zu geben: „Ich nehme das immer eher als Motivation, davon lebt ein Innenverteidiger.“ Schmitt möchte mit seiner Mannschaft giftig auftreten und so bei der Eintracht gar nicht erst so etwas wie Spielfreude aufkommen lassen. Sein Trainer sieht das ähnlich: „Wir müssen schauen, dass wir von der ersten Minute an gut drin sind.“

Aufgrund der aktuellen Lage möchte Smiroldo zudem lieber auf das eigene Team schauen, anstatt den Blick auf die von Erlensee II und Kesselstadt belegten vorderen Plätze zu werfen. „Ich glaube nicht, dass wir uns da einen Gefallen tun würden, da draufzuschauen“, so der unfreiwillige Improvisationskünstler Smiroldo. Bei einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten Oberissigheim würde er vermutlich eine Ausnahme von der Tabellenansichts-Abstinenz machen und Elias Schmitts Philosophie des Tabellen-Studiums beherzigen: „Ein Auge hat man immer drauf.“

Von Lennart Nickel

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