Hanau

Verletzter HSG-Kapitän hofft auf Auswärtssieg zum Jahresabschluss

Handball. Kurz bevor es in die Winterpause geht, hat die HSG Hanau nochmal die bisher beste Serie in dieser Saison gestartet – der 31:22-Heimsieg gegen den TV Germania Großsachsen am vergangenen Wochenende war der dritte Sieg in Folge.

Von Robert Giese

Diese Serie will die HSG am Samstagabend im letzten Spiel des Jahres beim Aufsteiger TV Erlangen-Bruck ausbauen, auch wenn der Tabellenachte der 3. Liga Ost dabei weiterhin auf seinen Kapitän Sebastian Schermuly verzichten muss.

Der HSG-Schlussmann, der bereits in den beiden vergangenen Partien fehlte, fällt wegen muskulärer Probleme aus. „Aber ohne mich“, merkt der Hanauer Kapitän angesichts der beiden Siege ohne seine Beteiligung mit einem Augenzwinkern an, „läuft es ja auch ganz gut.“ Schermuly hat also volles Vertrauen in Benedikt Müller und Fabian Tomm, die am vergangenen Wochenende das Torhütergespann der HSG bildeten.

Überhaupt konnte die etatmäßige Nummer eins der Hanauer den letzten Heimauftritt seiner Mannschaft zufrieden von der Seitenlinie aus verfolgen – zumindest im zweiten Durchgang, als die Hanauer Großsachsen über weite Strecken an die Wand spielten.

Aufwärtstrend erkennbar

Balsam auf die Seele nicht nur der über 400 Fans, sondern wohl auch der Mannschaft, die im Herbst „einen kleinen Durchhänger hatte“, wie Schermuly einräumt. Dieser sei angesichts der Personalsituation aber nachvollziehbar gewesen: „Die Spieler, die in den Wochen zuvor im Dauereinsatz waren, waren einfach irgendwann platt, und diejenigen, die nach ihrer Verletzung zurückkehrten, waren noch nicht wieder richtig fit.“

Umso wichtiger sei es, dass die Mannschaft nun noch vor der Winterpause mit drei Siegen in Folge die bisher beste Serie der Saison gestartet habe. „Wir haben dabei sicher auch davon profitiert, dass wir in diesen Spielen nicht gegen Teams aus der Spitzengruppe der Liga gespielt haben“, so Schermuly – sowohl die zweiten Mannschaften des HSC Coburg und der SG Leipzig sowie Großsachsen zählen zu den Abstiegskandidaten.

Aber bei den Hanauern sei ein Aufwärtstrend erkennbar, der im neuen Jahr wohl erst richtig anziehe. „Nach der Winterpause müssten bei uns alle Spieler wieder richtig fit sein, mal sehen, was wir dann für Leistungen zeigen“, blickt Schermuly mit Vorfreude aufs neue Jahr.

Heimstarker Gegner

Aus dem alten Jahr will sich die HSG mit einem Auswärtssieg verabschieden, wie ihr Kapitän betont: „Unsere Serie auszubauen, wäre zum Jahresabschluss noch mal ein Bonbon, das würde gut passen.“

Jedoch gibt es beim Aufsteiger keine Punkte geschenkt, wie zuletzt drei Teams aus der Region feststellen mussten: Hintereinander verloren sowohl der TV Gelnhausen als auch die HSG Rodgau Nieder-Roden beim Tabellenvorletzten, die MSG Groß-Bieberau/Modau musste sich vor drei Wochen in Erlangen mit einem Unentschieden begnügen. Insgesamt zeigte sich der Aufsteiger sehr heimstark und holte alle acht Zähler in Erlangen, denn selbst der einzige Auswärtspunkt resultiert aus einem Gastspiel beim Stadtrivalen HC Erlangen II.

Schermuly und seine Teamkollegen sind ob dieser Heimstärke also gewarnt. „Sie kämpfen um den Klassenerhalt, da wollen sie im letzten Spiel des Jahres vor eigenem Publikum bestimmt gewinnen“, ist sich der Hanauer Kapitän sicher. Er erwartet daher eine schwere Auswärtsfahrt, auch wegen der ungewöhnlichen Abwehrformation des Abstiegskandidaten. „Im Hinspiel haben sie mit einer 3:3-Deckung verteidigt, die für die meisten Gegner sehr unangenehm ist. Wir müssen versuchen, diese Abwehr mit langen Kreuzbewegungen und gutem Eins-gegen-Eins-Verhalten zu knacken“, gibt der HSG-Schlussmann die Marschroute vor.

Auswärtspunkte wichtig

Entscheidend sei es, die richtige Einstellung an den Tag zu legen, denn Erlangen „wird sicher top-motiviert sein.“ Die Hanauer wollen jedoch unbedingt beide Zähler aus Mittelfranken mitnehmen – auch, weil ihre eigene Heimbilanz diesmal nicht so makellos ist wie in der Vorsaison.

„Wir wollen am Saisonende mindestens ein ausgeglichenes Punktekonto haben, und da wir schon zwei Heimspiele verloren haben und im neuen Jahr starke Gegner bei uns zu Gast sind“, rechnet Schermuly vor, „sollten wir auswärts so viele Punkte wie möglich sammeln.“

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