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Verbandsliga: Moritz Schlögl schuftet für das Comeback

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Moritz Schlögl will möglichst schnell die Alltagskleidung gegen Sportkleidung tauschen und nach mehreren Monate wieder die Fußballschuhe schnüren. Foto: Frank Schneider
Moritz Schlögl will möglichst schnell die Alltagskleidung gegen Sportkleidung tauschen und nach mehreren Monate wieder die Fußballschuhe schnüren. Foto: Frank Schneider

Fußball. Für Moritz Schlögl war das Fußballjahr 2018 eines zum Vergessen. Zunächst platzte im Mai der längst für die neue Spielzeit vereinbarte Wechsel von Germania Großkrotzenburg zum damaligen Verbandsligisten Viktoria Nidda wegen des überraschenden Rückzugs der Niddaer auf die Kreisebene.

Von Frank Schneider

Der 20-Jährige kam spontan noch bei der Turnerschaft Ober-Roden unter, doch der Traum von ersten Einsätzen in der Verbandsliga Süd erfüllte sich auch dort für den Langenselbolder nicht.

Gleich im ersten Training, es war der 23. Juni, zog sich Schlögl eine schwere Verletzung zu. Kreuzband- und Außenmeniskus riss sowie Knorpelschaden lautete die niederschmetternde Diagnose. Monatelang war Schlögl krankgeschrieben und konnte aufgrund der Verletzung nicht in seinem Beruf als Polizist arbeiten. Aktuell arbeitet der junge Fußballer wieder und nebenbei schuftet er auch fleißig für sein fußballerisches Comeback.

Erste Laufeinheiten sind absolviert, bald ist auch der Ball wieder dabei. Wenn alles gut läuft, dann kann Schlögl Ende April vielleicht erstmals für seinen neuen Verein auflaufen. Bislang hat er das Geschehen bei den Rödermarkern nur aus der Zuschauerrolle verfolgen können. „Man ist dabei, aber dann doch irgendwie nicht“, erzählt der 20-Jährige und wirkt dabei auch ein wenig nachdenklich.

Am 31. Juli operiert

Für die Integration in einem neuen Vereinsumfeld, in einem Team mit neuen Mitspielern, war der Trainingsunfall zum Vorbereitungsstart natürlich Gift. Noch bevor Schlögl seine neuen Teamkameraden auch nur annähernd kennenlernen konnte, war er schon wieder weg, da außer Gefecht.

Am 31. Juli vergangenen Jahres lag Schlögl auf dem Operationstisch, konnte danach zehn Wochen nicht richtig auftreten, bevor die Qual eines viermonatigen Aufbautrainings begann. „Obwohl ich neu war, hat man sich bei der TS Ober-Roden sehr gut um mich gekümmert“, schätzt der Langenselbolder die menschliche Komponente im Vereinsleben der Turnerschaft hoch ein.

Trainer Bastian Neumann habe sich regelmäßig über den Stand der Reha-Maßnahmen informiert und freut sich darauf, den als Rechtsverteidiger verpflichteten Schlögl bald im Teamtraining begrüßen zu können. Ab März, so sein Plan, will Schlögl einmal die Woche beim Verbandsligisten vollumfänglich mittrainieren. Die Belastung soll langsam aufgebaut und gesteigert werden.

Aufgrund der langen Pause wäre er ebenso frei für andere Vereine, doch einen kurzfristigen Wechsel schließt Schlögl aus. „Das wäre nicht fair der TS Ober-Roden gegenüber. Ich möchte mir dort in den kommenden Wochen alles ansehen und im Hinblick auf die neue Saison ist mein jetziger Verein der erste Ansprechpartner.“

Das Derby gegen Urberach am 5. Mai hat Schlögl als Fixpunkt mal in seinem Kalender eingetragen, zu diesem Zeitpunkt würde er gerne im Kader des aktuellen Tabellenzehnten der Verbandsliga Süd stehen. Danach sind die Rödermarker bedingt durch den Altwiedermuser Rückzug zwei Wochen spielfrei, ehe am 25. Mai das letzte Punktspiel bei Rot-Weiß Frankfurt auf dem Programm steht.

Kontakte zu früheren Vereinen

Bis dahin will das Team von Trainer Neumann den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht haben. Ein Ligaverbleib der Turnerschaft könnte auch für Schlögl ein Argument für einen Verbleib in Ober-Roden sein. „Verbandsliga zu spielen ist und bleibt mein großes Ziel“, unterstreicht der junge Fußballer, der im Jugendbereich beim 1. FC Erlensee und Bayern Alzenau schon höherklassig unterwegs war.

Von der ersten schweren Verletzung seiner noch jungen Karriere will sich der Polizist nicht aus der Bahn wer-fen lassen. Auch eine Rückkehr zu Germania Großkrotzenburg kann sich Schlögl irgendwann vorstellen. Die Kontakte zu seinem ersten Verein im Seniorenbereich sind nicht abgerissen, nach wie vor kicken viele Kumpels des Langenselbolders bei der Germania. Der vor rund einem Jahr ausgehandelte Wechsel zu Viktoria Nidda hatte seinerzeit rein sportliche Gründe, die Perspektive bei einem damaligen Spitzenteam der Verbandsliga hat eben gelockt. Jetzt versucht Schlögl in Ober-Roden in dieser Liga Fuß zu fassen.

Womöglich kehrt ja auch Germania Großkrotzenburg in die zweithöchste hessische Amateurklasse zurück. Als Tabellenzweiter der Gruppenliga Frankfurt Ost stehen die Chancen gar nicht mal schlecht. Sollte der Aufstieg gelingen, wäre für Schlögl eine Rückkehr ins Oberwaldstadion sicherlich eine Option. Doch soweit ist es noch lange nicht. Erst einmal will der talentierte Fußballer wieder richtig fit werden, bevor er ans Durchstarten denken mag.

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