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Verbandsliga: Strafen und Sperren für 1960-Gegner - Hanau empfängt Rotweiss

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Von: Gert Bechert

Nach Ausschreitungen sind die TS Ober-Roden und Sportfreunde Seligenstadt bestraft worden.
Nach Ausschreitungen sind die TS Ober-Roden und Sportfreunde Seligenstadt bestraft worden. © dpa

Während es für den SC 1960 Hanau in der Fußball-Verbandsliga Süd wie am Schnürchen läuft, haben zwei Konkurrenten nach Ausschreitungen Strafen aufgebrummt bekommen. Das Sportgericht der Verbandsligen hat im Fall der Ausschreitung zwischen der TS Ober-Roden und den Sportfreunden Seligenstadt (0:1) am 31. Oktober geurteilt.

Hanau – Nach Abpfiff waren Spieler beider Vereine aneinandergeraten, was empfindliche Strafen zur Folge hat. Neben Sperren für mehrere Spieler verhängte das Sportgericht der Verbandsligen unter dem Vorsitz von Rainer Lach (Darmstadt) bei einer Sitzung in Frankfurt auch Geldstrafen. Anhand der Zeugenaussagen und vor allem mithilfe eines Videos der Partie, das die TS ursprünglich zur Spielanalyse aufgezeichnet hatte, konnte das Sportgericht die Ereignisse nach dem Abpfiff aufarbeiten.

Seligenstadts Khaibar Amani (früher Hanau 93), der sich scheinbar von einem Gegenspieler provoziert gefühlt und diesem - so die Urteilsbegründung - kurz nach dem Abpfiff der Partie „mit der flachen Hand ins Gesicht gestoßen hat“, wurde wegen unsportlichen Verhaltens für fünf Pflichtspiele gesperrt. Da Amani als einziger Spieler noch auf dem Platz die Rote Karte sah und somit bereits seit dem 31. Oktober gesperrt war, hat er drei Spiele Sperre bereits abgesessen.

Sperren für Spieler und Geldstrafen für die Vereine

Für die anderen betroffenen Spieler begann die Sperre von Verbandsseite erst in dieser Woche. Ober-Rodens Tonyukuk Yildirim, der Khaibar Amani im weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen gestoßen hatte, wurde wegen unsportlichen Verhaltens für vier Spiele gesperrt. Serkan Kozlu von der TS, der aufgrund einer Verletzung nicht zum Kader gehörte und somit vom Sportgericht als Zuschauer behandelt wurde, hatte sich über Khaibar Amani „gebeugt und ihn an den Haaren gepackt“. Kozlu bekam wegen unsportlichen Verhaltens ein Platzverbot bis zum 20. Dezember und eine Geldstrafe in Höhe von 250 Euro aufgebrummt.

Seligenstadts Torhüter Valentino Di Bella trat Ober-Rodens Jannik Zeise gezielt auf den Fuß (sechs Spiele Sperre wegen Tätlichkeit), Zeise reagierte mit einem Schlag ins Gesicht von Di Bella und bekam für diese Tätlichkeit mit zehn Spielen die längste Sperre. Die TS wurde wegen unsportlichen Verhaltens von Spielern, Anhängern und Mitgliedern sowie der Vernachlässigung der Platzordnung mit einer Geldstrafe von 350 Euro belegt. Rechnet man die persönlichen Strafen und 60 Prozent der Verfahrenskosten, die die TS übernehmen muss, hinzu, dann kommt Ober-Roden auf rund 850 Euro Gesamtstrafe.

Die Sportfreunde bekamen eine Vereinsstrafe von 250 Euro aufgebrummt, die Gesamtkosten mit persönlichen Strafen und 40 Prozent der Verfahrenskosten betragen für Seligenstadt etwa 500 Euro. Die beiden Teams gehen also geschwächt in ihre Duelle am Sonntag. Die Sportfreunde empfangen Eintracht Wald-Michelbach, während die TS Ober-Roden die SG Bornheim/GW zum Duell bittet.

1960 Hanau muss gegen Frankfurt auf vier Stammspieler verzichten

Nach einer Zwangspause steigt am Sonntag auch wieder der Tabellenführer aus Hanau in das Geschehen ein. Dank der Patzer der Konkurrenz verteidigte das Team von Savas Erinc trotz des Ausfalles des eigenen Spiels in Ober-Roden die Tabellenführung. Daran soll sich auch am Sonntag (14.30 Uhr) nichts ändern, wenn die SG Rotweiss Frankfurt ihre Visitenkarte im Herbert-Dröse-Stadion abgibt. Die 1960er sind als einziger Verein der drei hessischen Verbandsligen noch ungeschlagen und wollen diesen Nimbus auch gegen die Roten verteidigen. „Wir haben zurzeit eine tolle Stimmung in der Mannschaft, es macht einfach Spaß, mit dem Team zu arbeiten“, berichtet Erinc.

Auch der Ausfall von vier Stammspieler kann die Stimmung beim kurdisch geführten Verein nicht trüben. Torwart Abdul Samed Ersöz, Tobias Meub und Travis Parker fallen bis zur Winterpause aus, bei Ahmet Aygül besteht laut Erinc die Hoffnung, dass der defensivstarke Mittelfeldmann beim nächsten Auswärtsspiel in Dortelweil wieder mit von der Partie ist. Bei Abwehrchef Meub wurde mittlerweile eine Schiefstellung der Hüfte diagnostiziert, weshalb sich der Ex-Erlenseer in physiotherapeutischer Behandlung befindet. Pechvogel der Saison ist Siyar Erinc, der sich, kaum genesen, erneut verletzte.

1960 Hanau ist nach knappem Hinspiel-Sieg gewarnt

Savas Erinc warnt vor dem kommenden Gegner. „Die Roten haben uns beim knappen 2:1-Hinspielsieg das Leben speziell im zweiten Durchgang schwer gemacht.“ Die Mannschaft vom Brentanobad erlebte im Sommer einen personellen Umbruch. 17 Spieler, darunter acht aus der eigenen U19, kamen neu hinzu, 13 verließen den Verein. Wodurch sich der Altersdurchschnitt auf knapp 22 Jahre senkte. Von den jungen Wilden ist besonders Kani Yildirimoglu dem HSC-Coach in Erinnerung geblieben. Der 19-Jährige machte viel Betrieb über die linke Außenbahn und ist mit sieben Treffern bester Torschütze der Roten.

Bei allem Respekt vor dem Gegner vertraut Erinc aber auf die spielerische Qualität seines Teams. „Ich bin sehr zuversichtlich. Wenn wir unsere Leistungsfähigkeit abrufen, gehen wir als Sieger vom Platz.“ Die Statistik spricht für den HSC. Die letzte Niederlage (3:4) gegen Rotweiss datiert vom 5. Juni 2019, danach gab es zwei Siege und drei Unentschieden.  ey/geb

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