Güney Günel wird von seinen Mannschaftskollegen gefeiert. Foto: TAP

Hanau

Vergleiche mit Armin Hary: Daten und Fakten zum Hallenmasters

Fußball. Eine neue Ära scheint angebrochen. Nachdem der FSV Bischofsheim das Hanauer Hallenmasters von 2013 bis 2016 dominierte, schickt sich der SC 1960 Hanau an, in die großen Fußstapfen der „Frösche“ zu treten. Nach 2017 gewann der Verbandsligist auch 2018 den begehrten Cup – und das absolut verdient.

Von Gert Bechert

Zudem wählte die Turnierleitung Güney Günel zum besten Spieler und Abdul Samed Ersöz zum besten Torwart des Turniers. Einzig die Torjägerkrone ging nicht an einen Kicker des HSC. Diese sicherte sich Maximilian Walter (SG Bruchköbel) mit zehn Treffern.

„Günel war der Spieler mit der meisten Einsatzzeit. Seine Laufwege waren beeindruckend, ihm ging die Puste nie aus“, begründete Kreissportgerichtsvorsitzender Günter Klein-Alstädde die Auszeichnung. Auch Ex-Landrat Karl Eyerkaufer war von den läuferischen und spielerischen Qualitäten des 28 Jahre alten Linksfußes, der schon für Bayern Alzenau am Ball war, beeindruckt. „Da hätte selbst Armin Hary seine Mühe gehabt mitzuhalten“, verglich der frühere Mittelstreckler Günel mit dem ehemaligen 100-Meter-Weltrekordler. Ersöz überzeugte mit seiner Ausstrahlung. 2016 wechselte der 27-jährige Keeper von Türk Gücü Friedberg zum HSC, mittlerweile ist er zum Kapitän des kurdisch geführten Klubs aufgestiegen.

Karlheinz Keßler wurde vermisstWalter konnte sich dagegen über den Gewinn der Torjägerkrone nicht so richtig freuen. Die 3:6-Klatsche im Halbfinale gegen Germania Großkrotzenburg nagte sichtlich am Gemüt des SGB-Verteidigers. Mit Bischofsheim hatte der 26-Jährige viermal den Cup gewonnen, auch mit der SGB hätte er gerne im Finale gestanden. „Leider riss die Serie“, bedauerte der vom Stürmer zum offensiven Linksverteidiger umgeschulte Linksfuß.

Einen Mann hinter dem Tresen vermisste das Stammpublikum in der August-Schärttner-Halle: Karlheinz Keßler. Der langjährige Oberligaschiedsrichter, mittlerweile 77 Jahre alt, hatte sich in den vergangenen Jahren mit dem Verkauf von Schaumküssen einen Namen gemacht. Diesmal musste er wegen einer Knieoperation passen. Er wurde aber bestens durch Claudia Vanheiden vertreten. „Karlheinz hat mich frühzeitig eingewiesen, es klappte alles wie am Schnürchen“, freute sich die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Schiedsrichter über den Rekord-Verkauf von 660 Schaumküssen. Es wird sicher den Genesungsprozess Keßlers, der am 30. Januar aus der Reha entlassen wird, fördern.

Mit 73 noch auf dem Feld aktivNoch ein weiterer Oldie sorgte für Schlagzeilen. Der bereits 73 Jahre alte Helmut Fischer ließ es sich erneut nicht nehmen, in der Trainerauswahl gegen eine Behindertenmannschaft anzutreten. Der Mittelbuchener fiebert bereits dem 17. Februar entgegen. An diesem Tag findet die Ü50-Futsal-Hessenmeisterschaft in Grünberg statt und er ist mit der SG Dörnigheim/Mittelbuchen mit von der Partie. Schon zweimal (2011 und 2012) gewann er mit der SG auf dem Kleinfeld den hessischen Titel. „Mittlerweile bin ich immer der Älteste“, berichtet der junggebliebene Oldie, der stolz auf über 2000 Spiele zurückblickt.

Mit Christoph Prümm (FC Hanau 93) und Blerim Petrovci (Türk Gücü Hanau) waren auch zwei Spielertrainer am Start. Besonders der bereits 38 Jahre alte Petrovci bestach mit einigen Kabinettstücken. „Spiele in der Halle machen mir immer noch viel Spaß, da muss man nicht so viel laufen wie draußen“, meinte der frühere Oberligaspieler (FV Bad Vilbel) schmunzelnd. Dass aber auch bei ihm der Zahn der Zeit nagt, räumte er vor dem entscheidenden Zwischenrundenspiel gegen Bruchköbel ein: „Mir tun schon alle Knochen weh.“ Ob es daran lag, dass Türk Gücü 2:10 unterging, blieb offen. Der älteste Spieler des Turniers war Petrovci aber nicht. Diesen Nimbus beanspruchte der Hochstädter Ilija Ljubicic mit 39 Lenzen.

Rekordsumme bei den SpendenDa der Kreisfußballausschuss kein Startgeld erhob, war es den Vereinen vorbehalten, mit einer Spende zum finanziellen Gelingen des Masters beizutragen. Heuer kam die Rekordsumme von 1500 Euro zusammen, was mit am SV Kilianstädten lag, der allein 200 Euro spendete.

Diese Summe und die fast gleiche Anzahl an Zuschauern (680) wie im Vorjahr sowie die Zuwendungen der Sponsoren lässt Organisationchef Walter Heßler hoffen, wieder rund 5000 Euro an die Lebenshilfe Hanau und die Edy-Petri-Stiftung in Großauheim spenden zu können.

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