Baris Özdemir und der SC 1960 Hanau kassierten nach zuvor sieben Siegen in Serie nun drei Niederlagen hintereinander. Archivfoto: TAP

Hanau

Verbandsliga: Beim SC 1960 hängt der Haussegen schief

Fußball. Nach der dritten Niederlage in Folge steckt der SC 1960 Hanau in der Verbandsliga Süd in einer Krise. Die Mannschaft von Trainer Antonio Abbruzzese verlor das Verfolgerduell beim Tabellenzweiten Rot-Weiß Walldorf mit 3:6.

Von Frank Schneider

Besonders der Auftritt in der zweiten Hälfte war erschreckend schwach. Zur Pause hatten die Hanauer noch 3:2 geführt. Als ergebnistechnisch für den HSC die Felle davon schwammen, lagen bei den Gästen die Nerven blank. Wegen Unruhen auf der Gästebank musste sogar das Spiel kurz unterbrochen werden.

Gerüchte um Abbruzzese-Aus zurückgewiesen – am Montag Krisensitzung

„Es sind Dinge vorgefallen, über die am Montag in einer sicher sehr intensiven und konstruktiven Vorstandssitzung gesprochen wird“, teilte Antonio Abbruzzese mit. Schnell machten Gerüchte die Runde, der Italiener hätte bereits in Walldorf seinen Rücktritt in den Raum gestellt. Von Sportchef Okan Sari kam umgehend ein Dementi: „Antonio Abbruzzese ist noch im Amt“, teilte Sari gestern Abend mit. Freilich kann das nach der heutigen Aussprache schon wieder anders aussehen.

Rot-Weiß Walldorf präsentierte sich als der erwartet starke Gegner. Nach einem Foulspiel von Gjorgi Trajanov bekamen die Südhessen einen Strafstoß zugesprochen, den Julian Ludwig zum 1:0 verwandelte. Ludwig hatte bereits vor einer Woche den 1:0-Siegtreffer der Walldorfer beim 1. FC Erlensee erzielt. Die Abbruzzese-Elf kam schnell zurück, wenn auch durch unfreiwilliges Missgeschick von Rot-Weiß-Akteur Nils Herdt, dem ein Eigentor unterlief. Kurios: Zwei Minuten später war Herdt wieder Torschütze, nur diesmal für die eigene Elf. Christopher Nguyen hatte mustergültig vorbereitet.

HSC verspielt Halbzeitführung - haarsträubendeAbwehrfehler

Nach einer halben Stunde pfiff der Schiedsrichter auch für den HSC einen Foulelfmeter: Benjamin Braus scheiterte an Walldorfs Torhüter Kevin Darmstädter, doch Semih Aydilek schob den Abpraller über die Linie. Aus dem Spiel heraus war Braus erfolgreicher, kurz vor der Pause nutzte er einen Torwartfehler zum 3:2. Die Führung der Hanauer war glücklich, doch dass der HSC die gute Ausgangslage nach dem Seitenwechsel derart aus den Händen geben würde, damit war nicht zu rechnen.

Nach dem 3:3-Ausgleichstreffer von Nico Struwe (54.) spielten sich die Hausherren – auch begünstigt durch teilweise haarsträubende Abwehrfehler der Hanauer – in einem Rausch. Firat Tayboga (60., per Außenrist) und Christian Matheisen, der sieben Minuten später die Kugel aus 25 Metern in die Maschen drosch, bescherten ihrem Team eine komfortable 5:3-Führung. Spätestens nach dem 6:3 von Dominik Lewis (72.) war das Gezeter bei den geschlagenen Gästen groß. Aufsteiger Walldorf ist nun alleiniger Verfolger des souveränen Spitzenreiters FC Hanau 93.

SC 1960 Hanau: Pellowski (90. Ivanov) – Trajanov (72. Erbe), Mastilovic, Braus, Mahbbob, Itoi, S. Demir, Müller, Aydilek, Aydin (90. Okutan), Özdemir – Tore: 1:0 Ludwig (16./FE), 1:1 Eigentor Herdt (19.), 2:1 Herdt (21.), 2:2 Aydilek (31.), 2:3 Braus (45.+1), 3:3 Struwe (54.), 4:3 Tayboga (60.), 5:3 Matheisen (67.), 6:3 Lewis (72.) – Schiedsrichter: Ballweg (Zwingenberg) – Zuschauer:200 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung / Aydin, Itoi

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