Auch ein 0:2-Rückstand konnte Baris Özdemir (Mitte) und den SC 1960 Hanau nicht aus der Bahn werfen. Foto: Scheiber

Fußball

Verbandsliga: Joker bringt 1960 spät auf Siegkurs

Fußball. Der SC 1960 Hanau ist im Gegensatz zu Nachbar FC Hanau 93 gut aus den Startlöchern der Verbandsliga Süd nach der langen Winterpause gekommen. Das Team von Raduan Belaajel drehte nach einem 0:2-Rückstand die Partie gegen Germania Ober-Roden noch und siegte am Ende vor nur 120 Zuschauern verdient 5:3 (2:2).

Von Gert BechertNach den Worten von Okan Sari spielte die 2:4-Pleite der 93er einen Tag zuvor bei der TS Ober-Roden keine Rolle. „Wir schauen nur auf uns“, meinte der Sportchef des HSC vor Spielbeginn. Fakt war aber, dass die unfreiwillige Vorlage der 93er nur bei einem eigenen Sieg genutzt werden konnte. Anfangs sah es danach überhaupt nicht aus. „Wir sind nur schwer ins Spiel gekommen“, räumte Belaajel ein.

Starker Beginn von Ober-Roden

Ober-Roden, das ohne den beruflich verhinderten Ex-Offenbacher Fabian Bäcker auskommen musste, riss das Geschehen auf dem bestens präparierten Rasenplatz des Herbert-Dröse-Stadions sofort an sich. Nachdem Torjäger Mohammed Hakimi (3.) noch an HSC-Torwart Jannis Pellowski gescheitert war, klingelte es nur zwei Zeigerumdrehungen später im HSC-Kasten. Gjorgi Trajanov verlängerte unglücklich das Leder in den Lauf von Jonas Dapp (5.), der zum 0:1 vollendete.

Wiederum nur zwei Minuten später lenkte auf der Gegenseite Keeper Dennis Weinrich reaktionsschnell einen Kopfball von Ugur Albayrak (7.) nach einer Demir-Flanke über die Latte. Als sich die Gastgeber an-schickten, das Spiel in den Griff zu bekommen, folgte die nächste kalte Dusche. Nach einer Ecke ließ Pellowski das Leder fallen, Fabian Friess (26.) bedankte sich mit dem 0:2. Die Hausherren ließen die Köpfe aber nicht hängen, sondern fighteten zurück. Was belohnt wurde.

Nach einem Handspiel von Tim Lehnert nach einer Flanke des sehr agilen Baris Özdemir zeigte Schiedsrichter Angermaier auf den ominösen Punkt. Travis Parker (39.) verwandelte sicher zum 1:2. Und es kam noch besser. Nach einem langen Diagonalpass von Aleksandar Mastilovic auf Sercan Demir (42.) glich dieser zum 2:2 aus. „Trotz des Rückstands hat die Mannschaft weiter an sich geglaubt, die beiden Tore noch vor dem Seitenwechsel waren enorm wichtig“, lobte Belaajel die Moral seiner Spieler.

Spielerische Überlegenheit des Gastgebers

Das Fehlen von Kapitän Benjamin Braus machte sich im weiteren Spielverlauf kaum mehr bemerkbar. „Braus wurde Vater und hat privat derzeit viel um die Ohren“, begründete Sari das Fehlen. Im zweiten Durchgang setzte sich immer mehr die spielerische Überlegenheit der Gastgeber durch, Torchancen blieben aber zunächst Mangelware. Vielmehr bot sich den Gästen in der 65. Minute aus heiterem Himmel die Riesenchance zum 2:3. Lehnert zielte knapp vorbei.

Dann kam die große Zeit des eingewechselten Abdel-Ssamad Gaadaoui. Nach einer Flanke Parkers versenkte er das Leder (77.) aus zehn Metern zum 3:2. Und nach dem Ausgleich durch einen von Ali Mahboob verschuldeten und von Hakimi (80.) verwandelten Strafstoß war Gaadoui (89.) kurz vor Schluss erneut zur Stelle und markierte das 4:3. Damit war aber noch nicht Schluss. In Unterzahl machte der erst spät eingewechselte Semih Aydilek (90.+5) mit dem 5:3 alles klar.

1960 Hanau:Pellowski – Parker, Trajanov (85. Aydilek), Mahboob, Itoi (46. Bleibdrey) – Demir, Mastilovic (63. Gaadoui), Hofmeier, Aydin – Albayrak, ÖzdemirTore: 0:1 Dapp (5.), 0:2 Friess (26.), 1:2 Parker (39./HE), 2:2 Demir (42.), 3:2 Gaadoui (77.), 3:3 Hakimi (80./FE), 4:3 Gaadoui (89.), 5:3 Aydilek (90.+5) –Schiedsrichter: Angermaier (Bad Camberg) – Zuschauer: 120 – Besonderes Vorkommnis:Gelb-Rot für Parker (90.+2) – Beste Spieler: Özdemir, Hofmeier/Marweg, Lehnert

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema