Aufholjagd gelungen: Antonio Sbano (am Ball) schaffte mit Germania Großkrotzenburg ein kleines Fußballwunder. Foto: Roland Adrian

Fußball

Verbandsliga: Großkrotzenburg siegt mit 7:5 nach 0:5-Rückstand

Fußball. Was für ein verrücktes Fußballspiel, was für eine irre Aufholjagd. Germania Großkrotzenburg hat womöglich für das Highlight der gesamten Saison gesorgt und im Verbandsliga-Spiel einen 0:5-Rückstand gegen Tabellenschlusslicht SV der Bosnier Frankfurt in der letzten halben Stunde noch in einen 7:5-Sieg umgewandelt.

Von Frank SchneiderRobin Prey glänzte dabei ab dem 1:5 als sechsfacher Torschütze. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, konnte Matthias Filbrich kaum in Worte fassen, was er an diesem Fußballnachmittag im Großkrotzenburger Oberwaldstadion erlebt hatte. Und das Mitglied der Sportlichen Leitung des Aufsteigers war nicht alleine. „Noch beim 2:5 hat kein Mensch daran gedacht, dass wir das Spiel noch drehen können“, so Filbrich.

Auch die Gäste, die speziell in der ersten Hälfte eine vorzügliche Leistung ablieferten, waren da noch siegessicher. Das 3:5, das Prey mit einem direkt verwandelten Freistoß erzielte, war dann die Initialzündung. In der Situation zuvor war der Gästespieler Huseyin Mevkic wegen wiederholtem Foulspiel mit der Ampelkarte vom Feld geflogen.

Pausenstand 0:3-Rückstand für die Germania

Doch der Reihe nach: Die Germania lieferte gegen den Tabellenletzten eine erste Halbzeit ab, die alles andere als verbandsligatauglich war. Trainer Christos Tsifnas hatte sich für eine Dreierkette und Robin Prey als alleinige Spitze entschieden und damit taktisch verwachst. Die Gäste überraschten dagegen mit schnellem Umschaltspiel. Immer wieder setzten die Bosnier mit gefährlichen Pässen ihre Spitzen ein und kamen zu vielen Torchancen. Matej Rugle bejubelte nach gut einer Viertelstunde und legte unter tatkräftiger Mithilfe des patzenden Germania-Schlussmanns Jens Schlund in der 34. Minute und kurz vor der Pause noch zwei Treffer zum 0:3-Pausenstand nach.

Großkrotzenburgs Coach Tsifnas stellte in der Pause um und brachte mit Connor Storm einen weiteren Stürmer. Sein Team agierte nun besser, schien aber nach zwei weiteren Gegentreffern endgültig geschlagen zu sein. Wer hätte in der 52. Minute geglaubt, dass jemand anderes als der ab diesem Zeitpunkt schon vierfache Torschütze Matej Rugle der Spieler des Spiels werden könnte.

Robin Prey dreht das Spiel quasi allein

Es passte zum bis dahin völlig verkorksten Auftritt der Heimelf, dass Tobias Meub wenig später noch ein unglückliches Eigentor zum 0:5 überlief. Ging man anfangs von Ergebniskosmetik ab, so war nach dem 3:5 plötzlich Feuer im Spiel. „So etwas ist doch innerhalb der Germania-Familie vorstellbar“, umschrieb Matthias Filbrich die folgende Energieleistung seines Teams, die angefeuert von den euphorisierten Anhängern sich nun anschickte das für unmöglich gehaltene möglich zu machen. Nach dem von Prey verwandelten Foulelfmeter zum 4:5 wurden die Gäste immer nervöser und undisziplinierter.

Als wenig später der Ausgleich fiel und noch gut 20 Minuten auf der Uhr waren, lagen die Vorteile auf Seiten der Hausherren. Ein weiterer Foulelfmeter zum 6:5 – verursacht wie bereits der erste Strafstoß an Connor Storm – brachte die Entscheidung. Mit seinem sechsten Tor zum 7:5 setzte Robin Prey schließlich der Torte noch die Kirsche obendrauf.

Großkrotzenburg: Schlund –Neuendorf, Meub, Blam – Mahboob (46. Woitynek) – Knezovic (46. Storm, 88. Hertzke), Maicher, Becker, Sbano, Siwek – Prey.

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 und 0:4 Rugle (16./34./44./52.), 0:5 Meub (ET/59.), 1:5 Storm (61.), 2:5, 3:5, 4:5, 5:5, 6:5, 7:5 Prey (63., 65., 70./FE, 72., 88./FE, 89.) – SR: Cholewa (Dortelweil)

Vorkommnisse: Gelb-Rot für die Frankfurter Mevkic (64.) und Appiah (81.)

Zuschauer: 180

Beste Spieler: Prey, Storm / Kitic, Rugle.

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