Enis Muratoglu (Hanau, schwarzes Trikot) ist einer von vielen Spielern, die in den vergangenen Jahren die Seiten wechselten. Mit Hanau 93 steht er bedeutend besser da als die SG Bruchköbel. Archivfoto: TAP

Hanau

Verbandsliga: Hanaus Spielertrainer fordert volle Konzentration

Fußball. Die nackten Zahlen sprechen Bände vor dem morgigen Kreisderby (Anpfif 15 Uhr, Kastanienallee) der Verbandsliga Süd zwischen dem FC Hanau 93 und der SG Bruchköbel. Die 93er haben als Dritter 38 Punkte auf dem Konto, die SGB als Vorletzter gerade neun.

HFC-Torjäger Christian Fischer hat mit 19 Toren mehr Buden erzielt als die gesamte Bruchköbeler Mannschaft (16). Und schon im Hinspiel setzte sich Hanau mit 3:0 durch. Deutlicher kann eine Favoritenstellung nicht untermauert werden. Zu allem Übel drohen den Gästen noch zahlreiche Spieler auszufallen. „Mir fehlten beim Pokal-Aus am Mittwoch in Marköbel acht Spieler. Nur Mark Nowak, Ogün Arslan und Mohamed Aalaoui stehen am Sonntag wieder zur Verfügung“, berichtet Albert Repp.

Trotz der 0:1-Niederlage war er mit der Leistung zufrieden. „Was uns fehlt, ist ein Knipser. Wir treffen einfach die Kiste nicht“, nennt der SGB-Trainer das Hauptmanko des designierten Absteigers. Auf die Defensive sei Verlass. „Wir werden gegen die 93er unsere Spielweise nicht umkrempeln und uns nicht verstecken“, kündigt Repp einen couragierten Auftritt im Rahmen der Möglichkeiten an.

Probleme, die die 93er nicht kennen. Christoph Prümm schaut gespannt auf Türk Gücü Friedberg, den Hauptkonkurrenten im Kampf um Platz zwei, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Hessenliga berechtigt. „Türk Gücü hat in letzter Zeit den einen oder anderen Punkt liegengelassen“, sagt der 93er Coach. Doch zunächst gehe es darum, den jetzigen dritten Platz zu festigen, bevor es am Gründonnerstag (29. März) auf dem Kunstrasen in Steinheim zum großen Showdown gegen die Friedberger kommt. Die Heimspiele gegen Bruchköbel und eine Woche später gegen die TS Ober-Roden stehen zuvor noch auf dem Programm. Um weiter im Rennen zu bleiben, sind Siege Pflicht.

Die 0:5-Schlappe zuletzt beim Topteam FV Bad Vilbel war nach den Worten Prümms ein derber Rückschlag: „Das hat weh getan.“ Der 4:0-Pokalsieg unter der Woche beim SV Wolfgang war Balsam für die geschundenen Seelen der Spieler. „Wir werden keinesfalls überheblich in das Derby gehen. Bruchköbel hat beim 1:0-Sieg gegen Viktoria Urberach gezeigt, dass sie die restlichen Spiele ernsthaft angehen“, meint Prümm, der volle Konzentration fordert.

Der 32 Jahre alte Spielertrainer geht davon aus, dass von den drei Ex-Profis in den Reihen der 93er am Sonntag zwei dabei sein werden. Nicht zur Verfügung steht dagegen Neuzugang Michel Gschwender, der wegen eines Innenbandrisses im Knie weiter ausfällt. Ansonsten stehen alle Akteure dem Trainerduo Prümm/Slavisa Dacic zur Verfügung. „Wir haben die Qual der Wahl“, hat Prümm ein Luxusproblem.

Das Derby erfährt eine gewisse Brisanz aus der Tatsache, dass mit Kahraman Damar, Patrick Gischewski, Tolga Ünal, Enis Muratoglu und Elmir Sekeric fünf HFC-Spieler schon das Trikot der SGB trugen. Umgekehrt spielten Felix Rohner und Dorian Ahouandjinou früher bei den 93ern. Die Wetterverhältnisse lassen schwierige Platzverhältnisse erwarten.

Die Gastgeber werden alle Hebel in Bewegung setzen, die Partie über die Bühne zu bringen. Dafür gibt es einen plausiblen Grund. Wie berichtet, hat sich der Fernsehsender SAT.1 angekündigt, um im Rahmen des 125-jährigen Jubiläums des ältesten hessischen Fußballvereins Aufnahmen zu machen. „Diese Chance wollen wir uns nicht entgehen lassen“, betont Prümm.

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