Drei Ex-Spieler übernehmen bei Germania Großkrotzenburg die Sportliche Leitung: André Althaus, Robin Prey und Dominik Scholz (von links) sind auf die Funktionärsebene gewechselt und gerade dabei, eine schlagkräftige Verbandsligamannschaft zusammenzustellen.
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Drei Ex-Spieler übernehmen bei Germania Großkrotzenburg die Sportliche Leitung: André Althaus (Foto), Robin Prey und Dominik Scholz sind auf die Funktionärsebene gewechselt und gerade dabei, eine schlagkräftige Verbandsligamannschaft zusammenzustellen.

Aufbruch statt Rückzug

Verbandsliga: Althaus, Prey und Scholz übernehmen Sportliche Leitung bei Germania Großkrotzenburg

Statt Tristesse herrscht beim Fußball-Verbandsligisten FC Germania Großkrotzenburg wieder Euphorie. Noch vor wenigen Tagen schien der freiwillige Rückzug um eine oder mehrere Spielklassen unausweichlich, jetzt wird im Oberwaldstadion wieder für eine weitere Saison in der Verbandsliga Süd geplant.

Großkrotzenburg – Ein junges Team mit den langjährigen Leistungsträgern Robin Prey, André Althaus und Dominik Scholz hat nach den Rücktritten der Sportlichen Leiter Matthias Filbrich und Jochen Tögel das Ruder für die sportlichen Planungen an sich gerissen, Trainer Christos Tsifnas trotz Anfragen anderer Vereine seinen Vertrag um eine weitere Spielzeit verlängert. Im Hintergrund unterstützen die erfahrenen Horst Prey und Gerald Trageser die frischen Führungskräfte.

Franz, Meub und Maicher verlassen Großkrotzenburg

Die Gespräche mit den eigenen Spielern sowie potenziellen Neuzugängen laufen auf Hochtouren – mit dem klaren Ziel, erneut eine schlagkräftige Verbandsliga-Elf auf die Beine zu stellen. „Das wird nicht leicht, denn eigentlich sind wir drei bis vier Wochen zu spät dran“, sagt Robin Prey. Mit Tim Franz (SV Bernbach) und Tobias Meub (1. FC Erlensee) stehen zwei absolute Leistungsträger des Kaders bei anderen Vereinen im Wort.

Zudem sucht Sebastian Maicher nach vielen Jahren im Germania-Dress eine neue Herausforderung, während Julien Nolde aus beruflichen Gründen seinen Abschied angekündigt hat. Er wechselt zusammen mit Philipp Hertzke zum Kreisoberligisten FSV Neuberg.

Durch das aktive Mitwirken von Vereinsikonen ist bei der Germania wieder Optimismus eingekehrt. Der familiäre Charakter des Vereins, der die Großkrotzenburger Fußballer in den vergangenen zehn Jahren stark getragen hat, ist wieder spürbar. „Man merkt, dass Germania Großkrotzenburg immer noch ein interessanter Verein ist“, sagt Christos Tsifnas.

Khederzadeh, Neuendorf und Storm bleiben in Großkrotzenburg

Nach den jüngsten Gesprächen hat er im Hinblick auf die neue Saison wieder ein gutes Gefühl. „Die Spieler brennen schon, sind in den Gesprächen Feuer und Flamme.“ Payam Khederzadeh, Maik Neuendorf und Connor Storm haben in diesen Tagen für die kommende Runde zugesagt und sollen Eckpfeiler des neuen Teams werden. „Klasse wäre es, wenn jüngere Spieler, die schon länger dabei sind, als neue starke Generation dem Verein erhalten blieben“, sagt Prey.

Namentlich meint er Akteure wie Moritz Schlögl, Nils Becker oder Philipp Blam. Prey und seine Mitstreiter wissen: Weitere Zusagen würden die gerade entfachte Aufbruchstimmung forcieren.

„Es wird sicherlich einige Veränderungen geben“, stellt sich das langjährige Germania-Vorstandsmitglied Gerald Trageser auf eine arbeitsintensive Wechselperiode im Juni ein. Seit Jahren erledigt er die schriftlichen Formalitäten mit dem Verband. Zu- und Abgänge sollen sich möglichst die Waage halten, vom Gerippe des aktuellen Teams, das zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung auf dem zwölften Tabellenplatz der Verbandsliga Süd lag, möglichst viele Spieler gehalten werden.

Das neue Trio will wieder Vertrauen aufbauen

„Es gab im Hinblick auf die sportliche Zukunft eine gewisse Verunsicherung und wir müssen das Vertrauen erst wieder aufbauen. Aber da, wo etwas endet, kann man auch etwas Neues beginnen“, versprüht Tsifnas Zuversicht. Der lizenzierte Coach hofft darauf, mit dem neu zusammengestellten Team in die dritte Verbandsliga-Saison in Folge starten zu können, hat seine Zusage aber nicht an eine Spielklasse geknüpft.

Sollte es in Sachen Kaderplanung in den kommenden Wochen nicht wie erhofft laufen und der Verein einen freiwilligen Abstieg in die Gruppenliga anstreben, bliebe Tsifnas ebenfalls an Bord. Aktuell kann der Verein bis zum 15. Mai diese Entscheidung treffen, im Gespräch ist außerdem, dass der Verband aufgrund der Pandemie diese Frist generell verlängert. Zu einem Rückzug soll es aber nicht kommen. Das Ziel der Germania, das unterstreichen Prey, Scholz und Althaus, ist es, weiterhin in der Verbandsliga zu spielen.

Robin Prey lehnt Rückkehr auf den Platz ab

„Ich hätte das nicht für möglich gehalten, aber es macht mir zurzeit Riesenspaß, mit vielen Bekannten, die alle das Germania-Gen in sich tragen, an der sportlichen Zukunft des Vereins mitzuarbeiten. Wir stehen aber vor schwierigen Aufgaben“, weiß Robin Prey.

Er scheint sich in seiner neuen Rolle zu gefallen. Seine aktive Karriere hat der 31-Jährige vor einem Jahr beendet. Eine Rückkehr auf den grünen Rasen schließt der frühere Regionalligaspieler aus. „Es juckt zwar manchmal in den Füßen, doch mein Entschluss, nicht mehr spielen zu wollen, steht“, sagt Prey. Aber auch in neuer Funktion hat allein sein Name für die Germania eine große Strahlkraft.

Von Frank Schneider

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