Stark durchgesetzt: Connor Storm (stehend) bringt Germania Großkrotzenburg mit seinem Treffer zum 2:1 gegen Tabellenführer Germania Ober-Roden auf die Siegerstraße. Am Ende gewinnt Großkrotzenburg mit 3:1. Foto: TAP

Großkrotzenburg

Verbandsliga: Großkrotzenburg zwingt Tabellenführer in die Knie

Fußball. Knapp zwei Monate lang ist Germania Ober-Roden in der Verbandsliga Süd von Sieg zu Sieg geeilt, am Tag der Deutschen Einheit endete diese Serie nun in Großkrotzenburg.

Von Robert Giese

Der Aufsteiger kaufte dem Spitzenreiter mit einer engagierten Leistung den Schneid ab – auch wenn es zunächst so aussah, als würde sich das Team von Christos Tsifnas für den großen Aufwand nicht belohnen.

Dieser hatte unter der Woche angekündigt, offensiv spielen zu wollen, und die Großkrotzenburger zeigten schnell, dass dies keine leeren Worte waren: Nach knapp zehn Minuten kamen die Hausherren nach einem Flankenlauf von Kewin Siwek zu einem ersten Abschluss, den Ober-Roden noch zur Ecke klärte. Anschließend brannte es erstmals richtig im Strafraum der Gäste, denn ein per Kopf abgelenkter Schuss des Aufsteigers von der Strafraumkante kam gefährlich aufs Tor, klatschte aber nur an die Latte.

Sehenswertes Tor von Becker

Die Gastgeber drückten in der Folge weiter auf die Führung und setzten Ober-Roden mächtig unter Druck: Mal blockten die Großkrotzenburger einen Befreiungsschlag von Gäste-Schlussmann Christoph Kahl, der anschließend beinahe ins Tor trudelte, mal waren sie bei einem gefährlichen Konter nur mit einem taktischen Foul zu stoppen. Nach rund 25 Spielminuten war das 1:0 mehr als überfällig.

Das besorgte wenig später Nils Becker, dessen Fernschuss von der linken Seite unhaltbar im langen Eck einschlug – ein sehenswerter Treffer, den die Heim-Fans unter den 130 Zuschauern lautstark bejubelten. In der Folge hatte André Althaus sogar das 2:0 auf dem Fuß, nachdem er sich auf der rechten Seite schön im Strafraum durchgesetzt hatte, doch sein satter Schuss strich knapp über das rechte Eck.

Von Gegentreffer unbeeindruckt

Von den Gästen war offensiv bis dahin kaum etwas zu sehen, allenfalls eine oder zwei Halbchancen spielte sich der Ligaprimus heraus. Noch vor dem Pausenpfiff zeigte sich Ober-Roden aber sehr effektiv, denn aus der einzigen echten Möglichkeit fiel prompt der Ausgleich: Torjäger Marco Christophori-Como stand nach einem Steilpass plötzlich alleine vor dem Großkrotzenburger Tor und überwand den herausgeeilten Jens Westenberger clever mit einem Lupfer. „Wir haben nicht viel zugelassen, aber ein Team dieser Qualität kann man nicht ganz ausschalten“, kommentierte Tsifnas den ärgerlichen Ausgleichstreffer, der den ganzen Spielverlauf auf den Kopf stellte.

Die Hausherren zeigten sich vom Gegentreffer allerdings beeindruckend unbeeindruckt und wären praktisch im Gegenzug beinahe wieder in Führung gegangen, nach einem Abwehrfehler der Gäste rettete aber bereits zum zweiten Mal an diesem Tag das Aluminium für Ober-Roden. „Bei uns war vielleicht etwas Nervosität mit drin“, erklärte Tsifnas die mangelnde Torausbeute seiner Mannschaft, die im ersten Durchgang mehr als einen Treffer hätte erzielen müssen.

Räume für Konter

Auch nach Wiederanpfiff gab es beim Großkrotzenburger Offensivdrang kein Nachlassen, schnell gelangen dem Aufsteiger zwei Abschlüsse, die jedoch zu zentral waren und vom gegnerischen Schlussmann daher pariert werden konnten. Besser machte es in der 53. Spielminute Connor Storm: Nach einer präzisen Flanke von rechts wuchtete der Großkrotzenburger Stürmer den Ball lehrbuchmäßig mit dem Kopf aufs Tor, sodass Ober-Rodens Keeper zwar noch die Finger ans Leder bekam, den erneuten Rückstand aber nicht mehr verhindern konnte.

In der Folge taten nun auch die Gäste mehr fürs Spiel und schnürten den Aufsteiger phasenweise in der eigenen Hälfte ein. Wirklich gefährlich wurde es dabei jedoch selten, weil Westenberger bei langen Bällen gut mitspielte und nach einer Ecke in der 70. Minute starke Reflexe bewies, als er einen Kopfball aus kürzester Distanz noch über die Latte lenken konnte. Sehr viel zwingender wurden die Gäste nicht, allerdings boten die sich nun öffnenden Räume Großkrotzenburg einige Konterchancen – die der Spitzenreiter aber meist mit Fouls unterband.

In der Nachspielzeit schloss Kapitän Robin Prey einen Konter dann aber letztlich erfolgreich ab, indem er die Kugel über Kahl lupfte und damit für die Entscheidung sorgte; der emsige Siwek hatte vorher mit großem Einsatz die nötige Vorarbeit geleistet.

Serie beendet

Tsifnas freute sich über den 3:1 (1:1)-Heimsieg, mit dem sein Team Ober-Rodens Serie – der Tabellenführer hatte zuvor siebenmal in Folge gewonnen – beendete. „Wir haben sie gut attackiert und hatten immer wieder Balleroberungen, die Ober-Roden wehgetan haben“, so der Großkrotzenburger Trainer, „insgesamt haben wir mehr investiert und verdient gewonnen.“

Großkrotzenburg: Westenberger – Neuendorf, Mahboob, Becker, Prey, Althaus, Storm, Knezovic (54. Woitynek, 78. Sbano), Meub, Blam, Siwek – Tore: 1:0 Becker (28.), 1:1 Christophori-Como (40.), 2:1 Storm (53.), 3:1 Prey (90.+3.) – Zuschauer: 130 – Schiedsrichter: Pächthold (Staufenberg) – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistung

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