Immer wieder Tim Kuhl! Der Schlussmann von Viktoria Nidda tried in er Anfangsphase Kosuke Komiya mit seinen Paraden zum Verzweifeln und im weiteren Spielverlauf ganz 1960 Hanau. Foto: TAP

Hanau

Verbandsliga Süd: Hanauer SC verliert 3:4 gegen Nidda

Fußball. Beim SC 1960 Hanau geht nach der 3:4 (1:2)-Heimniederlage gegen Viktoria Nidda das Zittern wieder los. Nur zwei Punkte aus den vergangenen vier Spielen haben den Abstand zu den Abstiegsrängen auf mickrige zwei Zähler zusammen schmelzen lassen.

Von Gert Bechert

Der HSC-Coach bemängelte erneut die miserable Chancenverwertung. „Bevor der Gegner mit einem Doppelschlag 2:0 in Führung ging, hätten wir längst führen müssen.“ Kosuke Komiya hieß der Unglücksrabe der ersten Viertelstunde. Dreimal hatte er die Führung vor Augen, dreimal patzte er. Zweimal stand er allein vor Tim Kuhl, einmal scheiterte er am Gästekeeper (10.), einmal traf er den Außenpfosten (12.).

Danach drehte sich urplötzlich das Blatt. Sven Diedrich schickte Noah Michel auf die Reise, der Torjäger umkurvte HSC-Torwart Abdul Ersöz, wurde dabei aber auf die Grundlinie abgedrängt und die Chance verpuffte (15.). In der 20. Minute scheiterte Kevin Kuhl an der Latte, den Abpraller drosch Diedrich aufs Tor, wo ein HSC-Verteidiger auf der Linie per Hand klärte und dafür mit Gelb gut weg kam. Den fälligen Strafstoß verwandelte Michel zur Niddaer Führung. Nur eine Minute später war Michel (21.) nach einer Flanke von Marco Filges erneut zur Stelle und erhöhte per Kopf auf 2:0.

Anschluss in der 36. MinuteDie Hausherren gaben sich auf dem tiefen Geläuf des Herbert-Dröse-Stadions nicht geschlagen. Nach einer Ecke brachten die Gäste das Leder nicht aus der Gefahrenzone und Kaan Köksal (36.) verkürzte auf 1:2. Und die Chancen, den Spieß noch umzudrehen, schienen wenig später weiter zu steigen, als Gästekapitän Christoph Pilch (40.) nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot sah.

Niddas sportlicher Leiter Gunther Schneider sprach von einer schmeichelhaften Halbzeitführung und prophezeite seinem Team „eine extrem schwere zweite Hälfte.“ Er schien zunächst Recht zu behalten. Der HSC kam mit neuem Schwung aus der Kabine, schnürte Nidda am eigenen Strafraum ein und wurde prompt belohnt. Nach einer Ecke bugsierte Michael Meinzer (48.) den Ball per Kopf in die eigenen Maschen – 2:2. In der Folge brannten insbesondere die Gastgeber ein Fußballfeuerwerk ab. Benjamin Braus (50.), der im zweiten Durchgang nach vorne beordert wurde, scheiterte aus kurzer Entfernung an Tim Kuhl, den abgewehrten Ball drosch Komiya über das Gehäuse. Drei Minuten später blieb ein indirekter Freistoß Braus‘ (53.) aus acht Metern in der Mauer hängen. Statt einer möglichen Führung lag das Abbruzzese-Team wenig später erneut zurück. Der pfeilschnelle Michel wurde von Kazuki Takahashi von den Beinen geholt und verwandelte den fälligen Strafstoß zur 3:2-Führung (56.).

Ausgleich per KopfIm direkten Gegenzug glich Köksal (57.) nach einer Komiya-Flanke per Kopf aus. Danach verflachte die Partie etwas. Man merkte den Hausherren den Kräfteverschleiß deutlich an. Nidda ließ hinten nichts mehr anbrennen und lauerte auf Konter. In der 72. Minute ging die Rechnung auf. Michel düpierte an der Grundlinie den für den erneut verletzten Timo Dauber schon nach 35 Minuten eingewechselten Jinseok Jeagal, passte nach innen, wo Sebastian Wagner nur noch einzuschieben brauchte. Fast wäre nach dem gleichen Muster Jan Lüdke (85.) noch das 5:3 gelungen, er verstolperte aber frei vor dem Tor.

„Wir haben eine Vielzahl guter Chancen vergeben und Michel nicht in den Griff bekommen“, lautete das Fazit Abbruzzeses.

1960 Hanau: Ersöz – Parker, Braus, Fujiura, Takahashi – Dauber (35. Jeagal), Aydin, Okutan, Demir, Komiya – Köksal –Tore: 0:1, 0:2 Michel (20./HE und 21.), 1:2 Köksal (36.), 2:2 Meinzer (48./ET), 2:3 Michel (56./FE), 3:3 Köksal (57.), 3:4 Wagner (72.)Schiedsrichter: Heß (Heppenheim)Zuschauer: 160Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Pilch (40./Nidda)Beste Spieler: Köksal, Parker/Michel, Diedrich

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