Die große Chance zum 2:0: 93er-Neuzugang Khaibar Amani schießt über das Urberacher Tor. Viktoria-Keeper Ole Schickedanz wäre machtlos gewesen. Foto: TAP

Hanau

Verbandsliga: Meisterfavorit Hanau 93 verpasst den Auftaktsieg

Fußball. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Diese bittere Erfahrung musste der FC Hanau 93 gleich zum Saisonstart der Verbandsliga Süd machen. In einem trotz der Hitze temporeichen Spiel kam das Team von Spielertrainer Christoph Prümm gegen Viktoria Urberach nicht über ein 1:1 hinaus.

Von Gert Bechert

„Ich bin enttäuscht, eigentlich hätten wir als Sieger den Platz verlassen müssen“, meinte Prümm, der selbst nicht zum Einsatz kam, nach Spielschluss. Als Grund nannte er die unbefriedigende Chancenverwertung. Dabei dachte er besonders an die 69. Minute als Khaibar Amani das Leder aus kürzester Entfernung über das Tor drosch. Hätte der Neuzugang vom SC Hessen Dreieich in dieser Szene das 2:0 markiert, wäre die Partie wohl entschieden gewesen.

Nicht nur in dieser Szene ließ der afghanische Nationalspieler den Torinstinkt vermissen. Schon in der 32. Minute verpasste er völlig freistehend eine Rechtsflanke von Sascha Ries, hatte aber das Glück, dass der hinter ihm postierte Patrick Gischewski aus spitzem Winkel einlochte. Es war der erste gekonnte Spielzug der 93er, ansonsten bissen sie sich immer wieder an der gutstehenden gegnerischen Abwehr die Zähne aus.

Brenzlige Situationen

Glück hatten die Gastgeber in der Anfangsviertelstunde, als Torwart Jens Westenberger einen Kopfball von Patrick Czerwinski (13.) mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenkte. Brenzlig wurde es für die Gäste nochmals in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Kahraman Damar köpfte einen Freistoß aufs kurze Eck, wo ein Viktoria-Spieler das Leder abwehrte.

Nach den Worten Damars eindeutig mit Zuhilfenahme der Hand. Giovanni Fallacara war mit den ersten 45 Minuten zufrieden. „Wir sind nach einer Viertelstunde ins Spiel gekommen und haben den Ball gut laufen lassen. Und das gegen einen knorrigen Gegner“, meinte der Sportchef der 93er.

Ausgleich nach Sololauf

Im zweiten Durchgang versäumten es die Hausherren, den Sack zuzumachen. Ries (51.) war rechts durch, sein Schlenzer mit dem Außenrist ging am langen Eck vorbei. Als auch Amani die Riesenchance liegen ließ, machte sich langsam Unmut unter den 93er Fans breit. Urberach witterte seine Chance und glich durch den eingewechselten Loris Lang (82.) aus. Vorausgegangen war ein toller Sololauf von Sinisa Alempic. Seine Flanke brachte zunächst Marco di Maria gegen Westenberger nicht unter, den Nachschuss versenkte Lang.

Danach gingen die Wogen nochmals hoch. Zunächst fand der laufstarke Ilker Bicakci (85.) nach einem Solo in Gästekeeper Ole Schickedanz seinen Meister, auf der Gegenseite scheiterte Di Maria aus spitzem Winkel an Westenberger (90.+2). Kurz vor dem Abpfiff kratzte Julian Purcell (90.+3) einen Bicakci-Freistoß von der Linie. Zu diesem Zeitpunkt agierten die 93er bereits in Unterzahl. Der gelbverwarnte Tim Fließ sah wegen Meckerns in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte und fällt für ein Spiel aus.

Hanau 93: Westenberger – Muratoglu, Cimen, Fließ – Ries, Ünal, Bicakci, Gischewski (70. Diedrich), Gogol (63. Gschwender) – Damar, Amani (78. Wissel) – Tore: 1:0 Gischewski (32.), 1:1 Lang (82.) –Schiedsrichter: Dücker (Burghaun) –Zuschauer: 180 – Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Fließ (90.+3/Hanau) –Beste Spieler:geschlossene Mannschaftsleistungen

Das könnte Sie auch interessieren