Raduan Belaajel (links) ist nicht mehr länger Trainer beim SC 1960 Hanau. Er wird übergangsweise von Okan Sari (rechts) ersetzt. Archivfoto: Patrick Scheiber

Fußball

Verbandsliga: Aus für Raduan Belaajel - Okan Sari springt ein

Fußball. Raduan Belaajel ist nicht mehr Trainer des SC 1960 Hanau. Am Dienstagabend trennte sich der ambitionierte Verbandsligist von seinem erst am 1. November 2018 verpflichteten Coach, dessen Vertrag noch bis zum 30. Juni 2019 lief.

Nach der 0:1-Niederlage am vergangenen Sonntag bei Viktoria Urberach war die Uhr für den gebürtigen Marokkaner beim HSC abgelaufen. Der Dritte der Verbandsliga Süd verpasste dadurch die einmalige Gelegenheit, nach den Patzern der beiden führenden Vereine RW Walldorf (0:2 gegen Germania Ober-Roden) und FC Hanau 93 (1:2 gegen SG Bornheim/GW) nochmals näher zu den Konkurrenten aufzurücken.

Austausch beider Standpunkte

„Wir hatten am Dienstag ein ausführliches Gespräch, wo beide Seiten ihre Standpunkte austauschten. Dabei kamen wir zu dem Ergebnis, dass die beiderseitigen Schnittmengen nicht ausreichen“, berichtet Belaajel, wobei die 0:1-Niederlage in Urberach noch mitschwang, aber nicht ausschlaggebend gewesen sei. Letztlich, so der 42 Jahre alte Übungsleiter weiter, wurden unter seiner Regie zu wenig Punkte geholt. „Da zählt nicht, dass wir in den meisten Spielen die überlegene Mannschaft waren, sondern nur das Ergebnis.“

Während seiner Amtszeit holte der kurdisch geführte Verein in elf Spielen nur 17 Zähler, zu wenig, um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Da es ungewiss war, ob der Vertrag über den 30. Juni hinaus verlängert wird, kamen beide Seiten überein, die Zusammenarbeit sofort zu beenden. Belaajel legte großen Wert auf die Feststellung, dass das Gespräch sehr fair verlaufen sei, „schließlich bin ich mit Okan Sari befreundet und auch geschäftlich verbunden.“

Das bejaht auch Okan Sari. „Im Fußball ist es nun einmal so, dass man auch schlechte Nachrichten überbringen muss. Wir wollen in den verbleibenden fünf Spielen alles versuchen, die Minimalchance auf einen der ersten beiden Plätze zu nutzen“, begründet der Sportliche Leiter die Trennung von Belaajel. Sari wird, wie schon mehrfach, bis zum Saisonende als Interimstrainer einspringen.

Unterstützung vom Co-Trainer

Dabei wird er von Co-Trainer Berkan Güngör unterstützt. „Der Verein ist eine Herzensangelegenheit für mich, wenn ich gebraucht werde, springe ich ein“, betont der 34-Jährige. Bereits am Mittwoch leitete Sari das Training, vorher verabschiedete sich Belaajel von der Mannschaft.

Belaajel hatte Anfang November den zurückgetretenen Antonio Abbruzzese abgelöst. Sein Einstand verlief sehr unglücklich. Gegen den SV FC Sandzak Frankfurt, der sich in der Winterpause vom Spielbetrieb zurückzog, gab es eine 2:3-Heimpleite, auch eine Woche später gingen die 1960er bei der Usinger TSG (3:4) leer aus. Punkte, die in der Endabrechnung fehlen werden. Belaajel hatte vor seiner Tätigkeit beim HSC fast fünf Jahre lang Kickers-Viktoria Mühlheim trainiert. Seinen Einstieg ins Trainergeschäft feierte er 2008 bei der SVG Steinheim.

Dem jetzigen Aus gewinnt der frühere Stürmer sogar etwas Positives ab. „Da kann ich in Ruhe nach einem neuen Verein Ausschau halten. Im Trainergeschäft will ich auf jeden Fall bleiben.“ Und dabei tunlichst eine längere Pause wie nach seinem Ausscheiden in Mühlheim Ende 2016 vermeiden. geb

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